KLICKS UND CLIQUEN

Synthesen + Analysen in der Matrix


Eine Kolumne von  Bergmann

Montag, 21. März 2011, 11:35
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Zwissn: Original und Kopie - mondenkind. Lyrik (37)

241. Kolumne


Zwissn
Sonett zum Thema Eigene Welt
von mondenkind

‪.‬
‪Zag wischu wullu nimmu tuhu?‬
‪Zag mienediene iene Walt,‬
‪zarwissl unna kage chalt,‬
‪su unden koppe muna buhu. ‬

‪Ta nimma su ma age Truma.‬
‪De Appi slaape wiminin‬
‪eh none rope Sturnulin‬
‪behaage tiene wida Buuma.‬

‪Ma zwissl issn minda Tissn‬
‪eh dussn kluppa schune Angt:‬
‪wawiena ahle du vazwissn?‬

‪Ta satu wissel winne bant:‬
Wu finni dune Finnazissn
ta watu wune hage langt.
‪.‬



Mein Versuch einer Übertragung (= Interpretation):

Zwischen

Sag, willst du's nimmer tun, mich lieben?
meine Welt und deine sind eine!
Weise meine Klage nicht zurück:
Gib mir deinen Kopf zum Kuss.

Nimm meinen eigenen Traum:
Die Äffchen schlafen wie wir ein,
und runzeln nicht die Stirn;
verhalte dich nicht wie ein starrer Baum!

Mein Zwischel ist kein Teich.
Du glaubst doch nicht an die schöne Angst,
dass wir uns verpassen?

Das sollst du wissen im Geheimen:
Wenn du deine Finessen nicht beendest,
kommst du bei mir nicht an.

7. Mai 2010




mondenkind:
Zwissn II
Asselsang - Projekt: Stilübungen nach Raymond Queneau
Roman zum Thema Transzendenz
von mondenkind.

.
Zwissn Mannan dinne Bussun
Jammamannan tossn annan,
mitte Kappa Snuure dan,
zissn uppe laare Patt.

Seene winna Garesslassa,
Fruune zimmi, Fruune zat:
Knuppa danne,
bissi dat!
.


Mein Deutungsansatz:
Ein Mann, von der herrlichen Erscheinung einer Frau stark angeregt, wirft sie im Zimmer aufs leere Bett, knöpft ihr Kleid auf, bis - da endet das Gedicht!

Ulrich Bergmann, 14.3.2011

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Kommentare zu diesem Kolumnenbeitrag


 Lala (18.03.11)
Hallo Bergmann,

das Zwissn von Modenkind fand und finde ich sehr gelungen. Auf mich wirkt es nicht albern, kindisch oder deplaziert, sondern gekonnt. Eine Übersetzung oder Deutung fand und finde ich nach wie vor albern. Erst recht, wenn sie beim Übertrag stehen bleibt und sich als Kolumne verkauft. Was soll das?

Das Zwissn von mondenkind birgt für die Tauben ein Geheimnis. Es klingt und ist ein Gewisper, ein Gewisper dem man gerne lauscht, welches man gerne verstehen würde, selbst um den Preis, dass es dann seinen Zauber verliert. Ein Gewisper, welches auch dem Dümmsten eine Ahnung gibt, dass es mehr als Null und Eins gibt.

Na klar, für die, die nicht Zwissn den Zeilen lesen müssen, die nicht mühsam sich Brocken für Brocken herausklauben müssen, für die ist es albern. Aber die würden auch nicht - schon gar nicht stolz wie Bolle - ihre vollbrachte Hausaufgabe, Dechiffrierung, ihrem Führungsoffizier übergeben. Nein, die würden zwissn den Zeilen lesen und darüber schreiben sofern sie denn, etwas zu sagen haben und nicht nur auf Zensur hoffen.

 loslosch (23.03.11)
Ich bin kein Anhänger experimentellen Schreibens. Ich mag auch keine Gedichtinterpretationen, nur meine eigenen. Ich stelle mir vor, was Tucholsky sagen würde: "... mittelhochdeutsche Gedichte wurden auswendig gelernt; niemand hatte einen Schimmer von ihrer Schönheit."

Man sollte die Vorlage vertonen. Man lege sich sodann nieder und gebe sich Melodie und Text hin. Dann gefällt es den Ulilis, Lalalas und Lolos gleichermaßen. Lo
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