Film & Fußball

Eine cineastische Mannschafts-Kolumne


Die Kolumne des Teams " Film & Fußball"

Donnerstag, 06. April 2017, 11:01
(bisher 3.817x aufgerufen)

Im Kino

von  Dieter_Rotmund


Wilde Maus, Österreich/Deutschland 2017

Nun, in der inzwischen doch langen Reihe der Filme mit und von Josef Hader ist Wilde Maus vermutlich das schwächste Werk, aber insgesamt ein gerade eben noch ein empfehlenswerter Film, finde ich. Mir wurde beim Stöbern aud imdb.com bewußt, dass ich bereits 1992 Haders "Frühwerk", ums mal so zu nennen, Indien (1993) im Kino gesehen habe - und es hat mir sehr gefallen.
Wieder große Klasse ist in Wilde Maus Georg Friedrichs Leistung, dort die Darstellung des Kleinganoven Erich, eine Art Antagonist zu Georg, dennoch sind die Figuren freundschaftlich verbunden - ein Plus des Films.
Er hat so seine richtig guten Momente, aber insgesamt überzeugt Wilde Maus nicht wirklich, vor allem der mit dem Vorschlaghammer auf Versöhnlichkeit geprügelte Schluss, der ein richtiger Weichspülnachgang ist. Was soll das? Ich entdecke im Abspann den Grund. Das steht "ARD Degeto".

Chips, USA 2017

Mit gefühlt wahrsinnig dauer-gutgelaunten 500 Jung-Menschen saß ich an einem Mittwochabend in einer Sneak Preview und Chips erschien unverhofft auf der Leinwand. Ich kann zu diesem Film eigentlich kaum was sagen. Nur soviel: Ein völlig belangloser Film, in dem es von Spacken-Figuren wimmelt, die doofe Spackensachen machen. Wir, die einzigen Erwachsenen, meine Begleitung und ich, sind nach rund 10 Minuten nach Beginn von Chips gegangen und haben dann noch nebenan ein Bier getrunken. Das war besser.

Die andere Seite der Hoffnung, Originaltitel Toivon tuolla puolen, Finnland/Deutschland 2017, Regie Aki Kaurismäki

Regisseur Kaurismäki hat angekündigt, dass dies sein letzter Film sein. Unabhängig davon, was man von solchen Ankündigungen halten soll, habe ich bemerkt, dass er mein Leben seit dem langsamen Erwachen aus der rastlosen Pubertät begleitet hat. Seit dem (zugegeben: reichlich albernen) Leningrad Cowboys Go America (1989) zu Teenagerzeiten habe ich alle paar Jahre einen Kaurismäki gesehen und nun Die andere Seite der Hoffnung. Übrigens von der einzigen 35mm-Vorführkopie, die es gibt, und OmU. Herrlich! Der Film ist schön grotesk-melancholisch und wird immer wieder durch Zigarettenpausen der Protagonisten (die für Hoffnungslosigkeit stehen) und Szenen mit alten Männer, die lustvoll Gitarre spielen (die für Hoffnungsfrohheit stehen) entschleunigt.

Kommentare zu diesem Teamkolumnenbeitrag

Graeculus (69)
(06.04.17)
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toltten_plag (42)
(23.04.17)
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toltten_plag (42)
(23.04.17)
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 Dieter_Rotmund (24.04.17)
Lieber Parkprof, ich schreibe tatsächlich für eine "badische Provinzzeitung", aber nicht über Filme, sondern in der Tat viel über Fußballspiele. Das Problem ist jedoch das gleiche: Es sind zu wenig Zeilen, um den Leser selbst entscheiden lassen zu können, ob es ein gutes oder mieses Fußballspiel war.
kV hingegen ist nur (m)eine Spielwiese. Hier lerne ich vor allem aus den Fehlern anderer und schreibe grauenhafte Gedichte.
toltten_plag (42)
(24.04.17)
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 Dieter_Rotmund (24.04.17)
Nein, ich habe neben Dieter (der, wie vielelicht einige erkannt haben mögen, aus einem Roman von Wilhelm Genazino ist) nur noch einen "richtigen" Namen im sog. "real life". Die Kürzel für meine Auftragegber sind, soweit sie nicht den vollen Klarnamen nehmen wollen, "hbl" und "habl".
Meine grauenhaften Gedichte, z.B. kürzlich wurde ich wegen "ich schwärmte einst für Christine Westermann" übel beschimpft, veröffentliche ich ebenfallls als "Dieter Rotmund".
Sockenpuppen sind was für Leute ohne Selbstachtung, finde ich.
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