Männerfantasien

Betrachtung

von  Juli

 

Der frische junge Mann, der die Frau beglücken kann,

träumt von einer schönen Maid, Jugend ist die beste Zeit,

eine Holde zu gewinnen, sie zu ehren, zu verklären.

 

In der Mitte seiner Zeit, ist es dann nochmal soweit,

zweiter Frühling, Hafer sticht, ein halten gibt’s für den Willi da nicht,

er muss wieder eine junge sein eigen nennen, lichterloh für sie brennen.

 

Und schon kommt die Herbsteszeit, der Willi steht nicht mehr bereit,

für alles was der Mann begehrt, sauer sind unerreichbare Trauben,

er nennt sie jetzt Vettel, Schlampe, will ihr gar das Leben rauben,

will sie schlachten, kann die Frau nur noch verachten.

 




Anmerkung von Juli:

*Willi steht für... ihr wisst schon.

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Kommentare zu diesem Text


 Augustus (23.09.26, 10:48)
Oh je, diese oberflächlichen Männer, die die Qualität einer Frau an der Anzahl von Falten im Gesicht bestimmen, sollte eine Frau dringend meiden.

 Juli meinte dazu am 23.09.26 um 10:50:
Diese Frauen, die die Qualität der Männer ...

**gg

 niemand antwortete darauf am 23.09.26 um 11:25:
Die Falten der Alten
die lassen ihn kalt -
sein Leben gestalten
das möchte er halt,
doch eine Tugend
[ein Vorzug der Jugend]
entschwindet ihm bald.

Er ist halt zu reif
[auch Fallobst muss sein]
doch Viagra hält steif
und llindert die Pein.     8-)

 Juli schrieb daraufhin am 23.09.26 um 12:09:
Träume oder Alpträume, das ist die Frage.

 harzgebirgler (23.09.26, 12:29)
:) :)
es steh'n auch mulatten
mit augen am stiel
halt mehr auf fregatten
für liebendes spiel.  :D :D

 S4SCH4 (23.09.26, 13:16)
Die Gegensätze, dieser, in lyrische Formen gegossenen, Betrachtung, sind äußerst eklatant.

Steht zu Beginn noch das männliche Träumen von „einer schönen Maid“, um sie „zu ehren“, beschimpft der Mann die „unerreichbaren Trauben“ (in der Herbsteszeit) und möchte sie gar „schlachten“.

Doch ist es alles so einfach? Beschränkt sich die Allgewalt der Liebe eines Mannes auf die bestehende Libido, kommt gar der Hass beim Abhandenkommen der Potenz (Herbteszeit, der Willi steht nicht mehr bereit), auch aufgrund der Unerreichbarkeit so derbe zum Tragen?

Das ist spannend, ich vermute hinter dem ganzen eine wohlgestricktes Liebes- und Hasslügennetzwerk, das durch das gesamte Leben eines Mannes durchgewoben ist, von der Jugend bis zum Alter, mit viel aufgestautem Leid usw. Nicht selten lebt ein Mann gegen seine (biologische) Rhythmik und wartet und verspricht und betet und bettelt lange Zeit, anstatt sich zu ´nehmen was Willi braucht´, oder zu ´lügen, auf Teufel komm raus´ oder zu ´balzen´. 

Sicherlich ist die Sicht der Text extrem und schwarzweiß, aber er trifft mir einen Punkt, der nicht oft, derart klar herausgestellt wird. Es ist natürlich eine Gratwanderung, derartiges „Liebeswerk“ so offen zu reduzieren und zu sezieren, zumal es keinen Gegenpart (Frau) gibt.

Ich finde den Text so erstmal mutig, individuell und unbedarft. Ein klein wenig aufrührerisch und ein wenig zu spärlich für das Thema, wobei es aber sicherlich im Sinne der Verfasserin ist, eine Diskussion aufleben zu lassen.
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