Eines weisen Wolfes Stimme

Gleichnis

von  Vaga

Es war einmal ein wunderschöner weiser, weißer Wolf. Er heulte nicht in der Masse. Seine Stimme er- und zählte in der Einsamkeit denen, die sie zu hören vermochten.

 

Eines Tages traf sein reiner klarer Klang auf ein Schäfchen, das sich nur unwesentlich weit von der Herde entfernt hatte und berührte es. "Ich gebe dir eine Chance, dich zu häuten" flüsterte er zärtlich. 


Das Schäfchen wusste noch nichts vom Wald und seinen Geheimnissen, spürte jedoch die Wärme, die das unbekannte Tier zu übertragen vermochte, willigte ein, entblößte sich sanft und schenkte dem Wolf sein Fell. Der ließ es lebendig und munter davon springen und sah, dass es gut war.


Das Fell aber hängte er sich über, mischte sich unsichtbar in die nahe blökende Herde, um - im geeigneten Augenblick heulend - Taubgebrüllte zu reißen und Hörende auf ihre Freiheit aufmerksam zu machen. 



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Kommentare zu diesem Text


 Imitologiker (10.08.26, 17:55)
Hallo Vaga
frei nach deinen alten Texten

Es ist nicht nur eine Frage der Zeit,
die mich zögern lässt, deinen Texte zu kommentieren.
Obwohl er mich erreicht
Diesmal ist es Befangenheit.

Wie weit sind die Räume
voneinander entfernt.
Geißhausen und der Wohnort des wunderschönen weisen, weißen Wolfs.


Gruß Imitologiker
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