Film & Fußball

Eine cineastische Mannschafts-Kolumne


Die Kolumne des Teams " Film & Fußball"

Dienstag, 21. Februar 2017, 16:35
(bisher 4.003x aufgerufen)

Rückblick: Die EURO vor 78 Jahren

von  Dieter_Rotmund


Vor 78 Jahren riefen die Deutschen für viele überraschend eine EM aus. Morgens um 5:45 Uhr. Alle waren noch in den Kabinen, viele (ver-)schliefen. Schiedsrichter fanden sich nicht. Austragungsorte fanden sich jedoch fast überall, auch damals in Osteuropa. Blitzartig gewannen die Deutschen das Eröffnungsspiel gegen Polen 11:0. Dann eine kurze Turnierpause, bevor Dänemark und Norwegen fast identisch unterlagen. Frankreich hatte sich mit einer extrem starken, aber starren Defensive gegen die Deutschen gewappnet, verlor aber dennoch. Holland und Belgien hatten keine Chance. Deutschland war dann mit seinen Kantersiegen fast schon Europameister, auch wenn Italien nur zaghaft zu EM antrat und Spanien überhaupt nicht. Übrigens auch nicht die Schweiz, dafür Österreich im Verbund mit Deutschland, das war damals ein Erfolgsmodell. Man bejudebelte die Mannschaftsfusion auf dem Wiener Heldenplatz.
Erste kleine Hoffnungen, dass die Deutschen nicht unbesiegbar waren, zeigte das Unentschieden gegen Englland, trotz sehr weiten Bombenbällen auf selbiges. Dann eröffneten die Deutschen ein langes Spiel gegen Russland, das damals noch Sowjetunion hieß. In der ersten Halbzeit spielten die Germanen furios, man glaubte den Iwan am Boden ob dieser vielen, vielen Treffer. Doch dann wollte Amerika unbedingt mitspielen und machte die EM zur WM, einfach so. Und die Deutschen mussten noch gegen Jugoslawien (gab es damals noch) und Griechenland antreten. Griechenland war kein Problem für den deutschen Angriff, kurioserweise fielen aber im Extraspiel gegen Kreta viele Spieler aus. Wennschon keine EM mehr, sondern nun WM, wollten die Deutschen nun auch gegen nordafrikanische Nationen antreten. Die hatten aber keine Lust und schickten stattdessen die Engländer wieder ins/aufs Feld. Dort die Deutschen in der ersten Halbzeit wieder blitzsiegig, dann drehte der Tommy das Spiel. Ergebnis: Deutschland verlor zusammen mit Italien diese lustige Zwischenrunde. Die kleine Mannschaft aus Malta in dieser Begegnung übrigens Zünglein an der Waage! Finnland tat zunächst so, als würde sie die deutschen Siege bejubeln, wollte sich aber nur die Sowjetunion als Gegner vom Hals halten. Mit Erfolg meisterten sie dann dieses Nordderby.
Derweil ging das Spiel gegen den Russ’ in die zweite Halbzeit. Es hatte schon so lange gedauert, dass es Winter wurde. Die Deutschen hatten zunehmend keine Ersatzspieler mehr, dafür Russland jede Menge, was den Deutschen ihr serifenreiches Kreuz brach. Der Reichstrainer zog sich ins Abseits zurück und verweigerte jede Pressekonferenz. Abpfiff für alle Begegnungen der EM war dann schlussendlich am 8. Mai, die WM ging im fernen Asien noch bis Anfang September weiter, ohne die deutsche Mannschaft. Die EM endete mit der totalen Niederlage Deutschlands, so total, dass man es erst 1955 überhaupt eine Mannschaftsbildung (im beschaulichen Andernach!) wieder zuließ. Schiedsrichter fanden sich kurz nach dem 8. Mai nun doch ein und schiedsrichteten in rückblickend in Nürnberg. Viele Platzverweise wurden ausgesprochen, einige Spieler wechselten in südamerikanische Mannschaften. Die Turniergewinner nannten sich „Siegermächte“ und kampierten dauerhaft auf Deutschlands Fußballplätzen. Das waren noch Zeiten!

Hinweis: Du kannst diesen Text leider nicht kommentieren, da der Verfasser keine Kommentare von nicht angemeldeten Nutzern erlaubt.

Kommentare zu diesem Teamkolumnenbeitrag

Graeculus (69)
(23.02.17)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.

 Jericho (23.02.17)
"Doch dann wollte Amerika unbedingt mitspielen"

Verschwörungstheorie! dazu Siegermächte in "! P....a-Alarm!

Die kleinen Fehlerchen aufzuzählen schenk ich mir mal, nix für ungut :)...
Didi.Costaire
(23.02.17)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.

 Dieter_Rotmund (24.02.17)
Handwerkliche bzw. orthografische Fehler bitte unbedingt nennen!

Ansonsten habe ich in der Tat hier und da im Sinne einer schmissigen und hoffentlich satirisch halbwegs gelungenen Darstellung die tatsächlichen Ereignisse vereinfacht wiedergegeben, mich auch nicht an die exakte chronologische Abfolge gehalten.
Zur Zeit online:
keinVerlag.de auf Facebook keinVerlag.de auf Twitter keinVerlag.de auf Instagram