Die Legenden jener Geschichten

Novelle zum Thema Fantasie

von  Magnificentea

Inhaltsbeschreibung:


In einer Welt von mächtigen, fast götterähnlichen Wesen, soll durch seine adelige Abstammung bekräftigt Aramoto Kakumo bestehen, um eine Welt von den mächtigen Wesen der Finsternis zu befreien. Diesen Auftrag gab ihm sein Bruder Kishimoto Kakumo kurz vor seinem unerklärlichen Verschwinden. Zugleich überreichte er ihm sein Erbe in der Gestalt einer kristallenen Halskette, die ungeahnte Fähigkeiten hat, wenn man vor ihr einen geheimen Spruch laut ausspricht. Diesen Spruch kennt aber nur ein himmlischer Engel, um dessen Hilfe Aramoto flehen muss. Aramoto verliert in der Folge seiner Abenteuer seine Familie und seine Heimat Marlovina. Als er in dem Begriffe steht, den himmlischen Engel um Beistand zu bitten, begegnet er schicksalshaft einer jungen Frau, die vorgibt, zu wissen wo sich dieser himmlischer Engel befindet, den Aramoto um Beistand bitten soll. Beide brechen nun gemeinsam auf, um Aramatos Auftrag auszuführen. Aramato erlebt, wie er in dem Nachkommen seines ihm von seinem Bruder Kishimoto Kakumo erteilten Auftrages ein anderer wird, so dass er erkennt, dass die Liebe zweier Menschen größer ist, als die Errettung der Welt.


Kapitel 1: Prolog



An jenem Tag, an dem die Erde für mich stehen geblieben schien, begab ich mich, durstig nach Antworten, auf die Reise. Ich bin zweiundzwanzig Jahre alt und mein Name lautet Aramoto Kakumo. Ich glaubte nicht daran, dass meine ungetrübte Vergangenheit vor dem schlimmen Ereignis jemals diese trostlose Gegenwart einholen würde. Alles nahm man mir, meine Heimat, meine Freunde und meine Familie. Ich wanderte trauernd, hoffnungslos und kraftlos durch die Yongbi Wüste. 


Die Sonne war stechend heiß und ließ meine in Schweiß gebadete Haut erstrahlen. Ich bekam das Bedürfnis nicht mehr weiter zu wandern und einfach umzufallen. Diesem Empfinden konnte und wollte ich einfach nicht nachgeben, denn das hätte meinen Tod nur mit offenen Armen empfangen. Egal wie nagend die Schritte waren, die ich mit qualvoller Strapaze machte, so zwang ich mich selber mit der Hoffnungsflamme, die noch immer in mir weilte aber jedoch zu erloschen drohte, immer weiter voran.


Ich bin nun seit einem knappen Monat unterwegs, gegessen hatte ich während dieser Zeit sehr bedingt und die paar Tropfen Wasser, die ich an ein, bis zwei alten Kakteenstämmen abzapfen konnte, vermochten mir meinen Durst leider auch nicht zu stillen. Irgendwann überquerte ich, inmitten dieser trostlosen und gottverdammten Einöde, einen Dünenkamm. Ich hielt an und blickte vom Ozean aus Staub und Sand hinauf in den wolkenlosen Subtropenhimmel, von dem die Mittagssonne gnadenlos auf mich herabbrannte.


Meine Hand, die ununterbrochen zitterte, bewegte sich meinen Kragen hinauf, wo sich meine Halskette befand und riss sie gewaltsam mit einem lukullischen Verlangen ab. Langsam beäugte ich die Halskette, welche ich von meinem Bruder vor seinem unerklärlichen Verschwinden bekommen hatte. Mangelndes Selbstwertgefühl und ein Hauch von Hoffnungslosigkeit herrschte in mir.


''Wieso bloß hast du mir dieses verfluchte Ding gegeben, sag es mir Bruder! Warum bist du ohne ein Wort zu sagen fortgegangen? Warum bist du nicht hier?!'', pfiff ich psychisch gebrochen, verwirrt und erzürnt aus meiner physischen Hülle in die Welt hinaus.


Bitterlich enttäuscht, schweißgebadet und mit einem halb gebrochenen Lebenswillen setzte ich meine vor kurzem angehaltene Reise keuchend fort. Geflüster und Klagemelodien der Ruhe suchenden Seelen plagten mich die ganze Reise über. Die Umgebung um mich herum verzerrte sich so stark, dass mein Gehirn viel zu überfordert war, Impulswellen an die müden Muskeln durch die Nervenstränge zu senden, weshalb ich gezwungen war zu taumeln und wie ein bezwungener Krieger auf die Knie zu fallen. 


Man konnte mein Herztrommeln bereits durch die Hitzeschwingungen in der brennend heißen Luft, die durch die Einöde in allen Richtungen vorbeizog, bemerkbar wahrnehmen. Zu erkennen waren nichts außer noch mehr Dünen und einem öden Horizont, welcher vermutlich noch viel mehr Dünen hinter sich verbarg. Solch eine Ansicht könnte jedem Überlebenskünstler, in der Weite des graubraunen und unendlichen Nirwana, jegliche Motivation zum Überleben mit bloßen Händen zerschmettern.


Plötzlich jedoch kamen mir wie aus dem Nichts zwei mir bekannte Stimmen zu Ohren. Ich schreckte auf und suchte nach der einen Quelle, die mir vermutlich meinen verschollenen Lebenswillen wiedergeben würde. Ständig musste ich mir das Klagen dieser unsichtbaren Persönlichkeiten anhören, die hauptsächlich aus Beschuldigungen und purem Hassgerede bestanden.


''Du bist ein Mörder! Du hast uns sterben lassen!'', warfen mir diese Stimmen mit einem brüskierten Unterton vor. Immer wieder spielten sich in meinem Kopf diese lästigen Beschuldigungen ab. Jedoch suchte ich weiterhin die Spur nach der Quelle der Stimmen, die sich für mich so familiär anhörten. Das Gefilde um mich herum veränderte sich weiterhin und so langsam begann ich auf der Krone der nächstgelegenen Sanddüne, nun sehr schwach zwei Figuren in meinem Blickfeld zu erkennen. Strapaziös, hektisch und schon fast panisch rannte ich mit meinem extrem geschwächten Körper den Berg aus Massen von Sandkörnern hoch, um meinen Verdacht, um wen es sich handeln könnte, zu festigen. 


Als ich ankam glaubte ich meinen eigenen Augen nicht, rannte auf die beiden Personen wie ein Berserker zu und umarmte sie schuldig sowie entschuldigend. Ich hatte meine ''Familie'' endlich wieder und brach deshalb wie ein gebrochener Damm in Tränen aus und entschuldigte mich so oft wie ich nur konnte. ''Es tut mir so leid... Verzeiht mir... Bitte verzeiht mir...'', schluchzte ich von Tränen überwältigt vor mich hin. Plötzlich ertönte ein leises Flüstern, welches für mich langsam aber sicher immer unerträglicher und zum lauten Gejohle wurde.


Ich erschrak daraufhin und sah die beiden Personen an. Deren Mimik, welches immer mehr an Empathie verlor, mehr Apathie gewann und immer düsterer sowie finsterer wurde, glichen einer schon längst verstorbenen Persönlichkeit und hatten nichts Menschliches mehr an sich. ''Du hast uns auf dem Gewissen! Du bist ein elender Mörder, krepier!!'', warfen mir diese lebenden Untoten in einer permanenten Endlosschleife rücksichtslos vor. Ich konnte beobachten, wie sich ihre Gesichter nach Innen stülpten und nur Leere sowie beängstigende Schwärze in ihren ehemaligen Gesichtern zu erkennen war. Anschließend flankierten mich diese Stimmen, sodass sie mich geistig zerfraßen und ich merkte, wie sich der Wahnsinn in mir ausbreitete. 


''Nein, nein! Bitte nicht! Tut mir das nicht an!'', schrie ich verzweifelt nach Unschuld und Flucht suchend. In vollkommener Panik und dem Wahnsinn verfallen, versuchte ich meine Hände kräftig in meine Ohren zu stopfen und meine Augen zu versiegeln. Zu gehorchen jedoch vermochte mir kein Körperteil und der Wahnsinn beschlagnahmte nun völlig meine Psyche. Das Gefühl endlich wieder eine Familie zu haben, endlich wieder vollkommen zu sein, schwand. Nun drehte ich vollkommen durch und die Figuren begannen dahin zu schmelzen. Das Gefilde fing an unvorstellbar düster und trostlos zu werden und ich begann schrille Leidensschreie von mir zu geben. Nach einigen Sekunden Wehklagen fiel ich, des Verstandes entnommen, auf den heißen Sandboden und wurde ohnmächtig.





Kapitel 2: Der hohe Rat, gefallene Götter?




Ich erwachte. Der Ort an dem ich mich nun befand war dunkel und fühlte sich deutlich kälter an als sonst. Es roch nach altem verbranntem Holz und der Boden auf dem ich verpflegt verlegt worden war, war eine alte zerzauste Matratze. Ein weiterer Gestank kam mir auf, ein sehr in der Nase stechender Gestank. Es war der Gestank des Dunges, das anscheinend hauptsächlich als Baumaterial für diese kleine aber ausreichende Hütte genutzt und mit Dattelpalmenblättern als Dach abgedeckt wurde.


Wer oder was mich gerettet hat, war mir zu diesem Zeitpunkt egal, ich war dankbar und erleichtert, dass sich mein Tod doch noch verzögern konnte, denn ich hatte mein Ziel noch lange nicht erreicht. ''Vielen Dank, wer ihr auch sein mögt! Ihr habt mich vor dem sicheren Tod bewahrt!'', rief ich aus der Gedankenwelt wieder in die Realität gedriftet durch die Hütte. Gähnende Stille entgegnete man mir schließlich als Antwort. Derjenige, der mich gerettet hat, befand sich nicht in der Hütte.


Bevor ich auch nur auf die kleine verrostete Kanne, die mit Wasser gefüllt war, greifen und mich darin verlieren konnte, weil mein Durst über mich dominierte und ich zu dehydrieren schien, öffnete sich die kleine hölzerne Tür, die sich wenige Meter rechts neben mir befand. Zu sehen war eine vergraute alte Persönlichkeit, die halbnackt bekleidet war. Vermutlich hatte sie meinen Ruf von gerade eben gehört und eilte sofort zu mir. Der ganze Körper dieses alten Mannes war übersät mit Narben und kleinen Wunden, die mit einer kleinen Dreckschicht bedeckt waren. Ein Wunder, das dieser Mensch so alt werden konnte, geschweige denn mühe los auf den Beinen, ohne irgendwelche Signale für Strapaze, stehen konnte. 


''Trink so viel du auch nur möchtest, fühle dich hier willkommen!'', sprach der alte Mann mit einer vertraulichen und gut gelaunten Stimme. ''Und wenn du mit dem Trinken fertig bist, kannst du ja mit zu mir nach draußen kommen, da gibt’s etwas Nahrung für dich. Nenn' mich einfach alter Mann, denn ich habe keinen Namen'', warf er mir mit einer sehr freundlichen Stimme zu und behandelte mich wie einen alten vergessenen Freund. Ich hatte keine Zeit mich verwirrter zu fühlen als das ich es die Monate über schon getan hätte. Ich tat einfach das was der alte Mann mir sagte und trank zuerst die Kanne mit extrem kaltem Wasser leer. Lebendig fühlte ich mich, ich vergaß wie kostbar und essentiell Wasser für das Leben sein konnte. 


Wieder aus meinen Träumereien und dem Genießen des Wassers aufgewacht, stellte ich die Kanne an ihren ehemaligen Platz zurück und schlängelte mich durch die Dunghütte und öffnete die hölzerne Tür. Was ich erblicken konnte war die Nacht, die die Wüste verschlang, deutlich weniger Dünen als zuvor und ein Feuer, das der alte Mann gelegt hatte um Skorpione und Schlangen zu braten, die er vermutlich während meiner Ohnmacht erjagt haben musste. Ich fragte mich wieweit dieser alte Mann mich transportierte und wie dieser alte Mann das mit seinem Zustand schaffte, er wirkte für mich sehr zerbrechlich und alles andere als kräftig. 


''Wie haben sie mich hier hin transportiert und wie weit?'', fragte ich diesen alten Mann für Antworten beschuldigend aus. ''Das spielt keine Rolle, iss doch erst mal was, du musst richtig Hunger haben, hier der Skorpion ist gar. Weißt du, gekocht schmecken diese Viecher viel besser'', lachte er mich erneut gut gelaunt an und reichte mir den gebratenen Skorpion in die Hand. ''Der hohe Rat war in deiner Heimat und hat alles und jeden auf dem Gewissen, nicht wahr?'', fügte der alte Mann mir mit einer bemitleidenden Stimmlage zu, während ich den durchgegarten Skorpion in kleinen Bissen aß. Später realisiert blieb mir das Essen im Mund stecken und ich begann den alten Mann mit einer schockierten Mimik anzustarren. 


Woher wusste dieser alte Mann was mit meiner Heimat geschah? Mein Wissensdrang und somit auch mein Hass gegen diesen hohen Rat stieg in das Unermessliche. ''Der hohe Rat sagtest du? So nennen sich diese Wichser, die sich für Gott ausgeben? Diejenigen, die meine Familie kaltblütig ermordet haben? Die ein verdammtes Genozid verursacht haben? Warum?! Warum nur?! Erkläre es mir bitte! Wie kann ich diese Arschlöcher umbringen? Die müssen doch irgendein Schwachpunkt haben!!'', brüllte ich brüskiert und hasserfüllt den alten Mann an, dem ich mein Leben zu verdanken habe. Hass und Rachegefühl waren die einzigen Emotionen, die mich in jenem Zeitpunkt begleiteten.


Der alte Mann starrte mich an und begann wie auf dem Nichts keuchend und grunzend zu lachen. ''Sie haben Angst, es gibt nämlich eine Macht, die in der Lage ist diese gefallenen Götter zu töten. Das ist der Grund warum sie töten. Sie wollen einschüchtern und ihre Angst vor dieser grotesk erscheinenden Macht mit kaltblütigen Veranstaltungen verbergen'', und zeigte mir dann meine Halskette, die sich nicht mehr an meinem Hals befand. Diese gewöhnliche Halskette? Das soll eine Waffe sein von der sich diese mächtigen Kreaturen fürchten? Ich trug sie die ganze Zeit, die ganze Reise über, bei mir und wusste nicht was sie für einen Nutzen hatte?





Kapitel 3: Ein schlechtes Omen





Ich sah den alten Mann mit einem sehr ernsten Blick in die Augen. Ich wollte verdammt noch mal Antworten. Der alte Mann bemerkte, dass meine Wissensgier immer mehr an Größe gewann. ''Der hohe Rat nimmt auch einige Opfer mit in ihr selbsternanntes Gottes Hinrichtung. Diese Hinrichtungen werden global übertragen, damit jeder zu Gesicht bekommen kann, wie kaltblütig, grausam und gnadenlos der hohe Rat ist. Diese Wesen sind alles andere als empathisch und zu allen grausamen Dingen bereit'', entgegnete mir der alte Mann schließlich mit einer bebenden Betonung in seiner Stimme, die er mit einer ernsten und finsteren Mimik im Gesicht verstärkte. 


Schock und das Gefühl des Unbehagens überkamen mich. Der Gedanke, dass mein Bruder noch unter den Lebenden weilt und hingerichtet werden könnte, blieb mir wie ein eingefangener und keimender Virus in meinem Hinterkopf. ''Wann finden diese Hinrichtungen statt? Wenn das global über die ganze Welt geschieht, müsste ich doch davon etwas mitbekommen haben. Warum also weiß ich davon nichts? Konnten diese ‘‘göttlichen‘‘ Wesen meine Heimat etwa nicht erreichen? War das der Grund warum sie sich über die nun ausradierte Stadt Marlorvina vergriffen haben?'', fragte ich spottend, gefüllt mit Zorn und einer unermesslichen Neugierde. 


Ich sah, dass der alte Mann mir einen leeren Blick zuwarf und etwas angespannter wurde. Die Spannung dieser Situation stieg ins Unermessliche. Noch immer gab dieser alte Mann mir keine Antwort. Auch wenn nur 10 Sekunden Stille herrschten, sie fühlten sich an wie Jahrzehnte. ''Weil sie wussten, dass einer der Bewohner das grüne, schimmernde Merthyl Kristall, welches sich auch Gottes Macht nennt, besitzen würde. Darum haben sie sich bemüht Marlorvina von diesen öffentlichen Hinrichtungen zu verschonen. Ich habe mit angesehen wie viele Menschen, sogar Babys vor den Augen der Eltern und Angehörigen kaltblütig gefoltert und ermordet worden sind.'', antwortete der alte Mann schließlich doch mit einem tiefen seufzen. 


Ich verstand jetzt endlich warum mein Bruder mir diese Halskette gab und warum er mich aufgefordert hat zu fliehen. Er wusste, dass sie kommen würden, um diese Waffe zu finden und in Gewahrsam zu nehmen. Ich habe ihm nicht geglaubt, schließlich hat er mir vertraut, doch wofür? Ich bin schuld für die Ausrottung meiner Heimat und diese Bürde muss ich so lange mit mir schleppen, bis ich mich für alle rächen konnte. Ich sah den alten Mann an und atmete tief ein und aus ''Wie funktioniert diese Waffe? Was muss ich tun, um sie gegen den hohen Rat anzuwenden?'', wollte ich neugierig wissen, starrte den grünen Kristall meiner Halskette wie ein besessener Psychopath an und empfand das Gefühl des Blutrausches. 


Der alte Mann schüttelte den Kopf, als würde er mir jetzt sagen wollen, dass ich viel zu kindisch sei und dass ich vorschnelle Gedanken unterlassen solle. Der alte Mann griff nach einer skurrilen Art Staub, welcher sich direkt neben ihm in einer Steinschale, auf dem Sandboden befand und verstreute diesen über das ganze Feuer. Ich beäugte das Feuer, das seine Form und seine Farbe langsam veränderte und an Kontrast gewann. Es bildete sich ein Bild von einer jungen kleinen Frau, die dasselbe Kristall wie ich besaß, jedoch nutzte man das Kristall als eine Art Stein eines Ringes, die am Finger denselben grünen Merthyl Kristall, der an meiner Halskette als Zentrum hängt. Das Gesicht des jungen Fräuleins konnte das Feuer aus unbekannten Gründen nicht zeigen, andere Individuen jedoch konnte man mitsamt Gesicht erkennen. 


Diese Frau schien sich auf einem Markt zu befinden und wie es den Anschein hatte, kaufte sie Nahrung ein. Sie war der Masse was die Kleidung betrifft sehr angepasst, deswegen müsste ich nach ihrem Ring an ihrem Ringfinger suchen, wenn ich mich bald auf die Suche machen wollte. Ich sah den alten Mann nach einer Antwort verlangend an. Bevor ich auch nur meine Frage, die ich ihm stellen wollte, in meinen Gedanken vervollständigt hatte, kam mir der alte Mann zuvor. ''Du musst diesen Weg Richtung Norden nehmen. Merke dir, Osten geht die Sonne auf, Süden ist die Sonne an ihrem Höhepunkt, Westen geht die Sonne unter und im Norden ist sie nie zu sehen. So wirst du dich auf keinen Fall verlaufen. Die Stadt, wo sich die Frau befindet, nach der du suchst nennt sich Altravessa.'' 


Kaum sprach der alte Mann zu Ende, entgegnete ich ihm mit einem bestätigenden Nicken und sah mit an, wie das Feuer in sich zusammen implodierte und erlosch. Der alte Mann stand auf und ging einige Schritte an mir vorbei, wo ich ihn am Horizont sein hinteres Profil beäugen konnte. Mir schien es so, als würde er in der Ferne eine gewisse Anregung spüren und wissen, dass bald ein fürchterliches Ereignis im Gange wäre. ''Es wird Zeit. Du solltest jetzt aufbrechen, du darfst keine Zeit verlieren. Jede Sekunde, die du nun verbringst, zählt von nun an so viel wie ein Menschenleben. Ob du es nun möchtest oder nicht, du wirst derjenige sein, der diese Welt befreien oder ins völlige Verderben stürzen wird.'' 


Nachdem der alte Mann seinen Satz beendet hat, drehte er seinen Kopf zu mir um und warf mir ein Lächeln zu, welches ich schon vor Ewigkeiten in dieser Finsternis vergaß. Es war das Lächeln von Hoffnung und Überzeugung. ''Du wirst es schaffen, davon bin ich überzeugt. Du bist noch jung und sehr impulsiv. Du wirst auf deiner Reise sehr viel Erfahrung sammeln und lernen. Meine Aufgabe ist hiermit beendet.'' Bevor ich auch nur ein Wort aus meinem Mund schmeißen konnte, begann der alte Mann mitsamt seinem Lächeln zu verschwinden und sich aufzulösen. Ich verstand gar nichts mehr. Dieser Mann, der mir das Leben rettete, was oder wer war er? Ein Mensch? Ein Mensch löst sich doch nicht in Luft auf! Ein Geist? Dazu war er viel zu präsent. 


Ich soll die Welt retten? Dieser alte Mann schien sehr viel Vertrauen in mir zu haben. Wer außer mir hat denn die kleinste Möglichkeit diese Tyrannen zu stoppen? Diese Frage konnte ich mir ja selber beantworten. Ich unterbrach meine endlosen Monologe und betrachtete meine Merthyl Halskette. Ich wusste, dass meine Reise gerade erst begonnen hatte. Mit Mut und Entschlossenheit schloss ich meine Hand und formte diese, mitsamt der Halskette, in eine solide und angespannte Faust und starrte vom Ozean aus Sand und Staub, hinauf in den Horizont wo die Sonne nicht zu sehen war.





Kapitel 4: Die Stadt Altravessa




An mir vorbei wehte der kalte Wüstenwind. Mein Körper war dank dem mysteriösen alten Mann wieder bei Kräften. Das ermutigte und motivierte mich. Dieser alte Mann war kein Geist und auch keine Halluzination. Wie sonst wäre ich jetzt wieder voll bei Kräften und am Leben? Ich habe das Gefühl, dass mir der alte Mann wieder begegnen wird und darauf hoffe ich, denn ich muss noch so viel über den hohen Rat lernen. Ich ging also Richtung Norden und mit jedem Schritt konnte ich erkennen, dass die Dünen immer karger wurden. Stunden vergangen und ich merkte wieder wie strapaziös jeder Schritt war. Also legte ich an einem Kakteenstamm eine Pause ein, welches zu meinem Glück Früchte trug. 


Während ich die Früchte genüsslich verzehrte grübelte ich über alles noch einmal genauer. Wo ist mein Bruder? Lebt er noch? Was ist mit meinem Sohn und meiner Frau passiert? Dabei schaute ich nochmal meine Merthyl Halskette an, welches eine antike Waffe gegen diese Wesen, die sich das Hohe Rat nennen ist. ''Es tut mir leid kleiner Bruder, ich habe dir diese schwierige Bürde aufgesetzt. Aber nur Du kannst diese Welt befreien, gib nicht auf!'', hörte ich in meinen Gedanken. Das war eindeutig die Stimme meines Bruders. ''Kishimoto! Geht es dir gut? Wo steckst du?!'', rief ich impulsiv und besorgt in die Leere der nächtlichen Wüste. 


Keine Reaktion erfolgte auf meinen Schrei. ''Das warst doch du großer Bruder.. Ich werde mir das doch wohl nicht eingebildet haben.'', rief ich immer leiser werdend in die Wüste. Ich aß noch die letzte Frucht vom Kaktus und stützte mich erneut hoch um meine Reise nach Altravessa fortzusetzen. Mittlerweile wurde aus Nacht wieder Tag, denn die Sonne ging wieder auf. Ich erinnerte mich an das was der alte Mann mir sagte, und zwar, dass sich Altravessa im Norden, also dort wo die Sonne nicht zu sehen ist, befand. Mit energischen Schritten ging ich diesen Pfad weiter.


Keine Dünen mehr! Nur noch Kakteen und im fernen Hintergrund eine Silhouette von Gebäuden. Das muss Altravessa sein, dachte ich mir und ging immer hektischer voran. Doch plötzlich wurde mir übel und ich drehte mich um. Eine beängstigende Aura war nicht nur zu spüren, sondern auch hinter mir zu sehen. Irgendwas oder Irgendwer schien auf mich, nein auf Altravessa zuzukommen. Ich beeilte mich und rannte los in die Stadt. Kaum angekommen überwältigte mich dieser Anblick von den Menschen, die in Frieden miteinander harmonierten.


Überall waren Menschenmassen und Händler, die vor Lebensfreude vor sich hin lachten, nicht ahnend, dass etwas Schreckliches auf sie zukommt. ''He Du, diese Halskette ist ja mal ein Augenschmaus. Für wie viel darf ich sie dir abkaufen?'', fragte mich ein Händler an den Seitengassen lächelnd. ''Gar nicht, diese Halskette ist mir sehr wichtig und hat eine wichtige Aufgabe, die ich erfüllen muss wissen Sie werter Herr''. entgegnete ich ihm dann doch freundlich und lehnte seine Anfrage zum Kauf meiner Merthyl Halskette ab. Ich vergaß für einen Augenblick, dass die Stadt jeden Augenblick von dieser bedrückenden Aura eingeholt und vermutlich von irgendwas angegriffen werden würde. 


Ich überlegte einen Augenblick. Sollte hier nicht die Frau sein, die den selben Merthyl Kristall an ihrem Ring hat? Vielleicht sollte ich sie aufsuchen dachte ich mir. ''Das ist aber Schade, sag mal Du kommst doch nicht von hier oder? Ein Reisender also? Hier hast du einen heilenden Trank, nutze ihn nur dann, wenn du in Lebensgefahr bist. Das geht aufs Haus.'', lachte mich der Händler dann an und gab mir eine kleine Flasche in der sich eine bläuliche Flüssigkeit befand. ich sollte sie wohl trinken, damit sie wirkt. 


Ich bedankte mich beim Händler und schaute mich ein wenig in Altravessa um. Ich musste unbedingt diese Frau mit dem Merthyl Ring finden dachte ich mir. Ohne es zu merken holte mich diese angsteinflößende Aura auf und ich erinnerte mich schlagartig daran, dass ja Gefahr drohte. Kaum einen Muskel bewegt hörte ich eine zärtliche Stimme hinter mir. ''Sie sind hier, der hohe Rat möchte ein Example statuieren. Versteck dich!'', sagte mir diese Frau und zerrte mich an meinen Händen in eine der Seitengassen.




Kapitel 5: Razul Menderes, das wahre Monster




Wir hielten uns versteckt. Die Frau wich mir nicht von der Seite, allerdings konnte ich ihr Gesicht nicht ausmachen, da sie eine Kapuze über den Kopf trug. Lediglich ihre Haare konnte ich erkennen. Rote, schimmernde Haare.

''Hör zu, egal was jetzt gleich passiert. Du darfst dich nicht einmischen. Sie werden jemanden mit grausamer Brutalität hinrichten und das in Altravessa.'', sagte die Frau mir mit einer sehr ernsten Stimme. 


Meine Stimmung war angespannt und ich war wütend. Ich konnte doch keinen unschuldigen Menschen sterben lassen. Ich habe doch diese Halskette, ich muss sie anwenden! Meine Gedanken brachten mich beinahe wieder in den Wahnsinn, so schwerwiegend waren sie. ''Wir müssen doch irgendwas machen könnnen, du hast doch auch diesen Merthyl Kristall oder etwa nicht? Das ist eine Waffe gegen sie! Wir dürfen Niemanden sterben lassen!'', rief ich ihr brüskiert zu und nahm einen finsteren Blick an. 


Voller Impulsivität vergaß ich, dass ich doch keine Ahnung hatte wie dieses Kristall diese Monster erledigen soll. ''Wir können unsere Kristalle noch nicht anwenden, sie sind noch nicht mit dem göttlichen Licht in Verbindung gekommen. So sind sie nur gewöhnliche Steine, deswegen halte die Füße still, verstanden?'', entgegnete mir die Frau mit einer genervten Tonlage. Als sie mir das sagte verstand ich unsere Situation auf Anhieb und nickte zögernd. Kurz daraufhin ertönte ein Beben, das einer Explosion glich und nun konnte ich eine einzige Gestalt ausmachen. 


Dass das kein Mensch war, konnte selbst ein kleines Kind verstehen. Diese bedrohliche Aura, die ihn umgab, bereitete mir solche Übelkeit, dass ich mich übergeben musste. Seine Haut war gräulich und er besaß Hexen ähnliche Fingernägel. Seine Augen hatten eine blutrote Farbe. Ich hatte Angst und war gelähmt. Die Frau vor mir hielt jedoch meine Hand, um mich zu beruhigen. Eine dämonische Stimme ertönte. ''Ihr, die Bewohner Altravessas, ihr werdet nun Zeuge was mit Frevlern passiert, die den hohen Rat brüskiert haben.'', sprach das Wesen kalt und ohne irgendwelche Anzeichen von Empathie. 


Dieses Wesen hob seine Hand nur kurz in die Luft und schon erwischte es einen Menschen in der Menschenmasse. Dieses Wesen lies den Menschen mit Magie in die Luft schweben, damit auch ja jeder sehen konnte was gleich passieren würde. ''Bitte nicht, ich habe Familie, bitte vergibt mir oh Razul...'', kurz bevor dieser Mensch seinen Satz auch nur beenden konnte, wurde er zerstückelt. Blut regnete vom Himmel herab, genau dort wo noch der lebende Mensch war. 


Panik brach aus. ''Razul Menderes wird uns alle töten! Kyaaaah!'', rief eine Frau vor Panik und Angst in die Mengen. Ohne auch nur mit der Wimper zu zucken sprach Raul Menderes einen Explosionszauber auf und lies die Frau, die seinen Namen in die Menge rief explodieren. Ich konnte meine Tränen vor Wut und Trauer um diese armen Menschen nicht zurück halten. Es war einfach frustrierend für mich, dass ich nur zusehen und nichts ausrichten konnte. 


''Wer es wagt den Weg des Ketzers zu gehen und eine Revolution zu starten, wird auf der Stelle wie diese Menschen vorhin hingerichtet. Jeder der an uns glaubt und uns Hinweise bezüglich diesen Merthyl Kristallen gibt, wird reichlich belohnt.'', sagte noch die Stimme von Razul Menderes bevor er mitsamt der Aura wie aus dem Nichts wieder verschwand. ''Sammeln... Sammeln wir die Überreste dieser Menschen und vergraben sie. Sie haben eine anständige Beerdigung verdient.'', sagte ich der Frau bedrückt und trauernd. Dieser Anblick erinnerte mich an das, was in Marlorvina stattgefunden hat. Mord von dutzenden Menschen, ein ganzer Genozid. 


''Ich kann verstehen, dass dich dieser Anblick fertig gemacht hat, doch du musst jetzt stark sein. Wir müssen an einen ganz wichtigen Ort. Dieser Ort befindet sich im Süden und heißt Inazuma Wald. An diesem Ort scheint das göttliche Licht. Danach können wir endlich etwas unternehmen. Ich heiße übrigens Onaki Imazume.'', redete sie mir verständnisvoll und empathisch ein. Letztlich drehte sie sich um und zeigte ihr Gesicht. Sie war bildhübsch und hatte smaragdgrüne Augen, genau wie das Merthyl Kristall.


Ich wischte mir die Tränen weg und zerrte sie zu den Menschen, die eben tragischer Weise ermordet worden sind. ''Ich heiße Aramoto Kakumo, danke für deine tröstenden Worte, du hast Recht. Aber lass uns jetzt erstmal diese armen Menschen beerdigen.''. sagte ich ihr entschlossen und ging auf die Menschenmasse zu, die sich um die beiden Opfer versammelt haben.



Kapitel 6: Kishimoto Kakumo




Beim Anblick eine der Leichen fiel mir auf, dass es sich um den Händler von vorhin gehandelt hat. Entsetzen und Wut kamen mir letztendlich auf. ''Razul Menderes... Ich werde diese Menschen und meine Heimat rächen!'' rief ich brüskiert und voller Hass in die Menschenmenge. Alle Menschen starrten mich daraufhin verwirrt an und sahen den Merthyl Kristall an meiner Brust hängen.


Sofort wurde der Menschenmenge klar, dass ich es war, der gesucht wurde. ''Du bist ein Vollidiot!'', entgegnete Onaki mir spottend und packte mich an der Hand, um zu fliehen. Wir rannten den schmalen Weg der Seitengasse von vorhin entlang und versteckten uns in eine der Müllcontainer. ''Sucht ihn, wir müssen ihn Herrn Menderes übergeben, sonst hört dieser Wahnsinn nie auf!'', schrien die Menschen voller Angst und Verzweiflung in ihrer Stimme.


Voller Scham bedeckte ich mir mein Gesicht. Ich hätte es wissen müssen, dass man nach jemanden wie mir suchen würde. Kein Wunder, dass wir gejagt werden würden. ''Hör zu, wir müssen unsere beiden Kristalle verstecken, gib mir deine Halskette. Ich verstaue sie zusammen mit meinem Ring in meiner Tasche.'', entgegnete Onaki mir seufzend und machte mich darauf aufmerksam, dass ich auch mein Gesicht von nun an verdecken musste.


Das machte durchaus Sinn, schließlich sahen mich die Menschenmengen, so würden sie mich nur wieder erkennen. Das Schreien hörte plötzlich auf. Jeder, der nach mir gesucht hat versammelte sich an einer Bühne, die sich nicht weit weg von mir und Onaki befand. Die Bühne war recht groß und hatte einen Vorhang, der etwas bedeckte. Ich sah auf der Bühne eine merkwürdige Gestalt.


''Hallo meine Damen und Herren, ich bin der Stellvertreter des hohen Rates. Es gibt eine kleine Sache, die ich mit euch teilen möchte!'', rief er in die Menschenmenge mit einer äußerst diabolischen Stimme zu. Kurz daraufhin ließ er den Vorhang für uns alle öffnen und man konnte einen Monitor sehen, der sich Sekunden später anschaltete. ''Das wird doch nicht...'', flüsterte ich und wusste was jetzt gleich geschah.


Eine Übertragung, sie wollten eine Hinrichtung ankündigen dachte ich mir und als ich dann genauer hinsah blieb mir der Speichel im Mund stecken. Onaki erkannte sofort, dass mit mir irgendetwas nicht stimmte. Auf dem Monitor waren 10 Menschen zu sehen, darunter auch mein Bruder Kishimoto Kakumo. Die Angst, dass er Gefangen war und noch lebte bestätigte sich mir. Vor ihm stand Jemand, der vermutlich auch vom hohen Rat ist, Aber es war nicht Razul, der vor ihm stand. Dieses Wesen drehte sich zu uns in die Richtung der Kamera und grinste dämonisch.


''Aramoto Kakumo... dein Bruder und diese 9 anderen Menschen werden einen qualvollen Tod sterben, wenn Du nicht innerhalb von 10 Tagen im Rat der Götter erscheinst. Jeder Tag, der verstreicht, kostet dich ein Menschenleben!'', rief er lachend und stellte sich vor meinem Bruder, der an einem Pfahl befestigt war und schlitzte mit seinen Hexennägeln eine seiner Augen auf.


Voller Schmerz schrie mein Bruder ''Komm nicht!-'', bevor er seinen Satz beenden konnte, brach die Übertragung ab. Meine Wut konnte ich nicht in Worte fassen und schlug feste gegen den Boden. Sie hatten mich erzürnt. ''Sie wissen von mir Bescheid und sie wissen wie sie mich wütend machen können, ich gehe-'' , bevor ich meinen Satz beenden konnte verpasste mir Onaki eine Ohrfeige. ''Du weißt ganz genau, dass das jetzt nichts bringt. Du stürzt dich nur in den Tod, wenn du dahin gehst!'', sagte sie mitfühlend und verließ den Müllcontainer.


Sie hatte wohl recht dachte ich mir. Wie hieß noch gleich dieser Ort? Inazuma Wald? Dieser Ort befand sich doch im Süden, wie Onaki mir kurz vor dem Vorfall mit den beiden zerstückelten Menschen erzählte. Eine Sache wollte mir jedoch noch immer nicht aus dem Kopf. Wie waren sie in der Lage von der Bindung zwischen mir und meinem Bruder zu erfahren? ''Wir müssen jetzt los Aramoto, jede Minute zählt.'', entgegnete sie mir mit einem sehr ernsten Ton, da sie merkte, dass ich gerade wieder in Gedanken versunken war.


Sie hatte Recht, in wenigen Stunden würden diese abscheulichen Wesen schon den nächsten Menschen töten. Dass es mein Bruder sein könnte machte mir noch mehr sorgen. Auch ich verließ den Müllcontainer und zusammen verließen wir die Seitengasse. Die Gesichter verdeckten wir vor der Menschenmenge, die sich um diesen Monitor und dem Stellvertreter sammelten. Ich hörte wie Jeder nur über mich sprach und wie feige ich doch sein konnte mich nicht blicken zu lassen.


''Mein Vater ist dort gefangen! Zeig dich Aramoto Kakumo!'', schrie ein Mädchen weinend und trauernd. Ich konnte sehen wie der Stellvertreter des hohen Rates in unsere Richtung starrte. Allerdings konnte er wohl nicht ausmachen wer wir waren, also wandte sich sein Blick wieder von uns ab. ''Lass dich bitte nicht provozieren, ich verstehe dich sehr gut Aromoto. Gerade deswegen müssen wir jetzt weiter und zum Inazuma Wald.'', entgegnete sie mir, bevor ich impulsiv werden konnte und zerrte mich raus aus der Stadt, wieder zurück in die Wüste.


Beim Verlassen Altravessas musste ich ständig an die beiden Opfer denken, die Razul mit Grausamkeit ermordete. Auch die Menschen, dessen Familie nun als Geisel missbraucht wurden taten mir leid. Ich wusste allerdings, dass sie meinen Bruder nicht so schnell töten würden, da er Informationen über mich hatte und ich mir sicher war, dass er schweigen würde.



Kapitel 7: Die Stadt in Ruinen



Aus Altravessa entkommen befanden wir uns nun in der Goji Wüste. Diese Wüste war bekannt für Gefahren, also müssten wir aufpassen wo wir hintreten. Diese Wüste hatte kaum Dünen, aber dafür gewaltige Sandstürme und Staubteufeln. Ich konnte mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass ein Wald wie der Inazuma Wald in dieser Wüste existieren konnte. Schließlich war alles um uns herum nur gelb und von Staub bedeckt.

''Aramoto, woher hast du eigentlich diese Halskette mit dem Merthyl Kristall?'', fragte mich Onaki neugierig. Ich sah ihr entsetzt in die Augen und ballte eine Faust zusammen. ''Weißt du, vor einigen Monaten wurde meine Heimat vom hohen Rat kaltblütig abgeschlachtet. Meine Frau und mein Sohn starben vor meinen eigenen Augen in meinen Armen. Mein Bruder gab mir damals diese Halskette und forderte mich auf zu fliehen. Ich habe ihm kein Glauben geschenkt und bin mit meiner Familie in meiner Heimat geblieben, nicht ahnend, dass so etwas Schreckliches passieren würde.'', entgegnete ich ihr mit einer tiefen Trauer in meiner Stimme und wandte mein Blick zum staubigen Boden.

Ich litt noch immer unter diesem Vorfall und war traumatisiert. Die Bilder in meinem Kopf spielten sich wie in einer Vision immer wieder in einer wiederholenden Endlosschleife ab. Vor Schmerz und Kummer hielt ich erneut an und fiel mit den Knien zu Boden. Diese Erinnerungen peinigten mich bis ins kleinste Äderchen. Die Vorstellung wie meine Familie und die Menschen in meiner Heimat leidend sterben mussten, ließen mir einen kalten Schauer über den Rücken fallen und ich fing an zu zittern.

Stimmungsschwankungen von Wut, bis Trauer herrschten in mir. Onaki schaute mich bemitleidenswert an und zeigte Mitgefühl, indem sie mir an die Schulter griff und mir in die verweinten Augen starrte. ''Es tut mir leid, dass ich danach gefragt habe. Ich habe ähnliches erlebt. Mein Vater und meine Mutter weilen auch nicht mehr unter uns.'', sagte sie mit einer kühlen und leicht trauernden Stimme.

Auch sie erlebte ein Genozid und verlor ihre Angehörigen in einem Blutbad. Ich schämte mich, dass ich nur an mich dachte und gar nicht bemerkte, dass auch ihr etwas Schreckliches widerfuhr. Onaki aber munterte mich auf und war äußerst erwachsen mit ihrer Verhaltensweise. Sie nahm mir das nicht übel und reichte mir die Hand, damit ich aufstehen konnte. Ich sagte nichts weiteres mehr und stand schweigend auf, bloß ein Nicken warf ich ihr zu. Wir setzten unsere Reise zum Inazuma Wald fort.

Auf dem Weg hielten wir doch zwischendurch mal an Kakteenstämmen an, um uns mit Wasser zu versorgen. Schließlich brannte die Mittagssonne gnadenlos auf uns herab und sorgte für eine langsame Dehydrierung. Stunden lang wanderten wir diesen Pfad des Südens. Zu meinem Glück hatte Onaki einen Kompass, so konnten wir nicht vom Weg abkommen. Ein kalter Wind wehte plötzlich in dieser Hitze an uns vorbei.

''Ein Sandsturm bahnt sich an, wir müssen Schutz suchen!'', rief Onaki sofort die Situation verstehend. Kaum einige Schritte gemacht, waren wir schon vom Sandsturm umgeben. Die Winde waren kalt und stark. Wir verdeckten beide unsere Münder und Augen, da die Sandkörner mit hoher Geschwindigkeit flogen und einen abschürfenden Effekt verursachten, der an jedem unserer Körperteilen spürbar war. Nicht weit von uns konnten wir einen Berg mit einer kleinen Höhle auffinden. Strapaziös durch den Sandsturm stürmten wir in Richtung dieses Berges, um uns in der Höhle zu verschanzen.

''Dieser Sturm ist kein gewöhnlicher Sandsturm, er dauert Stunden lang an.'', entgegnete sie mir hustend und erschöpft. Sie saß sich hin und nahm ihre Kapuze nun ab, zusammen mit ihrer Mundbedeckung. Nun konnte ich vollkommen sehen wie sie aussieht. Eine wahre Schönheit dachte ich mir innerlich und vergaß dabei mich auch in der Höhle hinzusetzen. Dabei fiel mir ja auf, dass ich von dem verstorbenen Händler diesen Heiltrank erhielt und zeigte die Flasche Onaki.

''Dieser Trank hat eine sofortige heilende Wirkung, wir sollten sparsam damit umgehen und ihn nur dann einsetzen, wenn einer von uns lebensbedrohlich verletzt ist.'', entgegnete ich ihr, während sie sich zusammenkauerte. Der Sandsturm war so kalt, dass selbst die Höhle in der wir uns befanden darunter betroffen war. Ohne nachzudenken kuschelte ich mich an sie an, damit weder sie noch ich frieren würden. Schließlich mussten wir Stunden lang in dieser Kälte ausharren und das hätte ganz sicher nur eine Unterkühlung bedeutet. Ja, das war schon sehr merkwürdig. Ein Sandsturm, welches sich wie ein Schneesturm anfühlte. So etwas war mir neu, aber in dieser Welt in der wir uns befinden wohl nicht unmöglich.


Kapitel 8: Des Teufels Namen würdig


Onaki war wegen des Kuschelns ein wenig verlegen und schaute bockig wie ein kleines Mädchen auf den sandigen Boden der Höhle. Wir konnten das schreckliche Heulen der Winde des Sandsturmes hören. Der Sandsturm nahm rapide zu, wir hatten Glück, dass wir auf Anhieb eine Höhle wie diese fanden.

''Schau mal, hier an der Höhlenwand ist etwas merkwürdiges geschrieben. ,,Sie, diese Wesen, sie sind keine Götter. Sie sind die Teufel in Person!'' Hier war wohl auch Jemand.'' sagte Onaki und tippte mir auf die Schulter. Die Art und Weise wie die Schrift geschrieben war, erinnerte mich an den alten Mann, der mir vor wenigen Tagen das Leben rettete. Ob das sein Werk war? Wollte er uns damit irgendetwas mitteilen?

Ich blickte Onaki mit einem Nicken an und wendete mein Gesicht wachend Richtung Höhleneingang. Mittlerweile wurde aus Tag Nacht und die Kälte des Sandsturms kombinierte sich mit der Kälte, die sich Nachts in der Wüste bildete. Zu unserem Glück befanden sich viele Äste und Steine in der Höhle. Ich sammelte sie und rieb mit zwei Ästen so stark ich konnte, um Glut herzustellen. Geschafft, nach 30 Minuten abmühen konnte ich ein Feuer für uns legen und wir konnten uns damit aufwärmen. Wir mussten die Nacht in der Höhle verbringen. Völlig erschöpft legten wir uns Schlafen.

Onaki schlief sofort ein, ich jedoch konnte nicht einschlafen. Ich grübelte über das was in Altravessa passiert ist. Über die arme Frau und den Händler, der so voller Lebensfreude war und mir den Heiltrank schenkte. Auch, dass mein Bruder sterben konnte und dass heute ein Mensch ermordet wird, machte mich geistig fertig. Diese Wesen, die sich selber als Gott ansahen, waren nichts weiter als Monster und Mörder.

''Nein, bitte nicht.. Töten sie mich nicht!'', hörte ich wie eine verzweifelnde Stimme nach mir rief. Ich befand mich plötzlich nicht mehr in der Höhle, sondern an einem dunklen Raum mit einem Fenster. Ich ging auf das Fenster zögernd zu, da ich nicht genau wusste was hier vor sich ging. Aus dem Fenster heraus blickend erkannte ich den Ort, der auf dem Monitor zu sehen war. 10 Pfähle waren zu sehen und um die Pfähle herum war eine Audienz an Menschen und dieses Wesen vom hohen Rat. ''Bitte vergeben Sie mir, ich werde ihnen auch auf Ewig dienen!'' schrie einer der Menschen, die auf einen der Pfählen befestigt war. Angst und Terror konnte man deutlich aus seinem Gesicht entnehmen.

Dieser Mann hatte Todesangst und war dabei hingerichtet zu werden. Ich rammte das Fenster in dem dunklen Raum, mit dem einzigen Wunsch diesen Menschen zu retten, doch das Fenster zerbrach nicht. Plötzlich entfachte ein Feuer um die Audienz und den 10 Menschen, die an den Pfählen befestigt sind. Keine der Menschen hatte einen Kopf mehr. Alle waren geköpft und drehten sich plötzlich zu mir und zeigten mit dem Finger auf mich.

''Wieso hast du nichts unternommen Aramoto? Wieso hast du uns jämmerlich sterben lassen?'' warfen mir diese kopflosen Leichen vor. Ich hielt meinen Kopf mit meiner Hand und kauerte zusammen nach Flucht suchend schrie ich ''Nein! Ich habe euch nicht aufgegeben! Ich bin kein Mörder!'', warf ich psychisch gebrochen in den dunklen Raum. Das Fenster verschwand und der Boden unter mir löste sich auf, sodass ich anfing zu fallen. Ich schrie vor Angst so laut, dass es mich aus dem Albtraum zerrte und ich wieder in der Höhle war. Ich sah mich kurz um und stellte fest, dass Onaki noch schlief.

Ich konnte seit meinem Albtraum kein Auge mehr zudrücken und blieb für den Rest der Nacht wach, wachend über das Feuer welches ich lag und über Onaki. Ich hörte wie Onaki im Schlaf redete. ''Vater.. Mutter..'' Sie hatte wohl auch einen Albtraum, denn sie weinte. Was bloß musste sie erleben? Sie tat mir leid, also kuschelte ich mich doch noch an sie, selbst wenn ich nicht mehr weiter schlafen konnte. ''Bitte vergibt mir, ich bin einfach weggelaufen'' murmelte sie vor sich hin. Man konnte ein Schluchzen hören, sie weinte vor Trauer und Schmerz. Wie der Sachverhalt wohl war? Warum lief so eine selbstbewusste Frau wie Onaki weg?

Da steckte sicher mehr dahinter. Meine Gedanken kreisten sich immer mehr um sie, je länger wir miteinander etwas zu tun hatten. Ich wollte sie besser verstehen, aber nicht aushorchen. Deswegen nahm ich meine Hände und verdeckte meine Ohren. Sie würde mir schon von selbst sagen, was ihr widerfahren ist. Ich sollte nicht so schamlos hinhorchen dachte ich mir und drehte mich um und schloss meine Augen, um erneut einen Versuch zu starten um einzuschlafen.

 

Kapitel 9: Der Inazuma Wald


Ein Sonnenstrahl machte seinen Weg in die Höhle. Der Sandsturm hatte sich gelegt und ein ganzer Tag war vorbei. Onaki und ich wachten gleichzeitig auf und streckten uns. Ich erinnerte mich an die vergangene Nacht an dem wir beide einen Albtraum gehabt haben.

''Sag mal Onaki, du hast im Schlaf geredet. War es deine Familie?'', fragte ich sie vorsichtig und neugierig. Sie musste daraufhin seufzen und lehnte sich auf um zu sitzen. ''Es war bloß ein Albtraum. Ich träume jede Nacht davon wie ich meine Familie im Stich ließ weißt du?'', sagte sie trauernd und weinte.

Reflexartig umarmte ich sie mitfühlend und verständnisvoll, da wir eine ähnliche Vergangenheit miteinander teilten. Ich stand daraufhin auf und gab ihr meine Hand, damit sie das auch tun konnte. Wir verließen ohne weitere Worte zu fällen die Höhle in der wir uns befanden und waren schockiert.

Aus wenigen Sanddünen wurden dutzende, so viel Sand hat der Sandsturm mit sich gebracht. Vermutlich aus der Yongbi Wüste, die ich zuvor überqueren musste, um nach Altravessa zu kommen. Jetzt ist die Landschaft eine einzige Einöde und die Sonne steht an ihrem Höhepunkt und knallt gnadenlos auf uns herab.

Ein Gefühl des Unbehagens überkam mich, ich erinnerte mich an die Worte dieses Wesens des hohen Rates. Ein Mensch wurde während ich geschlafen habe hingerichtet. Wenn ich doch nur etwas unternommen hätte .. Es werden auch noch viel mehr sterben dachte ich mir, wenn ich jetzt weiterhin so viel Zeit verschwende. ''Onaki, wir müssen weiter. Nutz deinen Kompass, wir dürfen nicht vom Weg abkommen.'', entgegnete ich ihr mit einem ernsten Blick. Sie verstand auf Anhieb, dass es mir hierbei um die 10 Geisel ging und dass eines davon sein Leben ließ.

Ohne weitere Umwege machten wir uns in dieser furchtbaren Einöde auf den Weg zum Inazuma Wald, dort wo das göttliche Licht schien und auf mich ein Engelswesen warten würde. Stunden vergangen und die Umgebung nahm mit der Zeit an Dünen ab. So langsam wurde der Boden immer grüner und die Luft feuchter. Unsere Strapaze lohnte sich, wir kamen an den Tropen an. Nicht weit weg von uns im Horizont konnten wir riesige Regenwaldbäume erkennen.

''Das muss der Inazuma Wald sein, wir sind da. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob dieser Wald vollkommen ungefährlich ist, halte also die Augen offen Aramoto.'', rief sie mir von hinten zu, da ich etwas beschleunigter wanderte als sie es tat. Sie hatte Recht, wir leben in einer Welt voller Monster und Magie, es war nicht unwahrscheinlich, dass etwas auf uns treffen konnte und das mit einer Tötungsabsicht.

Nach einigen Minuten gehen kamen wir dann letztendlich im sogenannten Inazuma Wald an. Dieser Wald strotzte nur so von Magie und Pflanzen, die sich bewegten und lebendig waren. ''Hier irgendwo wird der Schrein des Gottes sein, wir müssen ihn finden und unsere Merthyl Kristalle zu ihm bringen. Der Legende nach wird ein Engelswesen erscheinen und uns testen. Wenn wir versagen, könnte das den Tod bedeuten.'' entgegnete Onaki mir besorgt und schaute aufmerksam auf die Pflanzen um uns herum, die einen Pfad für uns öffneten.

Wir sollten dann wohl diesen Pfad folgen, da ein anderer von den Pflanzen blockiert wird. Als würde man schon bereits auf uns warten und uns empfangen wollen. Den Pfad folgend bemerkte ich ganz viele blutrote Blumen, die entweder geschlossen oder geöffnet waren. Wenn sie geöffnet waren machten sie merkwürdige Geräusche, die wie ein verzweifeltes Schreien klangen. ''Du hast diese Blumen wohl bemerkt oder? Wenn sie geöffnet sind heißt es in der Legende, dass die Menschenseele, die vom hohen Rat genommen wurde in dieser Blume verweilt.'' , entgegnete sie mir mit einer ernsten und bebenden Betonung in der Stimme.

Selbst die Toten finden also keine Ruhe? Ich fand diesen Gedanken sehr traurig und schockierend. Um uns herum waren Hunderte, nein Tausende solcher geöffneten Blumen. Sie alle wurden vom hohen Rat bereits kaltblütig und grausam ermordet. ''Aramoto.. Aramoto'', sagten zwei der Pflanzen. Ich war mir zu 100 Prozent sicher, es waren die Stimme meiner verstorbenen Frau und meines Sohnes.. Ich brach wie ein gebrochener Damm in Tränen aus und lief auf die beiden Pflanzen zu und entschuldigte mich abermals
.

Onaki verstand sofort um wen es sich hierbei handeln musste und leistete mir Beistand. Ich nahm die beiden Pflanzen und pflückte sie, um sie dann kurz danach zu zerstören. Ich wollte nicht, dass meine arme Familie noch immer in dieser Welt gefangen blieb. Ich war davon überzeugt, dass es das Richtige war und stand entschlossen auf. ''Ihr seid also endlich hier, wie schön. Kommt doch her meine Kinder.'', ertönte eine engelsgleiche Stimme und mitsamt der Stimme auch ein weißes Licht.



Kapitel 10: Göttliches Licht



Eine zierliche junge Frau in weißer Kleidung trat zum Vorschein. Ihre Haare hatten ebenfalls eine weiße Farbe. Das war also das Engelswesen von der ich nur in den Büchern gelesen habe. Sie hatte eine sehr angenehme und beruhigende Stimme. ''Ich habe sehr lange darauf gewartet, dass ihr in diesem Wald erscheinen würdet.'', sagte das Engelswesen in einer ruhigen Tonlage. Das grelle Licht um das Wesen herum nahm an Stärke ab und verschwand nun vollkommen.


Ihre Finger richtete das Wesen auf mich und Onaki. ''Kommt mit ihr Beiden, die Kristalle müssen bevor wir den Spruch aufsagen ins göttliche Licht gehalten werden.'', sagte sie und fing an loszugehen. Wir zögerten nicht lange, sahen uns gegenseitig an und nickten entschlossen. Wir folgten dem Engelswesen, der den Pfad der Pflanzen für uns frei machte. Wenige Meter vor uns war ein Schrein zu sehen, dessen Boden aus antikem Stein gefertigt war. Angekommen bat das Engelswesen uns, unsere Merthyl Kristall Gegenstände aus der Tasche zu holen.


Ohne das zu hinterfragen machten wir schließlich was das Wesen von uns verlangte. Onaki und ich sollten nun die Gegenstände aufrüsten und anziehen. Als das vollbracht war, bat uns das Wesen auf den merkwürdigen Steinboden mit antikem Muster zu treten und darauf zu stehen. Zunächst passierte nichts und wir dachten, dass dass mit unseren Merthyl Kristallen irgendetwas nicht stimmte. 10 Sekunden vergingen, dann 20 und dann 30. Bevor ich vor Ungeduld und Impulsivität etwas sagen konnte, fingen beide Kristalle plötzlich an zu reagieren und zu leuchten.


Sie vibrierten und zogen sich magisch gegenseitig an, als existierte irgendeine Anziehungskraft um die beiden Kristalle herum. Dann wie aus dem Nichts scheinte ein Strahl, heller als 1000 Sonnen auf uns herab und traf die beiden Kristalle. Das Engelswesen fing an uns Anweisungen zu geben und den Spruch vorzusagen. ''Oh Gott der Menschen, verleih uns deine Macht, denen die wahrlich an deine Kraft glauben. Verleih uns einen Teil deiner Kraft und lass uns mit dir vereinen!'', sprach das Engelswesen und wir sprachen ihr nach.


Nachdem wir den Satz zu Ende gesprochen haben, hörte dieses schon fast Blindheit verursachende Licht auf. Der Ring und die Halskette wollten sich auch nicht mehr gegenseitig anziehen. War es nun vollbracht? Konnten wir nun den hohen Rat bekämpfen dachte ich vertieft innerlich, bis das Wesen wieder zu uns sprach. ''Die Kristalle sind nun ein Teil von euch, benutzen könnt nur ihr diese Kristalle. Die Kraft, die ihr erlangt habt gleicht der höchsten Macht der Mächte.


Allerdings müsst ihr lernen sie kontrolliert einzusetzen. Bleibt einige Tage hier im Inazuma Wald und kämpft gegen Bestien, um die Kraft die ihr von nun an verfügt zu bendigen.'' sagte das Engelswesen uns belehrend und warnend. Am liebsten würde ich jetzt schon los ziehen und den hohen Rat konfrontieren, aber das hätte bloß meinen Tod bedeutet. Ich entschied mich dafür einen kühlen Kopf zu bewahren und verneigte mich zusammen mit Onaki vor dem Engelswesen dankend.


Eine Sache beruhigte mich schließlich, undzwar, dass wir nun eine Perspektive zum Sieg errungen haben. Mein Körper fühlte sich auch Dank der Fusion mit meiner Halskette nun um ein vielfacheres Stärker. Das Gleiche galt auch für Onaki. Ich probierte einen Zauberspruch aus, den ich mal in einem Buch gelesen habe. Ich probierte ihn zuvor auch schon aus, allerdings passierte nichts. Doch jetzt.. ''Oh Herr der Unterwelt, leihe mir deine alles durchtrennende und alles verbrennende Klinge... Höllenklinge!'', rief ich und in meiner Hand entstand eine gewaltige Hitze.


Ein Schwert aus blauen Flammen formte sich darin. Onaki war erstaunt und feuerte mich an. Zur Probe holte ich gegen einen der Riesenbäume zum Schlag aus. Mein eigentliches Ziel war bloß der eine Baum, allerdings zerschnitt ich dutzende und hunderte solcher Bäume, die hinter meinem Ziel standen. Das war ein mächtiger Zauber dachte ich mir, allerdings schien es auch viel Ausdauer zu verzehren. Ich konnte nur einen einzigen Schlag damit ausführen und brach kurz daraufhin keuchend zusammen. ''Huff... So einfach ists doch wohl nicht.. Onaki probier du es auch mal aus!'', rief ich ihr zu und ermutigte sie dazu auch einen Zauber einzusetzen.


''Oh Gott der Ozeane, verleih mir deine Kraft und erzeuge eine unaufhaltsame Wasserwand, die alles und jeden wegspült.. Göttliches Wasser!'', kurz nachdem sie diesen Spruch diktierte, erschien eine gewaltige Wasserwand, größer als jeder Tsunami und spülte sämtliche Bäume und Pflanzen durch den Wasserdruck, der sich daraus bildete weg. Eine dieser Bäume war bestimmt 100 Meter groß und dennoch hielt keines der Bäume, die sich im Weg des Wasserwandes befanden stand.


Allerdings brach auch Onaki kurz nach dem Spruch des Zaubers zusammen. Wir brauchten etwas Zeit, um uns an die Anstrengung und Strapazierung des Zaubers zu gewöhnen. Es existierten schließlich noch andere starke Zauber, die wir im Kampf gegen diese Wesen benötigen würden. ''Bis ihr soweit seid, könnt ihr in dieser alten verlassenen Hütte übernachten. Sie war mein Zuhause, bevor ich gestorben bin.


Sie müsste auch heute noch in gutem Zustand sein. Ich werde euch in wenigen Tagen noch einmal besuchen, um zu schauen wie weit ihr mit euren Zaubern gekommen seid.'', sagte die Stimme des Engelswesens und verschwand in einem Echo, zusammen mit ihrem Körper. Sie war also ein Geist, das hier hin und wieder über den Wald wacht. Ich würde zu gerne ihren Grab besuchen, würde sie eins haben. Von meinen Gedanken wieder in die Gegenwart gedriftet, teilte ich Onaki mit, dass wir uns jetzt ausruhen sollten und ging in die Hütte, von der das Engelswesen sprach. Onaki folgte mir daraufhin in die Hütte.


Die Hütte war mit alles möglichem ausgestattet, mit einem Bad, einer Küche und einem Schlafzimmer. Allerdings gab es nur ein Bett und wir waren zu zweit. Beschämt lagen wir uns nebeneinander, steif wie ein dicker Baumstamm und errötet wie eine Tomate. Onaki war schon recht hübsch dachte ich mir und versuchte dennoch mein Blick in die andere Richtung zu werfen, da mir das unangenehm peinlich war.





Anmerkung von Magnificentea:

Inhaltsbeschreibung:

In einer Welt von mächtigen, fast götterähnlichen Wesen, soll durch seine adelige Abstammung bekräftigt Aramoto Kakumo bestehen, um eine Welt von den mächtigen Wesen der Finsternis zu befreien. Diesen Auftrag gab ihm sein Bruder Kishimoto Kakumo kurz vor seinem unerklärlichen Verschwinden. Zugleich überreichte er ihm sein Erbe in der Gestalt einer kristallenen Halskette, die ungeahnte Fähigkeiten hat, wenn man vor ihr einen geheimen Spruch laut ausspricht. Diesen Spruch kennt aber nur ein himmlischer Engel, um dessen Hilfe Aramoto flehen muss. Aramoto verliert in der Folge seiner Abenteuer seine Familie und seine Heimat Marlovina. Als er in dem Begriffe steht, den himmlischen Engel um Beistand zu bitten, begegnet er schicksalshaft einer jungen Frau, die vorgibt, zu wissen wo sich dieser himmlischer Engel befindet, den Aramoto um Beistand bitten soll. Beide brechen nun gemeinsam auf, um Aramatos Auftrag auszuführen. Aramato erlebt, wie er in dem Nachkommen seines ihm von seinem Bruder Kishimoto Kakumo erteilten Auftrages ein anderer wird, so dass er erkennt, dass die Liebe zweier Menschen größer ist, als die Errettung der Welt.

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Kommentare zu diesem Text


 Graeculus (08.02.22, 17:18)
Unlesbar. Bitte Layout korrigieren.

 Magnificentea meinte dazu am 08.02.22 um 17:21:
Hallo, danke für die Rückmeldung! Ich bin hier neu. Wie genau ändere ich das Layout um, sodass es lesbar wird?

Antwort geändert am 08.02.2022 um 17:22 Uhr

 Graeculus antwortete darauf am 08.02.22 um 17:26:
Es ist mir noch nicht passiert, daher weiß ich das nicht. Du kannst im Forum den Webmaster danach fragen ... oder etwas warten, bis (hoffentlich) ein anderer es Dir erklärt.

 Magnificentea schrieb daraufhin am 08.02.22 um 17:27:
Jetzt müsste es lesbarer sein, ich hab bisschen rumgespielt. :)

 Graeculus äußerte darauf am 08.02.22 um 17:29:
Kann ich bestätigen. Jetzt ist es in Ordnung.

 Palimpsest ergänzte dazu am 08.02.22 um 18:32:
Ja, ich finde als Versuchs-Autor eigener Texte sieht die Sache ziemlich misslungen aus. Ich finde, ohne dir zu nahe treten zu wollen, verehrte/r Magnificentea (hat dieser Name eine eigene Bedeutung? Etwa Magnifizenz + thea = Göttin?) dass ein Leser/Leserin von dem wirklichen Lesen deines Textes, der ja sehr tiefgründig sein kann, schon allein dadurch abgehalten wird, dass er wie ein schier unüberwindlicher Felsbrocken vor einem steht. Vielleicht versuchst du einmal, den gesamten Text in kleinere Einheiten zu gliedern, damit er lesefreundlicher wirkt.

Omen schreibt man übrigens ohne H.

Antwort geändert am 08.02.2022 um 18:33 Uhr

 Magnificentea meinte dazu am 08.02.22 um 19:17:
Danke für die Rückmeldung! Ich habe ein Paar Absätze hinzugefügt. Ist es so jetzt besser? Allerdings wirkt das immer noch block artig.. Mein Name basiert eigentlich auf Magnificente und Tea (Also ohne H). Ich mag den Tee sehr gerne und deswegen auch Magnificentea. Ist sozusagen ein kleines Wortspiel. :) Danke auch nochmal, ich habe gar nicht bemerkt, dass ich Omen mit h geschrieben habe.

Antwort geändert am 08.02.2022 um 19:19 Uhr

 Palimpsest meinte dazu am 09.02.22 um 08:55:
In Ordnung. Ich kenne mich eigentlich auch noch nicht so genau in der neuen digitalen Welt aus, wie manche Profis hier, die das schon Jahre lang betreiben. Aber meine hier neu gewonnenen Erfahrungen sagen mir, dass ein Text, der über eine Monitor-Länge hinausreicht, nur sehr schwer aufzunehmen und zu verarbeiten ist. Das ist bei einem Buch anders, da kann man hin- und herblättern, das kann man mit dem Monitor nicht. Das ist eigentlich schade, denn das Potenzial, das dein Text möglicherweise birgt und das in ihm möglicherweise versteckt ist, kann so nicht geborgen werden. Vielleicht solltest du bei einem derartig langen Text eine kurze Inhaltsbeschreibung voranstellen.

LG Rescriptus

 Magnificentea meinte dazu am 09.02.22 um 09:19:
Gibt es hier eine Funktion, um solche Inhaltsbeschreibungen zu erstellen? Oder muss ich diese manuell machen? Wenn nicht versuch ich mich mal an eine Inhaltsbeschreibung, damit es leichter zu verstehen es worum es eigentlich geht! :)

 Dieter_Rotmund (09.02.22, 09:35)
Herzlich willkommen auf kV.

Was ist ein "Famile"? Meinst du "Faksimile"?

 Magnificentea meinte dazu am 09.02.22 um 09:39:
Hallo Dieter, danke vielmals für die Willkommenheißung!
Ich habe da einen Tippfehler gehabt. Gemeint war ''Familie''. :D

 Palimpsest meinte dazu am 09.02.22 um 11:58:
Das klingt schon toll.

Wie wärs, wenn du an folgender Geschichte dein Schreibtalent prüfst:

In einer Welt von mächtigen, fast götterähnlichen Wesen, soll durch seine adelige Abstammung bekräftigt Aramoto Kakumo bestehen, um eine Welt von den mächtigen Wesen der Finsternis zu befreien. Diesen Auftrag gab ihm sein Bruder Dardann-Yad kurz vor seinem Tode. Zugleich überreichte er ihm sein Erbe in der Gestalt einer kristallenen Kugel, die hellseherische Fähigkeiten hat, wenn man vor ihr einen geheimen Spruch laut ausspricht. Diesen Spruch kennt aber nur ein himmlischer Engel, um dessen Hilfe Aramoto flehen muss. Aramoto verliert in der Folge seiner Abenteuer seine Familie und seine Heimat Marlovina. Als er in dem Begriffe steht, den himmlischen Engel um Beistand zu bitten, begegnet er schicksalshaft einer jungen Frau, die vorgibt, dieser himmlischer Engel zu sein, den Aramoto um Beistand bitten soll. Beide brechen nun gemeinsam auf, um Aramatos Auftrag auszuführen. Aramato erlebt, wie er in dem Nachkommen seines ihm von seinem Bruder Dardann-Yad erteilten Auftrages ein anderer wird, so dass er erkennt, dass die Liebe zweier Menschen größer ist, als die Errettung der Welt.

 Magnificentea meinte dazu am 09.02.22 um 12:47:
Also ich muss schon sagen, du selber hast auch echt viel Talent. Ich gucke mir etwas von deiner Version ab, passe sie aber noch etwas an, weil ein paar Sachen in der Geschichte anders verlaufen. Ich hätte aber nie gedacht, dass du es hinbekommst meine Kurzbescheibung so zu perfektionieren. Danke sehr!

 Palimpsest meinte dazu am 09.02.22 um 14:09:
Das war ein Vorschlag, den man ausführen kann, längst noch nicht die Perfektion, die es im Leben nicht gibt. Der Autor sollte bestrebt sein, die Geschichte, die er erzählt, so spannend wie möglich zu gestalten. Dass zum Beispiel die junge Frau der Engel ist, der um Beistand gebeten wird, und der sich im Laufe der Geschichte als bezwingende Macht der Liebe, die zwei Menschen auf Gedeih und Verderb zusammenschweißen kann, erweist, müsste ja sehr ausführlich erzählt werden. Dann wird es aber eine sehr lange Geschichte, die man vielleicht auf Papier schreiben sollte, damit doch so etwas wie ein Buch daraus werden kann. Ich wünsche dir jedenfalls viel Erfolg.

LG Rescriptus

Antwort geändert am 09.02.2022 um 14:10 Uhr

 Magnificentea meinte dazu am 09.02.22 um 18:13:
Deine Erzählweise sagt mir schon, dass du einiges an Erfahrung in Sachen Geschichten formulieren hast. Meinen Respekt jedenfalls! Da kann ich nur vor Neid glotzen. :D
Wie findest du die bisherigen Kapitel von der Handlung her? Zu langweilig? Oder fesselt dich die Geschichte? Ein Buch würde ich schon gerne verfassen, nur wie mache ich das? Also wie schaffe ich es, dass das was ich bis jetzt geschrieben habe auch zum Buch wird?

 Dieter_Rotmund meinte dazu am 09.02.22 um 18:23:
Oje, lieber nicht...  :(

 Magnificentea meinte dazu am 09.02.22 um 18:28:
Inwiefern lieber nicht? Gefällt dir meine Story nicht? Was kann ich denn besser machen? Würde mich auf deine Kritik freuen! :)

 Dieter_Rotmund meinte dazu am 09.02.22 um 19:06:
Sorry.

 Graeculus meinte dazu am 11.02.22 um 00:47:
Dieter_Rotmund ist nicht gerade unser Preisträger für höfliche und aufbauende Kritik. (In dieser Hitparade stehe ich übrigens vielleicht drei oder vier Plätze über ihm, aber weiß Gott nicht an der Spitze.)

keinVerlag ist m.E. kein besonders gut geeigneter Platz für Texte, die in Richtung Roman gehen. Das mag mehrere Gründe haben; bei mir persönlich liegt es daran, daß ich lange Texte lieber in Buchform als am Computer lese.
Es gibt allerdings die technische Möglichkeit hier, lange Texte als Mehrteiler vorzustellen: alle paar Tage ein Kapitel etwa.
Das erleichtert das Lesen und vergößert die Chance auf eine positive Resonanz etwas.

Wenn Du tatsächlich an einen Roman in Buchform denkst, solltest Du den Text sprachlich überarbeiten oder auf ein gutes Lektorat achten.
Sätze wie dieser

Sie war also ein Geist, das hier hin und wieder über den Wald wacht.
tun weh. Und davon gibt es einige - so viele, daß wohl niemand sich die Mühe machen wird, Dich in einer privaten Anmerkung auf alle hinweisen zu wollen.

 Dieter_Rotmund meinte dazu am 11.02.22 um 09:33:
Zu manchen Texten kann man einfach keine aufbauende Kritik schreiben. Tut man es dennoch, gilt man als unhöflich - als könne man Texte beleidigen.

 Dieter_Rotmund meinte dazu am 11.02.22 um 17:30:


Antwort geändert am 11.02.2022 um 17:30 Uhr

 Verlo (11.02.22, 20:42)
Graeculus:

Und davon gibt es einige - so viele, daß wohl niemand sich die Mühe machen wird, Dich in einer privaten Anmerkung auf alle hinweisen zu wollen.

Muß man auch nicht, weil sich die gleichen "Fehler" wiederholen.

Für mich ist eher die Frage entscheidend, ob dem Autor sein Text gefällt.

Falls ja, dann ist alles in Ordnung. 

Falls nein, muß er so lange korrigieren, bis sein Text so ist, daß er ihn lieber liest als alle anderen. 

Für mich ist der Text wie der Name seines Autors. Beide passen gut zusammen.

Also, Magnificentea, schreib deinen Roman zu Ende und laß ihn drucken.

 Verlo (12.02.22, 00:13)
Ich bin nun seit einem knappen Monat unterwegs, gegessen hatte ich während dieser Zeit sehr bedingt und die paar Tropfen Wasser, die ich an ein, bis zwei alten Kakteenstämmen abzapfen konnte, vermochten mir meinen Durst leider auch nicht zu stillen.

Ich wollte nur mal kurz etwas gucken, war dann aber stundenlang im Herbst in den Bergen unterwegs, ohne Essen, Trinken, Telefon, Geld. 

Daß ich nichts zu essen mitgenommen hatte, war kein Problem, weil mein Körper auf Fettverbrennung umgeschaltet hatte.

Daß ich nichts trinken konnte, obwohl ich seit Stunden schwitzte, ließ mich mich aus Pfützen trinken, damit ich es nach Hause schaffe.

 Verlo (12.02.22, 00:23)
An jenem Tag, an dem die Erde für mich stehen geblieben schien, begab ich mich, ... auf die Reise. Ich bin zweiundzwanzig Jahre ... Ich glaubte nicht daran, dass meine ungetrübte Vergangenheit vor dem schlimmen Ereignis jemals diese trostlose Gegenwart einholen würde. Alles nahm man mir, meine Heimat, meine Freunde und meine Familie. 

Mit 23 war ich Staatsfeind der DDR. Meine Kollegen haben sich von mir abgewendet. Meine Eltern wollte nichts mehr mit mir zu tun haben. 

Die Erde schien mir allerdings nicht stehen zu bleiben. 

Vielleicht teilst du dem Leser mit, was Aramoto so empfinden läßt.

 Verlo (12.02.22, 21:04)
Magnificentea, weiß du, daß dein Text bereits 52.000 Zeichen oder 8.300 Wörter hat?

Wie oft hast du deinen Text laut vorgelesen?

Was ist dir dabei aufgefallen?

Verrätst du uns deine Vorbilder? (Wenn man mit dem Schreiben beginnt, ist es gut, wenn man seinem Vorbild nacheifert.)

Inhaltsbeschreibung:

In einer Welt von mächtigen, fast götterähnlichen Wesen, soll durch seine adelige Abstammung bekräftigt Aramoto Kakumo bestehen, um eine Welt von den mächtigen Wesen der Finsternis zu befreien.
"In einer Welt soll eine Welt befreit werden." – Also ist eine Welt in einer anderen? Oder sind zwei Welten nebeneinander?

Meine Hand, die ununterbrochen zitterte, bewegte sich meinen Kragen hinauf, wo sich meine Halskette befand und riss sie gewaltsam mit einem lukullischen Verlangen ab. Langsam beäugte ich die Halskette, welche ich von meinem Bruder vor seinem unerklärlichen Verschwinden bekommen hatte. Mangelndes Selbstwertgefühl und ein Hauch von Hoffnungslosigkeit herrschte in mir.
Warum zitterte deine Hand?

"Mein Hand bewegte sich ..." – hat die bereits ein Eigenleben?

"lukullisches Verlangen" – will Aramoto die Halskette essen?

"ein Hauch von Hoffnungslosigkeit" – ich wäre nach diesen Erlebnissen bereits total verzweifelt.

Schreibst du, um dich in eine Welt hinwegzuträumen? Dann immerzu.

Falls du Lesern etwas mitteilen, sie an deinen Text binden möchtest, hast du noch viel Arbeit.

Es wird dir nicht helfen, wenn jemand den Text verbessert, denn dann ist es nicht mehr dein Text.

Für mich sieht es so aus, als wenn du irgendwas runterschreibst, aber keine Beziehung dazu hast, keine Gefühle dich bewegen, es nicht einmal eine Rolle spielt, ob du 100 oder 1.000 Seiten schreibt, so lange du immer weiter schreibst, so wie man in der Schule aus dem Fenster sieht, irgendwohin, und darauf wartet, daß die Stunde endlich vorbei ist.

Warum schreibst du nicht über etwas, wo du dich auskennst? 

Dabei kann ja trotzdem etwas Erfundenes enthalten sein. 

Du bist 22. Da wird doch schon etwas in deinem Leben passiert sein, was deine Freunde noch nicht erlebt haben, daß auch die meist Älteren hier interessieren könnte ...

Das ist Voraussetzung zum Schreiben: man hat etwas zu erzählen, was andere so interessant finden, daß sie sich Zeit für dich und deinen Text nehmen.

Ich überlege, ob ich von meiner Zeit als Räuberhauptmann berichte: ich war nicht älter als neun Jahre, aber Chef einer Diebesbande, die das Kaufhaus der Stadt erleichterte, und ich wurde nie überführt: selbst daß ich beteiligt war, konnte nicht nachgewiesen werden, dabei war ich der Räuberhauptmann und hatte mir alles ausgedacht und die mehrmaligen, erfolgreichen Streifzüge organisiert.

 Dieter_Rotmund (28.02.22, 12:48)
Übrigens: Fettdruck UND unterstrichen UND kursiv gesetzt, das ist kein guter Stil.
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