Film & Fußball

Eine cineastische Mannschafts-Kolumne


Die Kolumne des Teams " Film & Fußball"

Freitag, 06. Juli 2012, 13:09
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Nachlesen

von  Dieter_Rotmund


Xaviers Vermächtnis

von  Didi.Costaire

Bei fünf der vergangenen großen Turniere hat die DFB-Auswahl Titelhoffnungen geweckt, die sie letztendlich nicht einlösen konnte. In den entscheidenden Endspielen bzw. Halbfinals gegen Brasilien, Italien und Spanien unterlag sie jeweils deutlich und verdient.

2002 war der Fall etwas anders gelagert als bei den Welt- und Europameisterschaften seit 2006. Die noch von Rudi Völler trainierte und nicht sonderlich spielstarke Truppe hatte viel Glück mit den Gegnern und kickte gleich im Auftaktmatch gegen den einzig legitimen Sparringspartner von Barfuß Jerusalem, den Vereinigten Arabischen Emiraten. Nach einem klaren und Mut machenden 8:0 reichten ein dürftiges 1:1 gegen Irland und ein 2:0 im Vergleich mit Kamerun, um die Gruppenphase als Sieger zu beenden. Auch im Achtel-, Viertel- und Halbfinale folgten mit Paraguay, den USA und Südkorea Kontrahenten, die nicht zu den Schwergewichten im internationalen Fußball zu zählen sind. Man siegte jeweils mit 1:0, bevor man im Finale erstmals auf echte Könner in Gestalt von Brasilien traf und verlor.

Nach einer verkorksten EM im Jahr 2004 machte sich Fußball-Deutschland vor der Weltmeisterschaft 2006 unter der sportlichen Leitung von Jürgen Klinsmann und Jogi Löw mit neuem Schwung und einer offensiven Ausrichtung daran, wieder nach einem Titel zu greifen, etwa zur gleichen Zeit, als Xavier Naidoo seinen Titel „Dieser Weg (wird kein leichter sein)“ auf den Markt brachte. Nach vier Pleiten in den entscheidenden bzw. vorentscheidenden Partien, die hoffnungsvollen Ansätzen folgten, habe ich allmählich den Eindruck, der Weg wäre das Ziel.

Ich und die Tastatur

von  Nimbus

Ab und an darf ich mal eine Kolumne schreiben, für Film und Fernsehen. Ich bin stolz drauf, auch, wenn ich es aus Eigenverschulden nicht mehr persönlich dabei bin, immer noch dabei zu sein, eben als Gast.
Man fragte mich, ob ich mitwirken wollte, bei einem Gemeinschaftsprojekt, jeder sagt was zu dem Thema, ein Aphorismus würde reichen. Ich grinste, und dachte, ich nur ein Aphorismus, wann gelingt mir das denn mal .

Doch über was sollte ich schreiben? Über den Hass auf Fußball, weil es mir zuviel um Kommerz dabei geht?
Was für einen Einfluss hat denn der Film, seit dem es TV gibt, auf den Zuschauer. Dabei ist der Film als solches ja eher noch so was, was man anbeten sollte, nicht jeden, aber den ein oder anderen. Der Fernseher ist für mich der Vorläufer von PC etc. Als ich klein war, behauptete ich irgendwann mal, irgendwann käme im Fernseher von morgens bis abends ein Programm, nur mit Zeichentrick. Das ich so sehr an der Wahrheit lag, wahr mir viel, aber nicht Recht, im Nachhinein. Mal einen guten Film zu sehen, so etwas, wie „Der Tod steht ihr gut“, um, was zu lachen zu haben, oder was historisches, wie "Schindlers Liste", um ein wenig Geschichte zu erfassen und mal die Tränendrüse zu betätigen, dagegen habe ich nichts. Aber wenn der Fernseher zum Leben wird, und sich Menschen die Uhr nach stellen, wann „Gute Zeiten, Schlechte Zeiten“ laufen und ohne dem zu glauben nicht mehr leben zu können, beängstigt mich es doch sehr! Manchmal meine ich, TV, als auch Medien im Allgemeinen sind eine Zurückentwicklung des Menschens. Er hält sich dennoch für so clever…. Zwangsläufig denke ich an den "Rasenmäher Mann", von Stephen King. Vielleicht ist der Film nicht der Beste, doch ich denke, er ist verkannt worden, denn uminterpretiert sagt er, wohin sich der Mensch hinentwickelt.

Lebt er nur noch in einer Matrix? Ich hoffe nicht, denn ich entwerfe sie selber, die Matrix, oder mein Leben, und rieche lieber die Luft, eines frisch gemähtes Rasens, als mir Gut oder schlecht im Dämlackniveau anzusehen…. TV Du kannst schön… und entlockst dass, was Mensch sein auch ausmacht… Oberflächlichkeit und den Verlust zur Realität der Dinge….

Eine bleierne Zeit

von  Dieter_Rotmund

Der Fußball, besser gesagt der Fernseh-Fußball erwies sich wieder nicht als König, sondern als Imperator. Die Uefa setzte uns, der wir über ARD&ZDF Hunderte Millionen gezahlt haben, geschönte und manipulierte Bilder vor. Das Erschreckende daran ist aber nicht deren Skrupellosigkeit, sondern dass es Fußball-Deutschland egal ist. Die zuständigen TV-Redaktionen brachten als Gegenpol Waldmar Hartmann auf. Das ist traurig, ein Armutszeugnis deutschen Fernsehjournalismus.
Was ist während der Europameisterschaft der Fußball-Nationalmannschaften der Herren, und so muss man sie zu Beginn jedes halbwegs seriösen Textes nennen, nicht einfach nur ein tumbes "EM", sonst noch passiert?
Til Schweiger gab der Jubiläums-Bildzeitung ein Interview, in dem überhaupt nicht um das Thema Film ging. Das ist bezeichnend, Schweiger ist dort angekommen, wo Boris Becker schon lange ist: In der Blabla-Boulevard-Belanglosigkeit.
Viele duckten sich unter dem Gleichmacher Fußball-EM weg und vermieden eigene Ideen- und Veranstaltungsangebote wie der Teufel das Weihwasser. Leider, wie ich an dieser Stelle schon einmal ausführlich geschildert habe, auch das Kino. Am Sonntag sah ich Ed Gass-Donnellys Small Town Murder Songs, eines der wenigen cineastischen Highlights dieser Tage. Freuen kann man sich vielleicht auf Cronenbergs Cosmopolis? Ich hoffe es. Fußball raus aus unseren Kinos!

Kommentare zu diesem Teamkolumnenbeitrag


 Didi.Costaire (05.07.12)
Dieter, dein doppeldeutiger Obertitel "Nachlesen" gefällt mir ganz ausgezeichnet. Und Heike fasst sich ja diesmal angenehm kurz.

Was zwischen Blätterwald und bayrischem Waldi geschah, entsprach den Erwartungen.
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