Angebrochener Morgen

Gedicht

von  Rosalinde

Wie traurig im Regal der Wecker tickt,
das Ticken hat so was von Stetigkeit.
Ist ja, so scheint es dir, beinah verrückt:
Pro Tick ein Quäntchen deiner Lebenszeit.

Blass starren dich die Zimmerwände an,
der Morgendämmer kommt ganz leis herein.
Der Wecker tickt, der kleine Mordstyrann,
und von der Lampe her ein blasser Schein.

Von draußen nur sehr schwach ein Laut,
du hörst, der Fahrstuhl setzt sich in Betrieb.
Dir kriecht ein Grieseln über deine Haut:
Der Wecker tickt, der sture Zeitendieb.


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Kommentare zu diesem Text


 Isaban (05.10.23, 10:34)
Sprachmelodie und Bilder ein Genuss, metrisch fein - und den Wecker konnte ich auch noch nie leiden!

LG Isaban
Cathleen (56)
(05.10.23, 10:39)
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 Rosalinde meinte dazu am 05.10.23 um 12:33:
Dankeschön, Isaban. 

Lieben Gruß, Rosalinde

 Rosalinde antwortete darauf am 05.10.23 um 12:42:
Liebe Cathleen,

danke für deine Überlegung. Ist gut gemeint, aber du merkst ja selber, das ist so das Übliche, was man erwartet. Der Zeitendieb hat doch was ein bisschen Kurioses: Da wird der Wecker beschuldigt, die Zeit zu stehlen, während er doch nur die Zeit misst und völlig unschuldig tickt. 

Liebe Grüße, Rosalinde
Cathleen (56) schrieb daraufhin am 05.10.23 um 13:22:
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 Rosalinde äußerte darauf am 05.10.23 um 14:55:
Quatsch, ist doch in Ordnung, wenn du findest, dass dir was fehlt, warum sollst du das nicht schreiben? Ist völlig in Ordnung, Cathleen. Ich bin ja für jeden Ratschlag dankbar,
deshalb stelle ich ja manche Gedichte ein. Ich bin ja selbst nicht immer mit meinen Texten zufrieden, und vier Augen sehen mehr als zwei. 

Lieben Gruß, Rosalinde
Cathleen (56) ergänzte dazu am 05.10.23 um 19:32:
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