Gen Z

Satire zum Thema Absurdes

von  Moppel


 

Gen Z, was ist das eigentlich? fragt Bauer Menke sich, während sein Lader unaufhaltsam Strohballen hebt. So wie immer. So wie seit Jahrzehnten.

Vielleicht ein mutiertes Gen? Ja, die Genforschung sagt uns längst nicht alles. Und dann sät man Saatgut aus und versaut sich die bio-cleanen Felder.

Gen Z, sagt Jupp, der Jäger,  steht für Generation Zentralkommitee. Da stecken doch die Kommunisten hinter, die die Kinder aufhetzen. Jaja, Gen Zombi, ruft seine Frau. Ach, die- Gen Zwangsenteignung, schnarrt Menke. Sollen die mal kommen auf meinen Hof…!

Lehrer Möller naht mit seinem Dackel und passt auf, dass er nicht zu dicht an die Jagdhunde vom Jupp kommt. Gen Z- Generation Zerstörung! empört er sich. In Köln verbarrikadieren sie de Geschäfte, nageln sie mit Spanplatten zu. Sowas hat es noch nie gegeben hier! Nicht mal bei den Kurdendemos. Wo ja die Einheimischen Kölns Innenstadt tunlichst gemieden haben, weil sich da die Kurden mit den Türken gekloppt haben. Und da will ja keiner zwischen geraten. Klar, sagt Jupp und befiehlt seinen Hunden Platz, heutzutage haben sie ja mehr Auswahl. Da können sie sich auch mit Irakern, Aphganen, Syrern kloppen. Die Männer lachen. Ham halt zuviel davon, ruft Menke vom Lader. Aber Geschäfte haben die nie beschädigt. Alle nicken. Das stimmt.
Was wollen die eigentlich von Gen Z? Krawall, belehrt Lehrer Möller, nix sonst. Angeblich geht es um Bildung, aber die Bundesschülerkonferenz will da nicht mitmachen. Das sind anständige, kluge, junge Leute. Sie wollen nächste Woche eine eigene, friedliche Demo machen. Sagen, Gen Z sei ihnen zu suspekt.

Ach?! Jupp und Menke sind erstaunt. Und wenn man nicht weiß, wer eigentlich hinter Gen Z steckt, warum genehmigt man dann so eine Demo? fragt Jupp. Aus denselben Gründen, aus denen man auch die Kalifats-Irren laufen lässt, weiß der Lehrer Möller. Jaja, lässt man sich jetzt die nächste Scheiß-Community hochwachsen, ruft Menke zornig und wirft den Lader wieder an. Und die Polizisten können wieder ihren Kopp hinhalten. Gut, dass wir auf dem Land wohnen!

Plötzlich kommen ihnen zehn Männer entgegen auf dem Weg zum Bus, der samstags nur ein Mal am Tag fährt. Sie tragen große Schilder: Gen Z regelt. Bildung, Gerechtigkeit, Demokratie!

Wär ja noch schöner, brüllt Jupp und leint die Hunde ab. Lehrer Möller nimmt seinen Dackel auf den Arm. Vorsichtshalber. Denn Bauer Menkes Schäferhunde, die entspannt am Feldrand lagen, stehen gaaanz langsam auf…

 



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Kommentare zu diesem Text


 niemand (01.11.26, 13:49)
@ Moppel
Grade habe ich noch so ein Plärr-Video der Jugend gehört.Resourcen werden verbraucht ... heul ... heul ...plärr. Wer besteht denn immer auf das neueste und teuerte Mobilphon. wer möchte die besten und teuersten Markenklamotten haben, wer möchte reisen ohne einen Finger krumm zu machnen, ohne Beschränkung, wer möchte gleich nach der Schuld ein Auto, das beste E-Bike,
die modernste Bleibe, wer möchte am liebsten alles und gleich, ohne Anstrengung, sprich Arbeit, wer studiert jahrelang ohne an einen Abshluß auch nur zu denken, wer möchte das Paradies auf Erden mit allem Heitschibummbeitschie? Also, bitte in den Spiegel gucken bevor man sich an anderen abarbeitet mit der großen Klappe und dem Gequassel von Resourcen
etc. Die sollen bloß ruhig sein und Selnstkritik üben. LG Irene

 rochusthal meinte dazu am 01.11.26 um 14:20:
aber das gilt ja dann auch für uns:   irene und rochus und all die millionen anderen: spiegel! spiegel! spiegel! wer hat denn die 'plärrende' jugend geboren und erzogen? wir müssen über das ganze fingerzeigende herkunftsgerede neu nachdenken (generationen, länder, religionen). (passend zum tag:) wer sich für heilig hält, hat schon verloren. [ach, irene, kannst du mal in den keller gehen und ein paar steinkohlen holen? was plärrst du da? die ressource ist aus? dann nehmen wir braunkohle...]

 niemand antwortete darauf am 01.11.26 um 14:42:
Ich habe schon längst, sehr längst reduzier und beuge mich diesem
Konsumterror nicht. Nie in Urlaub geflogen, noch nichtmal gefahren,
immer Radlerin gewesen, kein Haus gebaut nur in schnöder Mietwohnung gelebt, keine Spülmaschine beansprucht, keinen Wäschetrockner, kein Auto je gehabt, keinen Wohnwagen, keine Markenklamotten gebraucht, kein teures Handy ... ich glaube ich
muss weniger plärren aber man würde mich wahrscheinlich als einen
Schädling der Industrie bezeichnen, was ja nicht ganz falsch wäre,
denn wenn zu viele so handeln gehen die Geschäfte pleite. Das muss keiner so machen, nur bitte nicht dennoch machen und dann heulen, und anderen die Schuld in die Schuhe schieben. Das wäre schon eine Kleinigkeit mehr als man erwarten könnte.
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