Phantasmen

Gedanke

von  Rosalinde

Benn einsamer nie als im August,
doch der Januar kennt dunklere Tage,
das farblose Glas der Fröste, Einsamkeit
überwuchert den Rand der Welt.

Eisernes Grau legt sich auf uns, wir
Weltbewohner hilflos unter der Drohung
des Infernos, wir wollen es uns nicht
ausmalen, nicht wissen, nicht mal ahnen.

Unsere Toten werden Schatten sein
an stürzenden Wänden, das Oval
der Erde aufgerissen wie der glühende
Rachen eines Vulkans.

Nicht vorstellbar in der Lautlosigkeit
der Tage, die blaue Blume verbrennt nicht,
kein Halm bricht, unsere Uhren
gehen den gewohnten Gang.

Die Spielregeln haben sich eingepegelt
abgedankt die Geheimnisse, geschwärzt das
Buch des Gedächtnisses, zu gern
verleugnen wir unsere Sterblichkeit.



Hinweis: Du kannst diesen Text leider nicht kommentieren, da der Verfasser keine Kommentare von nicht angemeldeten Nutzern erlaubt.

Kommentare zu diesem Text


 LotharAtzert (05.11.23, 13:32)
geschwärzt das
Buch des Gedächtnisses, zu gern
verleugnen wir unsere Sterblichkeit.
Das ist wahr. Und mit dem Verdrängen der Sterblichkeit verschwindet vieles weitere: die Gelassenheit, die Anmut, das Spielerische und und und ... bringen uns als Zeichen dessen, was verschwunden ist die Hektik, die Gewalt, die ideologische Besessenheit.


mit liebem Gruß
Lothar

Kommentar geändert am 05.11.2023 um 13:40 Uhr
Zur Zeit online: