Ich hab ihn immer gesucht.
Diesen dicken, freundlichen Kerl, der viel redet und noch mehr fühlt. Der manchmal Quatsch erzählt, sich in seinen eigenen Geschichten verliert, abschweift, übertreibt, Blödsinn erzählt, aber es immer verdammt nochmal ehrlich meint.
Den Typen, der über die Scheiße des Lebens lacht, als hätte er nichts zu verlieren, und trotzdem mit Herz dabei ist. Einer, der nicht cool ist, nie war, nie sein wird. Der einfach nur er ist, und das ist ihm genug.
Ich dachte, ich finde ihn irgendwann.
An einer Bushaltestelle, wie er einem Fremden erklärt, warum der Tag besser wird, wenn man die ersten drei Minuten nach dem Aufstehen nicht nachdenkt. In einem Waschsalon, wo er seiner Nachbarin eine wilde Theorie zum Besten gibt, warum Socken immer verschwinden, wenn du sie in die Waschmaschine wirfst – Bis sich beide kaputt lachen. Ein Typ, der die Dinge nimmt, wie sie sind, aber trotzdem nie die Klappe hält.
Aber er war nirgends.
Nicht in den Straßen, nicht in den Cafés, nicht in anderen Leuten.
Dann hab ich’s kapiert: Der Typ bin ich.
Ich spüre ihn, wenn ich über irgendeinen Unsinn rede und mich in meinen eigenen Worten verheddere. Ich spüre ihn, wenn ich ein bisschen zu laut von irgendwas spreche, was niemand hören will, weil ich Gefühl habe, dass es irgendwie wichtig ist. Ich spüre ihn, wenn ich über die dummen Dinge rede, die mich aufregen – und trotzdem darüber lache. Ich spüre ihn, wenn ich urteile, obwohl ich nicht will. Wenn ich fluche, obwohl es keinen Grund gibt. Wenn ich lache, weil alles so verdammt absurd ist.
Er ist da. Merkwürdig, unperfekt und noch lange nicht da, wo er sein könnte.
Und weißt du was? Er ist außerdem sehr liebenswert.