Film & Fußball

Eine cineastische Mannschafts-Kolumne


Die Kolumne des Teams " Film & Fußball"

Donnerstag, 22. Juli 2021, 08:53
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Noch mehr Filme im Kino gesehen!

von  Dieter_Rotmund


Seize Printemps, Frankreich 2020, OmU
Wa soll ich sagen? Eigentlich passiert nicht viel in diesem Film und doch schaut man der Hauptfigur Suzanne (Suzanne Lindon) gerne dabei zu. Ein junges Mädchen verliebt sich zum ersten Mal. Darum geht es. Mir persönlich war der familiäre Hintergrund etwas zu harmonisch und das gezeigte Paris zu touristisch. Es muss ja nicht gleich Banlieu sein. Dennoch gerne gesehen. Davor im Kinocafé einen Kaffee getrunken, was völlig irrelvant ist. Nun, ja.

Black Widow, USA 2021, DF
Ich bin dafür, dass ein neues Filmgenre eingeführt wird: Prügelfilme. Black Widow besteht zu gefühlt 90% aus Prügelszenen. Was soll das?

Ema, Chile 2020, OmU
Ganz stark. Kann ich ohne wenn und aber empfehlen. Sicherlich nichts für Leute, die sich "im Kino ein paar schöne Stunden machen wollen", bei einer seichten Rentnerkomödie mit Heiner Lauterbach. Ein Film wie ein Schlag in die Fresse. Herrlich.

Nebenan, USA/D 2021, OF
"Explores the subjects of gentrification and social inequality in Berlin" steht als "Storyline" bei imdb.com über diesen Film. Das ist natürlich nicht ganz falsch, aber es beschreibt Nebenan sehr mangelhaft. Es ist eher eine Zwei-Personen-Schankengeschichte. Riecht nach Theaterstück, ist es nach meinen bescheidenen Recherchen aber nicht. Mutet etwas seltsam an, mit dem großen WarnerBros-Logo zu Beginn und dann kommt ein Berlin vor, wie ich es ehrlich beschrieben finde: Eine Kackstadt, ums mal deutlich zu sagen. Sieht etwas sehr bemüht danach aus, den Film (auch) in Multiplexkinos unterzubringen. Nun ja, kann kein Schaden sein. Daniel Brühl anfangs etwas arg artifiziell, aber "soll wohl so sein". Peter Kurth souverän. Hat mich zum Nachdenken angeregt, was denn eine langjährige Partnerbeziehung konkret wert ist.
BTW, habe diesen Film in einem Kino in einer kleinen Nachbarstadt gesehen, das ich noch nicht kannte, jedenfalls nicht von innen. Solche Entdeckungen machen Spaß, jedes Kino ist anders.

Kommentare zu diesem Teamkolumnenbeitrag


 Graeculus (22.07.21)
Wenn Du einen Film wie Ema so begeistert empfiehlst, möchte ich gerne etwas mehr darüber von Dir erfahren.

 Dieter_Rotmund meinte dazu am 22.07.21:
Nun ja, es steht eine sehr starke Figur im Mittelpunkt, eben die titelgebende Ema. In der ersten Hälfte des Films mag sie noch Identifikationspotential bieten, aber zunehmend bekommt man als Zuschauer dabei ein ungutes Gefühl - das finde ich immer klasse, wenn sich subtil sowas einschleicht. Zudem eröffnet der Film mit einem gerade total gescheiterten Familienprojekt, das wie ein riesiger Elefant im Handlungsraum steht. Dazu bekommt Tanz noch eine ausdrucksstarke Nebenrolle, ums mal so zu benennen. Diese Kombination muss man sich erstmal trauen!
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