das leben
ist kein großer schnitt.
es nimmt nicht alles
auf einmal.
erst fehlt ein kleines stück
von der feder
hier,
dann eines dort.
ein abschied,
den man nicht wollte.
ein weg,
der plötzlich nicht mehr weitergeht.
ein mensch,
der bleibt,
aber nicht mehr derselbe ist.
ein traum,
den man irgendwann
nicht mehr laut ausspricht.
und während man
noch mitten im leben steht,
merkt man gar nicht,
dass die flügel
immer kleiner werden.
man lernt,
nicht mehr so weit zu schauen.
man plant vorsichtiger.
man freut sich
über das,
was geblieben ist,
und nennt es
vernünftig.
dabei war es einmal
mut.
es war einmal
dieses unverschämte
ich könnte doch.
dieses
warum eigentlich nicht.
diese himmelweite
in einem selbst.
bis das leben
mit seiner Schere kommt,
nicht böse,
nur unerbittlich,
und schneidet
ein bisschen von der Zukunft ab.
irgendwann
steht man da
mit seinen gestutzten Flügeln
und wundert sich,
wie viel Himmel
man einmal
in sich getragen hat.
und vielleicht
ist das Traurigste daran
nicht,
dass man nicht mehr fliegen kann,
sondern
dass man sich manchmal
kaum noch daran erinnert,
wie es sich angefühlt hat,
es zu wollen.