Dem Andy hat das Leben mitgespielt. Nun ist er krank, die Seele will nicht mehr. Und jeder neue Tag bringt ihm Beschwer. Das Leben kommt ihm vor wie tiefgekühlt.
Er wollte Heimat. Und jetzt hat er sie. Ein paarmal Klinik. Das war nicht sein Ding. Dem Amte war er bloß ein Sonderling. Es musste weitergehen - irgendwie.
Betreuer gibt es heut wie Sand am Meer. Mit hundert Fällen. Haben wenig Zeit. Für ihn gab’s nur noch Ausweglosigkeit. Und Andys Leben rutschte ins Parterre.
Er möchte schreien. Einmal tat er‘s auch. Da warfen sie ihn raus aus dem Asyl. Wohin? Wohin zur Nacht? Das war zuviel! Nun stand der Andy elend auf dem Schlauch.
Allein. Jetzt war die Straße ihm das Heim. Am Tage ging es ja – doch in der Nacht? Ihm wurde keine Türe aufgemacht. Und Andy machte sich drauf seinen Reim.
Nachts ging er rum, er suchte einen Platz zum Schlafen, wo man ihn nicht stören kann. Die andern nannten ihn den Wandersmann. Er wusste jetzt: Er ist der Bodensatz.
Und außerdem: Wie kalt die Nächte sind, wenn irgendwo er schläft in einem Hauseingang. Doch manchmal auch im Vorraum einer Bank, dann fühlt der Andy sich als Sonntagskind.
Wenn er nichts findet oder nichts mehr geht, kommt irgendwann, weiß er, der Kältetod. Und Andy lacht: Fast wie ein Gnadenbrot! Doch heut und hier ist's schlicht Normalität.
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