Film & Fußball

Eine cineastische Mannschafts-Kolumne


Die Kolumne des Teams " Film & Fußball"

Mittwoch, 02. Januar 2013, 12:09
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007 geschüttelt oder gerührt – Manchmal will man eben Helden sehen!

von  Dieter_Rotmund


Ein Gastkolumnenlizenz für Agentin  Nimbus

Wie der Titel es schon thematisiert, gibt es diesen Bond nicht mehr. Ich glaube es war in Casino Royal, wo dieses Klischee unterbrochen wurden, wie jedes Weitere, was aber letztendlich jeden Bond ausgemacht hat! Nehmen wir mal meinen Dad, der sich nicht all Zuviel aus Filmen macht, warum sollte er auch, er macht sich seine eigenen Filme, in seinem Leben und lebt, z. B. durch sein Fliegen. Er fand James Bond immer aufregend und als Ingenieur ging er immer hin und hat überlegt, könnte das gehen, kann das funktionieren und er wurde zum Kind im Manne (Falls Du das ließt, verzeihe es mir, aber ist doch jeder irgendwie ). Er hat jedenfalls, so wie ich, James Bond geliebt. Trotz weiblicher Diskriminierungen, Frau zum Sexobjekten werden zu lassen, was ja später auch etwas ausgebügelt wurde, war jeder James-Bond-Film eben eines. Phantasie!

Autos konnten schwimmen, tauchen und schießen. (Ich war in Sinsheim, spätestens seitdem weiß ich, was Autos alles können, die sehen aber nicht so... ich sage mal sexy aus )Man war mitgerissen in einer Welt, die surreal real wirkte. Mein Vater hasst utopische Geschichten, er will regulär REAL. Bond war eben ein Mittelding, tja und mal ehrlich, wer träumt nicht von einem Paar Bondgirl Pussycats? Nein, bin keine Lesbe, dachte mal auf der Männerebene.

„Die Welt ist nicht genug“ sah ich per Zufall am Freitag und habe meinen Freund genervt! Hach, das war noch ein Bond, und überhaupt Pierce Brosnan, so aus meiner Sicht, so als Frau eben... Zum … Ähm... Nein vergessen tue ich mich hier jetzt nicht. Ich war aber schon in ihn „verknallt“ als er mit der Serie Remington Steele herauskam.

Ich hätte es mir patentieren lassen sollen, denn damals sagte ich schon, dass wäre die Optimum Besetzung für James Bond. Ich selber bin mit Roger Moore aufgewachsen, den fand ich auch nicht schlecht, nur irgendwie nicht wirklich mein Typ, und wenn die Herren der Schöpfung ihre Traumdamen präsentiert bekommen, will ich wenigstens meinen Traummann bei einem Bond sehen... (Sehr großes Problem bei Daniel Craig, der wirkt so ungehobelt).

Ach, ja, wo ich dann beim Thema wäre, dass ich die neuen Bonds echt verachte. NEIN! Die Filme sind nicht schlecht. Aber die haben nichts in der LIGA eines James Bonds zu suchen. Da ist zu viel Brutalität, zu viel Blut, vielleicht ja realistisch, aber Spinner wie ich wollen doch lieber mehr Fantasie. Mein Vater war es, der erzählte mir, er hätte den neuen Bond aufgenommen. Ich saß da, erwartungsfreudig seine Meinung zu hören, denn ich wusste es schon, er fand ihn Scheiße... Vielleicht haben wir, ja, sogar als Frau lieber Pussycats... als.. ähm ja... Casino Royal... Ich war schockiert, nicht nur ich. KEIN BOND eben mehr. Das meinte auch mein Vater.

Es war Pierce Brosnan, dem es einfiel, sich bei einer Unterwasserszene die Krawatte nachzuziehen. Das sind so kleine AHA Effekte, die einem Bond eben ausmachen. Ich weiß manchmal gar nicht, ob ich den „Bond“ kapiert habe, oder nicht. Aber das ist egal, dass ist eben Unterhaltung. Den neuen Bond habe ich direkt kapiert und war schrecklich enttäuscht. Manchmal, und gerade beim Bond, will man eben Helden sehen, uneingeschränkt und dafür muss nicht Blut bis sonst wohin fließen, wer so was sehen will, der soll sich Payback ansehen, ein genialer Film, aber arg brutal, auch mit Helden versehen. Aber ich will einen charismatischen, eben so was wie Pierce Brosnan haben. Nein, auch keinen Sean Cconnory, den fand ich erst im Alter richtig charismatisch, und ich will jetzt nichts hören von, ich hätte nen Vaterkomplex! Nein!

Also, wo ist denn unser guter James Bond hin? Die Filme der Surrealität und der Träume? Manchmal zu sexistisch, manchmal vielleicht sogar zu bunt, oder war es der Steinbeißer, der uns faszinierte. Bond ist abgedreht, abgehoben, und doch eine Ikone geworden. Er war Modemacher, manchmal auch peinlicher... so in den Teilen mit dem komischen Frotteemantel... Aber JAMES BOND war immer unterhaltsam, humorvoll, utopisch und nun? Ach, hätte man als neue Reihe aufziehen sollen... aber tja, ich bin ja nur...

ICH will James zurück, und zwar geschüttelt, nicht gerührt!

Kommentare zu diesem Teamkolumnenbeitrag


 Matthias_B (03.01.13)
Tja, die Unverwechselbarkeit aufgrund charakteristischer Merkmale von Figur und Handlung ist verlorengegangen; der "neue Bond" ist zum x-beliebigen "Actionhelden" unter vielen geworden.

In stilistischer Hinsicht erschienen eventuell (mehr) Passagen im Passivstil (z.B. der erste Satz) geeigneter. Vereinzelt könnte die Kohäsion deutlicher herausgestellt werden, z.B. durch "der soll sich "Payback" ansehen, ein[en ] geniale[n ][, ebenso mit Heldenfiguren versehenen, aber arg brutalen] Film".

Frohes Neues!

 Dieter_Rotmund (03.01.13)
Titel und ersten Satz finde ich auch sehr gut: Der Leser kann sich überlegen, ob er geschüttelt (abgeneigt) oder gerührt (angetan) ist vom "neuen" Bond. Dann stellt der erste Satz klar: Einen Bond gibt es schon lange nicht mehr...
Ich kann zu den neuen Bonds nichts sagen, ich habe seit Craigs Debüt keinen mehr gesehen. Bin aber erstaunt, dass das Konzept immer noch so gut funktioniert, dass die Kassen klingeln.
Ich bevorzuge Filme, die das Agentengeschäft als ein Dreckiges darstellen, z.B. in Tinker Tailor Soldier Spy (F/G/UK 2011) oder auch kürzlich (leider nicht 100%ig) in Argo (USA 2012).

 TrekanBelluvitsh (03.01.13)
Craigs's (ich weiß dass es nicht seiner ist, aber es gibt ja noch einen von 1963?)'Casino Roya'l habe ich im TV gesehen. Und da habe ich mich gefragt: Gibt es zwei Fassungen? Denn ich habe gelesen, der sei gut. So ein Quatsch! Der Film ist Käse! Weil es ein Bond seien soll. Und es ist kein Bond, basta! Das ist so, als ob man in einen Batmanfilm geht und dann Louis de Funes auf der Leinwand sieht. Versteht mich nicht falsch, ich liebe Louis de Funes. Aber wenn ich Louis will kaufe ich eine Dose, auf der Louis de Funes steht.

Im Kulturbetrieb allgemein gibt es die Auffassung, man müsse sich von Zeit zu Zeit 'neu erfinden'. Blödsinn! Jeder braucht seine Nische. 007 hatte seine Nische und hat sie freiwillig aufgegeben. Revolution gescheitert.

Ja, Nimbus, auch ich will meinen alten Bond zurück!

Ein Roger-Moore-als-Bond-Fan
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