BlackHört

Un-Erhörtes aus der Musikwelt


Eine Kolumne von  BLACKHEART

Montag, 17. Juni 2013, 23:56
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Casselfornia Love

Am vergangenen Freitag begann der Hessentag in Kassel. Das jährliche Landesfest lockt nicht nur Millionen Besucher an, es hinterläst auch oftmals Millionen Schulden bei den ausrichtenden Gemeinden.
Einen nicht geringen Anteil daran haben auch die Bands und Künstler, die während dieser anderthalb Wochen auftreten. In diesem Jahr sind/waren es u.a. DIE TOTEN HOSEN, DIE ÄRZTE, HELENE FISCHER, PHILIPP POISEL, PETER MAFFAY oder MANFRED MANN'S EARTH BAND. Letztgenannte konnte man sich sogar für lau anschauen.

Aber die Überschrift lässt es schon erahnen, dass ich mich heute nicht mit dem Hessentag selbst befassen will, sondern mit der Stadt, in der er stattfindet und der musikalischen Landschaft, die sich hier Casselfornia nennt.

Meines Wissens nach stammt der Begriff "Casselfornia" ursprünglich aus der Hardcore-Szene. Inzwischen wird er aber von allen musikalischen Szenen als einheitlicher Oberbegriff gebraucht, um so szeneübergreifend klarzumachen, dass man sich der Stadt und der Region zugehörig fühlt.

Aus der Hardcore-Szene stammt auch die wohl bekannteste Band, die Kassel bislang hervorgebracht hat: die inzwischen aufgelösten RYKER'S.
Deren Erbe wird heutzutage von Hard- bzw. Metalcore Bands wie DOWNTIME, GUTLOCK, BACKSTEP, VENAERA, BLESSED WITH RAGE und TODAY FOREVER (bei denen mein Tätowierer den Tieftöner bedient) würdig fortgeführt.

Auch im klassischen Metal-Bereich hat Kassel einiges zu bieten.
Allen voran die Legenden REAPER (Heavy Metal) und TOXIN (Thrash Metal), die beide schon seit den 80ern existieren, auch wenn sie sich zwischenzeitlich mal aufgelöst hatten.
Weitere nennenswerte Bands aus diesem musikalischen Feld sind u.a. MY COLD EMBRACE (Death Metal), MEZMERIZED (Progressive Power Metal), PAROXYSM (Grindcore), FURIOUS ANGER (Viking Death Metal) und MORTAL TERROR (Thrash Metal).
Auch die Melodic Death Metaler BURDEN OF GRIEF werden zur Casselfornia Szene gerechnet, obwohl sie aus Warburg (Westfalen) kommen.

In Sachen HipHop ist Kassel nicht wirklich großartig mit Acts vertreten, die nationale oder gar internationale Bekanntheit erlangen konnten. Einzig Freestyle-König MC RENE und DJ MEMBRAIN stechen hier aus einem Underground hervor, der fest in der Hand von Leuten wie MASTER AL, MAN-E-FACEZ, ENKAY, ESAY, LA OLE oder KF ist.

Was Techno angeht muss ich leider komplett passen. Wobei ich mir durchaus vorstellen könnte, dass der eine oder andere Resident-DJ aus einem der kasselaner Clubs (York, A7) auch gelegentlich mal anderweitig auflegt.

Ebenfalls nicht unerwähnt möchte ich die Casselfornia Cover-Bands lassen. Wenn schon die großen Bands nicht nach Kassel kommen, dann entschädigen Bands wie REFLECTOR (Heavy Metal Cover Band) oder Kassel dienstälteste Party Rock Band ROCKMACHINE die Fans der harten Töne.
Auch HIMSELF (HIM-Tribute Band) und Europas beste KISS-Tribute Band KISSIN' TIME sind in Kassel beheimatet.

Man sieht also: Es lohnt sich nicht nur während des Hessentages mal nach Kassel zu kommen.

In diesem Sinne:

Haltet die Ohren offen!

Zum Beispiel für meine TOP 5 meiner bisherigen Hessentags-Konzerte.

Platz 5: BON JOVI (2006 in Hessisch Lichtenau)
Platz 4: MANFRED MANN'S EARTH BAND (2013 in Kassel)
Platz 3: ROXETTE (2011 in Oberursel)
Platz 2: DIE ÄRZTE (2008 in Homberg (Efze))

und

Platz 1: AEROSMITH (2007 in Butzbach)

Danke fürs Reinhören.


euer BLACKHEART


Song der Woche: "Too many Puppies" von PRIMUS

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