Gott fragte mich, bist du bereit? Und die Stimme in mir flüsterte, ja. Ich war müde und glücklich. Glücklich und müde. Ja, ich wollte zu einem Schmetterling werden. Da kamen Erinnerungen. E. und ich, wie wir Smoothies auf einer Parkbank vor dem Westbahnhof tranken. Wie sich sonderbarerweise manche Wünsche erfüllt hatten und manche nicht. G. und ich, auf dem Boot seines Bettes. Der Regen unserer Tränen. Wir ertranken an Salz und das Meer war aufgewühlt wie unsere Emotionen.
Abschied tut weh. So viel in diesem Leben hat weh getan.
Schönheit tut weh.
Gott fragte mich, bist du bereit? Und es wuchs mir ein Flügelpaar.
Männer, die sich in mich verliebten, nur um sich dann zu entlieben. Ich klagte nicht. Anders wäre ich nicht glücklich gewesen. Keinen von ihnen mochte ich missen.
Freunde, Freundinnen, Familie. Mein Leben ward mit Liebe bedacht, und ich wusste es, war dankbar.
Meine Kindheit war wie ein Teich gewesen. Nun umflog ich ihn und lächelte, so wie Schmetterlinge lächeln. In einem Chitinpanzer aus Regenbogenfarben.
Die Illusionen, die schönen. Manche bewahrheiteten sich. Müßige Stunden am Mittelmeer oder am Ufer der Alten Donau. Wie unser Vater uns die Angst vor dem Wasser nahm. Wie unsere Eltern die Schönheit des Lebens aufrecht erhielten.
Gott fragte mich, und was lässt du zurück? Liebe, antwortete ich. Und was wirst du finden? Liebe.
Die Antwort lautet immer Liebe.