nicht(s)

Text

von  ManouEla

Nichts.

Kein Geräusch

dringt durch die Nacht.

Nur der eigene Herzschlag,
wie dumpfes Dröhnen,
scheint er sich
zu brechen an den Wänden
und zurückzufallen
zu mir -

erbarmungslos.


Beschlagen die Scheiben,

löst ein einzelner
Wassertropfen sich.

Rinnt abwärts,

zieht seine Spur.

Am Rahmen
des alten Holzfensters

verharrt er ein wenig,

lässt dann los und

der Schwerkraft gehorchend,

fällt er zu Boden.


Ein leises Platschen

im Dunkel,

als er aufschlägt,
weckt wie von ferne
eine Assoziation,
die ich nicht greifen,
nicht benennen kann.


Und eine Träne

löst sich,

läuft über die Wange.

Ein wenig davon

rinnt auch in mein Ohr.

Der Rest
sickert still ins Kissen.


Irgendwann

schließen die Augen

sich dann doch.

Müde und erschöpft

letzte Gedanken

an den langen Tag.


Wieder einer.

Wieder einen

angefüllt haben

mit Nicht-Leben.

Jetzt bitte

bloß nicht träumen.


Nichts
als die Stille

der Finsternis

bleibt.

Und in ihr 

zwei kleine

feuchte Flecken.



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