Alles braucht seine Zeit,
kein Gras wächst über Nacht,
deine Briefmarkenwelt, sie gab dir
zu denken, es häuften sich
kleine und große Abschiede.
Dich trieb es, was dich bewegt,
in Verse zu setzen, in Stanzen
und Sonette, die kaum
jemand las, die nichts veränderten,
weder die Welt noch dich.
Du spürtest, da muss
noch mehr sein, die ganze Welt
in einem Gedicht - war das
nicht dein Traum, hochfliegend
und nie erreicht?
Heute, mitunter,
fallen dir ein paar Zeilen ein,
das Erinnern schmerzt, du lächelst,
und das alte Papier duftet
wie feuchtes Heu.
7.4.15