Herr Scheel setzte sich mit verschränkten Armen auf sein Pult und dachte nach. Er warf einen langen Blick durch die Klasse, sah die Fragen und die Unsicherheit, die Hoffnung und den Zweifel, die Suche nach Antworten in einer verwirrenden Welt. Also legte er sich seine Worte zurecht und hob an:
„Seht ihr, Kinder, viele Menschen betrachten das Leben als einen Kampf. Es gilt, die Anderen zu besiegen und deswegen stärker zu sein als sie, besser zu sein als sie, mehr zu besitzen als sie, mehr Macht zu haben als sie. All das, um gegen die Anderen gewinnen zu können. Aber das offene Geheimnis, vor dem diese Menschen zu flüchten versuchen, ist nun mal, dass das Finale für uns Alle gleich endet. Schlussendlich wird es keinen Sieger geben. Und ich möchte mein Leben nicht zu einem aussichtslosen Kampf machen, den ich unweigerlich verlieren werde. Aber ohne Kampf strengen wir Menschen uns leider nicht an. Wir müssen ein Ziel haben, für das es sich zu kämpfen lohnt. Einen Sinn in unserem Handeln sehen. Daher kämpfe ich für euch. Werde besser und stärker für euch. Strebe nach Besitz und Ermächtigung, aber nicht, um mehr davon zu haben als Andere, sondern ausschließlich um genug davon zu haben, euch dabei helfen zu können, stärker und besser zu werden, damit ihr dann ebenfalls Anderen helfen könnt. Wir sollten nicht gegeneinander kämpfen, sondern füreinander. Nur so haben wir eine Chance, unser Leben in einen Sieg zu verwandeln: Gemeinsam.“