Rush ist eine 1968 in Toronto (Kanada) gegründete Progressive-Rock-Band.
Bis vor einigen Tagen hatte ich noch nie etwas von ihr gehört. Obwohl ich andere Gruppen des Genres kenne und teilweise seit meine Jugend höre.
Vor einigen Jahre starb der Schlagzeuger von Rush. Seitdem haben sich die beiden verbliebenen Mitglieder wiederholt geäußert, daß sie sich nicht vorstellen können, ohne den Schlagzeuger zu spielen.
Einen neuen Schlagzeuger zu finden, ist auch deshalb schwierig, weil das Schlagzeug bei Rush nicht einfach nur der Taktgeber der Band ist, sondern ein wesentliches Element jeder Komposition, die von wechselnden Polyrhythmen getragen werden.
Nun ist die Band wieder auf Tour. Am Schlagzeug eine junge Frau: Anika.
Anika, eine Deutsche, hat der Band wieder Leben eingehaucht.
Das hätte ein Mann vermutlich nicht geschafft, weil er versucht hätte, den verstorbenen Schlagzeuger so gut wie möglich nachzuahmen.
Dadurch wäre Rush zu einer Tribute-Band verkommen.
Die Fans haben Anika in ihr Herz geschlossen. Feiern sie.
Nach meiner Auffassung paßt sie besser zur Band in der heutigen Zeit als der alte Schlagzeuger: der schien immer vergeistigter zu werden, schien mir gefangen, niedergeschlagen. Wie jemand, der spürt, daß sein Weg seine Hoffnung nicht erfüllt, aber keinen neuen Einschlagen kann.
Ja, ich weiß, ich spekuliere. Aber so höre ich es.