KLICKS UND CLIQUEN

Synthesen + Analysen in der Matrix


Eine Kolumne von  Bergmann

Montag, 26. April 2021, 17:10
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Mein kv - 10. Intermezzo II

761. Kolumne

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9. Intermezzo II: 564 (26.4.2021)

AZU20 war ein Kollege von mir an dem ersten Gymnasium in der Eifel, an dem ich tätig war. Er blieb dort. Ich ging. Er gründete – als Biologie- und Erdkundelehrer! – ein Schülerkabarett und spielte später mit Schülern Theater, beides bis zur Pensionierung. Ich spielte auch Theater mit den Schülern, aber Kabarett traute ich mir nicht zu. AZU20 ist neben einer anderen Person der einzige auf kv, mit dem ich mich sieze, aus alter Gewohnheit in einer Zeit, in der sich nicht alle Kollegen duzten – heute ist der Hausmeister und die Sekretärin auch ins Du einbezogen ... Kabarett, Theater ... das war ihm nicht genug – er gründete auch noch eine Institution: „Kultur am Turmhof“. Das ging weit über die Schule hinaus und betraf nun den ganzen Ort, Mechernich. Nun wurde musiziert, gesungen, rezitiert, gelesen, diskutiert – und zwar mit nicht unbekannten Ensembles und prominenten Persönlichkeiten.
AZU20 entdeckte das Schreiben nichtkabarettistischer Texte und gehörte zu den frühen Mitgliedern von kv (seit 2005) – und er war derjenige, der mich auf kv aufmerksam machte. Ich treffe ihn immer wieder mal im Theater und in der Oper, die zu seinen Leidenschaften gehören. Natürlich war er schon vor vielen Jahren in Bayreuth bei den Wagner-Festspielen. Er, der aus dem Ort stammt, in dem ich zuletzt als Lehrer arbeitete, schrieb auch ein Buch über seine Kindheit (im Ralf-Liebe-Verlag).

Alpha begegnete ich auf dem 2. Großen kv-Treffen, das im Mai 2006 in Artern stattfand. Sie gehört zu den allerersten kv-Leuten überhaupt. Sie beriet Jan beim Aufbau der Seite. Auf sie, unter anderen, geht auch die Kategorisierung der Textarten und Themen zurück. Was aus Alpha wurde, der an Literatur Interessierten, weiß ich nicht.

Bratmiez, auch ein kv-Urgestein, lernte ich erst einmal telefonisch kennen, und zwar in der Zeit, als ich gesperrt war. Sie berichtete mir über die Diskussion, die über mich entbrannt war, denn als Gesperrter kann man die Diskussionen im Forum nicht lesen. Drei meiner Texte hat sie gelesen/vertont. Die erste kv-Lesung, die 2006 in Artern stattfand, bereitete sie mit mir vor, moderierte mit mir und fertigte ein Lese-Libretto der Lesung an.

Owald, einen der besten dichtenden Parodisten und Komiker auf kv, erlebte ich Sänger und Musikant auf zwei kv-Treffen.

Elén begegnete ich ebenfalls auf zwei kv-Treffen. Mit ihr stand ich schriftlich in Verbindung – sie veröffentlichte in unserer Bonner Literaturzeitschrift „Dichtungsring“.

Mit Theseusel zusammen moderierte ich die kv-Lesung in Marburg. Wir stellten die Texte zusammen, für die Bratmiez erneut ein Lese-Libretto anfertigte.

BrigitteG erlebte ich mit ihrem damaligen Mann, AndreasG (später jahrelang Co-Administrator), schon 2006. Nicht viel später wurde sie jahrelang Vorsitzende des kv-Vereins, in dem ich damals einige Zeit Mitglied war. Sie wirkte in ihrer ausgleichenden Art einige Konflikte, die nun mal zwischen Verein und Eigentümer (Jan Zenker) bestanden, hatte viele gute Ideen und gehört zu den eifrigsten Diskutierern auf kv in ernsten und unernsten Foren. Ihr Urteil schätze ich sehr.

Später wurde Wupperzeit Vorsitzender, auch er jahrelang. Ich begegnete ihm schon 2006. Er war der kv-Jugend sehr zugewandt und initiierte einen kv-Preis für die jungen Autoren.

Und dann lernte ich – 2019 beim kv-Treffen in Neuwied – Isaban kennen, mit der ich mich manchmal schon wegen ihrer Texte ein bisschen gestritten hatte, weil sie ihre Texte in der Regel unangreifbar fand. Zuzugeben ist, dass sie zu den besten Autoren auf kv gehört. Und so schrieb ich eines Tages das Nachwort zu ihrem ersten Lyrikband, den sie veröffentlichte. Zumindest damals kannte ich alle ihre Gedichte, die sie auf kv veröffentlichte, und das sind nicht wenige. Sie ist eine Meisterin der konventionellen Formen. Hier mein Nachwort zu Sabine Buch „Verendlichkeiten“:
Diese Gedichte wirken unmittelbar! Die Bilder treffen in Herz und Seele. Es sind Existenzgedichte – schimmernd unter dünner Haut, so ähnlich heißt es in einem ihrer früheren Gedichte. Der Titel dieses Buchs verrät im Doppelspiel der Worte: Wir leben im Bewusstsein unserer Endlichkeit, und das Ende unseres Endes hat oft den beängstigenden, grotesk und absurd erscheinenden Vorlauf des Verendens. Selbst mitten im Leben endet und verendet vieles: Träume, Beziehungen, berufliches Glück und materieller Wohlstand. Manchmal hat dann das Wort „endlich“ zwei Bedeutungen. Nichts gilt absolut, der Tod ist immer anwesend in unserem Leben: Verendlichkeiten.
Die Verse fragen und suchen: Ich will die Welt verstehen, wie und warum sie so ist. Wie soll ich leben? Ich will mich selbst begreifen als ganze Person, mit Lippen, Zunge, Mund. Meine Haut ist so dünn, dass ich nichts verberge, alles trifft mich tief, kann mich öffnen – oder verletzen. In der Liebe und in der Dichtung ist es genauso.
Ich will nicht durchs Leben humpeln, sondern fliegen!
Aber mein Flug ist vielleicht nur Einbildung.
Ich falle von Anbeginn an.
Es geschieht alles von allein.
„Greifreflex!“ So heißt das erste Gedicht – es zeigt die Kluft zwischen Alltagsleben und Schicksalstiefe.
Sabine Römmer-Speers oft liedhaft klingende Gedichte spielen inhaltlich subtil mit Reim und Form. Ihre Sprache fordert und unterhält zugleich. Sie bedient sich gängiger Jargons ebenso wie der Hochsprache, wagt das Unerhörte und wendet sich an alle Leserschichten, ohne populistisch zu sein. Sie verlangt dem Leser einiges ab. Diese Gedichte führen, indem sie das Unbewusste erhellen, zu einem besseren Verständnis unseres täglichen Lebens und tragen so dazu bei, bewusster zu leben. [2014]

Kommentare zu diesem Kolumnenbeitrag


 Dieter_Rotmund (26.04.21)
Ich verstehe die Notwendigkeit der merkwürdigen Schreibweise des Namens des Wals mit Bindestrich nicht.

 Ralf_Renkking meinte dazu am 26.04.21:
Auf der Originalausgabe von 1851 steht der Bindestrich.

 Bergmann antwortete darauf am 26.04.21:
Bitte entschuldigt,
dass ich meinen unfertigen Essay wieder löschte. Es ist besser, ich schreibe ihn erst einmal fertig.

 Dieter_Rotmund schrieb daraufhin am 26.04.21:
@Ralf: Das erzeugt keine Notwendigkeit.

 Bergmann äußerte darauf am 26.04.21:
Dieter:
Stimmt natürlich. Ich werde den Bindestrich wahrscheinlich weglassen, da es nicht um die Erstausgabe geht.
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