Schleife Strohhalm

Text

von  Tiphan

Da ist kein Schlund. Und er ist auch nicht gefiedert. Das Frieren kennt kein Eis. Die Kristalle lassen sich nicht schmelzen. Ich bin nie und nicht in der Welt und die Leute hier am Fluss sind ertrunken am Nichts, während sie verschwindend vorüberschreiten. Dahinter ist keine Leistung, keine Energie. Mein Vermuten ist nicht wahr und keine Möglichkeit trifft zu.

Die Sonne scheint. Ich lehne am Geländer eines Steges, der sich über ein Bächlein streckt. Das Geländer ist aus Holz, der Steg selbst, aus Beton. Der Handlauf ist so breit, um genug Platz zu bieten, für eine abgestellte Dose Bier.
Es ist kalt, Winter. Ich schriebe.

Wo ich noch Punkte des Halts, des Anhaltens finde, oder glaube diese zu finden, verschwendet das Schweigen seine Kraft. Es scheint nichts Erhabeneres zu geben.

Die Sonne scheint. Ich lehne nun am Geländer einer Brücke, die einen Fluss überwindet. Ihr Geländer ist aus Stahl, ihr Boden aus Stahlbeton. Das Geländer, so dick, um eineinhalb Dosen Bier nebeneinander darauf abzustellen.
Es ist kalt. Ich schreibe.

Da sind Schwäne. Ich beginne zu fantasieren, sie würden mein Selbstmitleid gerne fressen. Tatsächlich füttere ich sie nicht. Ich gefalle mir dabei, es so zu sehen. Und plötzlich denke ich, eine verdauliche Krume zu sein.
Verdaulich für alles.

Da ist kein Schlund. Und er ist auch nicht gefiedert. Das Frieren …

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