Leben halb

Gedanke

von  Rosalinde

Nein, kein Wort gibt Schutz
vor den Ungeheuerlichkeiten der Zeiten,
in die wir bedenkenlos hineingeboren, 

und kein tröstender Satz.

Die Haut nimmt die Kälte nicht auf, 

die Schreie erreichen die Ohren nicht mehr,
taub leben wir die Tage, verlassen hat uns
die Trauer.

Vorüber an uns zieht
vergossenes Leben, wir verfluchen
unsere Gedächtnisse, beschwören die
alten Narben, dass sie nach innen bluten.

Unempfindlich vegetieren wir mit
schwelenden Wunden, nur dann und wann
empören wir uns, wenn Spiegel aufblitzen 

und wir uns selbst erkennen.


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Kommentare zu diesem Text

lyrikPower (84)
(13.09.23, 12:46)
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 Rosalinde meinte dazu am 13.09.23 um 14:10:
Hallo Lyrikpower,

nein, kein Kardinalfehler. Sondern Ergebnis von Beobachtungen in der menschlichen Umwelt. Hältst du die Zeiten, in der zu leben gezwungen sind, nicht für ungeheuerlich? Allerdings mit der Einschränkung, falls du darüber informiert sein solltest und nicht verdrängst. Ich verlange nicht, dass man mir beipflichtet, sondern dass nicht nur hier einige in sich gehen.

Und sind wir nicht taub wie Schwerhörige? Schließt sich an Strophe 1 an. Verantwortungsvolle Wissenschaftler schreiben es uns ins warnend ins Gedächtnis.

In Strophe 4 beklage ich das Leben, wie es nicht sein sollte. Bist du anderer Ansicht?

In Strophe 5 beklage ich die Unempfindlichkeit, wir sind zutiefst verwundet. Und wir glauben nicht, dass wir es sind, die der Spiegel uns zeigt.

Mit mir hat das zum Glück nicht allzuviel zu tun, ich bin nur der Bote, aber ich kenne eine Menge Leute, auch hier, für die das vollstens zutrifft. Am Ende auch für dich? Sie wollen es nur nicht wahrhaben, verdrängen, was nicht ihren Illusionen entspricht, vor allem nicht nach dem Blick in den Spiegel.

Lieben Gruß, Rosalinde

Antwort geändert am 13.09.2023 um 14:11 Uhr

Antwort geändert am 13.09.2023 um 14:12 Uhr

Antwort geändert am 13.09.2023 um 14:39 Uhr
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