du rennst voraus
über den nassen strand
dort wo die wellen
ihre weißen ränder
in den sand schreiben
und gleich wieder verwischen
ich hinterher
mit salz auf den lippen
und einer muschel im schuh
die du selbstverständlich
für einen glücksbringer hältst
der wind zupft an deiner jacke
die gischt spritzt bis an die knie
und irgendwo draußen
schaukelt ein kutter
auf den dunklen wellen
wir bleiben kurz stehen
weil das meer heute
so blau ist
dass man fast hineinfallen möchte
dann findet sich
zwischen unseren füßen
ein stück treibholz
und du erklärst mir
dass es aussieht
wie ein ziemlich schlecht gelaunter wal
ich widerspreche
natürlich
wir lachen
eine möwe klaut dir beinahe
dein brötchen
und plötzlich ist es wieder da:
dieses kindliche
unvernünftige
herrliche glück
wir springen über die pfützen
rennen den brechenden wellen davon
sammeln drei gleiche steine
und behaupten
sie seien selten
der leuchtturm dreht sein licht
über den abend
die bojen klingeln draußen
und der horizont
zieht langsam seine blaue Decke
über das wasser
und dann jagen wir möwen hinterher
barfuß
mit nassen hosen
und viel zu großen lachen
bis wir beide
keinen schritt mehr können
und liegen bleiben
mit dem kopf im sand
und dem meer im ohr
und du sagst:
morgen wieder?
als gäbe es überhaupt
eine andere antwort.