Einsicht mit Aussicht auf … zerschnittenes Wasser, den Bergkönig und Bananen

Manifest zum Thema Inspiration

von  S4SCH4

1.


Mich interessiert ab heute nichts mehr.

Deswegen schreibe ich auch nichts mehr.

Taub.

Stumm.

Blind.


 

2.


Nur die Kommandos aus dem Off kann ich vernehmen.

Wie ein Hund.

Hundstage, nenne ich das Leben.

Und tue dem Hund damit unrecht, denn er hat es eigentlich gut.

Für mich ist das nur Ausdruck menschlichen Versagens und von Unmut.

Und der Hund fühlt sich dadurch gedemütigt, fragt:

„Bist du was Besseres?“

Da der Hund aber Mitglied in der Kirche ist, ist er bald wieder erhöht.

Ein einfaches Spiel.

Schamlos spielen wir es.

Und gewinnen die Ration für den Weg nach oben.

Auch wenn wir sie nicht brauchen, solange sie kein anderer bekommt, läuft alles.


 

3. 


Vielleicht geht es statt nach oben aber auch nach unten.

In die Halle des Bergkönigs.

„Eiswasser für das Blut“, ruft er.

 

Denn dieses ist aufrührerisch und kocht ein eigenes Süppchen.

Scharf und heiß wie aus Gulaschkanonen.

Aus den Fleischfetzen, die wir tragen als kostümierte Fehlbarkeit und Eitelkeit.

 

4.


„Darf ich etwas von deiner Banane, Andy?“

„Frag Nico!“

„Christ a- a- a, am i allowed to …”

“And I guess that I just don’t know…”

“Lou, er will deine Banane!“

„Balu, will auch Bananen … „

„Probier´s mal mit Gemütlichkeit!“

„Tötet ihn! Der Sohn des Christen hat die schönste Tochter des Bergkönigs versucht! Tötet ihn! Tötet ihn!“


5.

 

Meine Wunden jucken.

Ich möchte den Finger hineinstecken und reiben.

Oder sie im Meer ertränken.

Oder das Meer kratzen.

Bis es blutet.

Und rote Wellen nach mir schlagen.

Bis die Spannung des Wasser fort ist wie die Oberhaut, die Epidermis.

Das Wasser, dann Luft geworden, ertränkte mir dann die Welt.

An dem Leid.

Mit blutroter Gischt.

Die sinterartige Sintflut überkommt die Welt.

Die Hitze des kochendes Blutes drückte das Fleisch zusammen.

Und zu Stein erstarrt ist der Leib porös.

Der Blick der Medusa.

Die Tochter von Meeresgottheiten.

Ohne ein Zuhause flieht ihr Blick gegen alles.


6.

 

Mich interessiert ab heute nichts mehr.

Deswegen schreibe ich auch nichts mehr.

Außer in Stein.

Außer mit Blut.

Außer ins Wasser.



Anmerkung von S4SCH4:

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Kommentare zu diesem Text


 Reliwette (11.10.26, 17:08)
Lieber Sascha, 
deine Reise fing eigentlich ganz harmlos an aber du schwierigst dich inzwischen. Analag zum Konzert Gynt Suitie Nr.1, das ganz langsam und unauffällig beginnt und dann lospoltert.
Bleibe coul, mein Freud - und wenn du tatsächlich bis Pescara kommst, am Hafen nicht fotografieren, das ist ein Kriegshafen. Man hat mir damls in den 1970er Jahren beinahe die Filkamera konfesziert und nur der Hinweis, dass ich als Freischaffender Künstler unterwegs war, hat mich und meine Camera gerettet. Was sagt man zu einem römischen Offizier, wenn man sich outet. Man zeigt auf sich und sagt: " Io Leonardo da Vinci!"
Ob das heute noch klappt weiß ich nicht.

Lieber Gruß!
Hartmut

Kommentar geändert am 11.10.2026 um 17:11 Uhr

 EVdR (11.10.26, 18:18)
Ein Bewusstseinsprotokoll eines Menschen, der sich selbst nicht mehr ordnen kann — und genau darin Inspiration findet.

Ein Manifest der Erschöpfung.
Zeigt einen Menschen, der sich selbst verliert, sich selbst beobachtet, sich selbst zerlegt.
Der Text mischt Mythologie, Popkultur, Körperbilder und Zynismus, um die Überforderung der Gegenwart zu zeigen.

Der Mensch ist auch nur ein Tier
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