Falshöft

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von  Quoth


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Das Meer, graublauer Stahl, unsichtbar seine Quelle,
der Horizont, gerad, wie mit Lineal gezogen,
darüber baut sich auf ein weißer Wolkenturm,
ganz unten grauer Sand, von Fußspuren gezeichnet.

Im Sand die schwarzen Krusten, wahrscheinlich toter Tang,
ein Segel winzig klein in weiter Wasserwüste,
für sie, die es regiert, bin ich wohl unsichtbar,
das ist nicht neu für mich, geseh’n hat sie mich nie.

Und über allem baut sich auf ein Wolkenturm,
ihr Name Schall und Rauch, in Slangenburg kremiert,
das Segel, winzig klein, kreuzt klug dem Wind entgegen,
ein erster Blitz schießt aus dem weißen Wolkenturm.

Gewalt kann nicht erschüttern das Horizontlineal,
die Menschen sind gefloh’n, die einst hier Ball gespielt,
nur sie, die mich nie sah, hält weiter eisern Kurs
auf jenen Punkt, an dem sich Parallelen schneiden.



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Kommentare zu diesem Text


 Dieter Wal (01.03.22, 20:13)
Wundervoll.

 AlmaMarieSchneider (05.03.22, 10:57)
Ich bin darin regelrecht ertrunken. Ein wundervolles Gedicht, da schließe ich mich an. Der letzte Vers hat es mir besonders angetan.

Herzlich grüßt
Alma Marie

 Lluviagata (06.03.22, 07:58)
Guten Morgen, Quoth,

lange bin ich um dieses Gedicht geschlichen, ist es doch ein Leuchtturm-Meer-Gedicht, doch so voller Rätsel, die ich nicht zu lösen vermag. Sie - sind es die Vernunft, die Gewalt, nach denen sich dieses kleine Segel richtet? Deshalb lasse ich mich einfach nur von der Kraft und Schönheit dieses Gedichtes gefangen nehmen. Das reicht mir. 

Liebe Grüße
Llu ♥
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