Darf ich Sie anfassen?
Mittendrin der nackten Schenkeln und zwei-dreifach gesicherten Büstenhalter
klang die Frage provokativ genug, dass ich sofort bejahte. Sie beugte sich
und legte ihre Hand über mein Knie, eine elegante Dame, keine Anormale,
keine Fetischistin und mit klarer Stimme musste ihre Worte vertragen:
“Unser Herr im Himmel nimm diesem Knie seine Schmerzen weg, dass er
wieder gesund läuft und dem ‘Ube’ keine Probleme mehr verursacht.
Der ‘Ube’ bin halt ich, sie hiess Anette und muss meinen Namen
falsch verstanden. Kein Wunder, ich stottere zunehmend
und werde oft missverstanden. So blieb ich halt ‘Ube’,
was uns im weiteren Gespräch gar nicht störte. Anette war Dolmetscherin
und mit ihrem Mann hatte ein Übersetzungsbüro in Freiburg, Gläubige Christin
war sie auch. Sie hätte mich schon vom Tram aus beobachtet, wie ich lustlos
mein Rollator schleppe und sagte sich, sie müsse eingreifen. Letzte Woche
brach sie einer Greisin das Gehör zurück!
Was passiert ist, entzieht sich meiner Kenntnis, aber das Knie schmerzt nicht!