Nachwehen einer Gratwanderung (bei 20°C, meist sonnig, bei Warnung vor mittelstarken Gewitter)

Tagebuch zum Thema Abstraktes

von  S4SCH4

Das Hämmern über mir ist erschreckend. Das Stühlerücken geht ins Mark. Dazu laute Gespräche, Hall und Nachhall. Meine Gedanken gehen unter in diesem Treiben, und meine Ideen unterliegen einer Vernichtung. Wie eine Ratte, die von Feuer und Krach gejagt wird, zieht es mich in eine Trance. Müdigkeit übermannt mich, etwas will die Kontrolle übernehmen, etwas will `mich machen´, etwas will mich fallen sehen und mit mir träumen, damit es mich hinterrücks ausmachen könne, in einem süßen seligen Schlaf.

 

Zweifelnd finde ich mich hier wieder: die Welt gehört keinem Gott, keinem Teufel, sondern den Übeltätern in meinen Knochen, in meinen Gebeinen und Nerven. Ein Mann, der vorbeikommt wie ein Wind, wie ein Kratzen an verschlossene Türen, mit einem Schlüsselsatz aus den Analen all meiner Fehler und Korrekturen.

 

Ich höre sie: „Wie legen ihn um, drehen in von rechts nach links, stellen ihn auf den Kopf und hören ihn fluchen und heulen, schreien und beten … nur damit wir das Maß aller Dinge bleiben, als Anbeginn eines Traumes aus blauweißflammenden Lügen, einen Traum, den man ihm bereits einmal verkaufte, bald aber wieder entwertete, als man ihn blau schlug, auf weißes Fleisch, wie man ihn niederwarf und zuschaute wohin er kroch, wie eine Ratte."

 

Mein Leben lang war ein Teil von mir eingepfercht in mir und ganz offensichtlich soll es dabeibleiben, doch damit nicht genug, er soll es nur gegen meinen Willen sein, fügte ich mich, würde man verfügen, mir meinen Willen zusprechen.

 

Sie kommt stets wieder um ihren Gebrauch an mir zu üben … 

 

In die Bredouille bringend, kommen sie, ich kenne sie, sehe sie ja, ich solle mich über sie erheben, damit sie mir im Leben, die Ängste beibringen und die Zurückgezogenheit einer sterbenden Ratte in mich einbringen. Damit ihr Oberpavian den Zorn erntet, jener, der an seinem Bildschirm sitzt und einen Blick auf mich riskiert.

 

"Ich habe euch ausgelebt!", ruft es weinerlich in mir, denn der Nerv auf dem die Vögel sitzen ist ein dünner, der eines Kleinkindes, … wie abscheulich sie mir in Anbetracht der Umstände sind. Denn sie kommen damit hierher, zu mir, mit den Umständen unreiner Vergessenheit … Zeit, die getilgt sich neu schreiben soll, auf dem Papier, dass doch erst aufgeweicht wurde, um das Frühere unkenntlich zu machen. Darauf solle bereits geschrieben werden, die Miene muss fest aufgedrückt werden, zerreißt fast das Papier.

Und sie, die leerenden, sind die geleerten und auch jene, die an mir Rache lehren wollen.

 

Opfergeld fordern sie. Für ihre Versprechen, die nicht für mich waren, an die ich nur zu glauben hatte, wie eine Gelddruckmaschine, etwas, das Werte prägt, selbst aber keinen hat außerhalb dieser Obrigkeitshoheit, die über den Druck verfügt und ihn verlegt, damit er in Umlauf käme.

 

Meine Missgunst ist zu groß. Meine Ohren zu weit offen, genau wie meine Augen. Sich selbst in Umlauf bringen, mir seine Eier und ihre Freier zeigen, um kurz darauf in der Versenkung verschwinden zu wollen, meinen Blick zu verdunkeln und zu verschließen, um ganz sich selbst zu sein:

Was willst du? …

Nichts!

Nichts?

Ist das dein Nichts, etwas, das alles ist und auch nicht? Du elendige Sau in einem Vogelkostüm, fliegst mir weit oben und lässt mich niederlegen, und wie ein Ei, das nie von einer Mutter gelegt worden wäre, verkomme ich in einem Universum aus harter weißer Schale, nur um bei jedweder Bewegung zu riskieren, dass auch dieses brüchig wird.

 

Du sagtest, dein Frühstücksei isst du seit dreißig Jahren mit Salz … nun, so streu es in die gelbeiternden Dotterwunden und fresse dir dein Ei hinein, um es bald darauf wieder auszuscheiden, um mich damit auszudrücken, damit ich für alle Zeit nur noch ein Krampf in deinem Magen bliebe.

 

Wortlos.

 

Gottlos.




Anmerkung von S4SCH4:

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