Heilung für Hypersozialität-Kranke

Flugblatt zum Thema Befreiung

von  Jack

Dieser Text ist Teil der Serie  Zhuang Jack

Das KZ verlassen


Insofern sich eine Person nicht als bloßes Mittel, sondern auch als Selbstzweck betrachtet, hat sie das Recht auf Suizid. Dieses Recht wird bei härtester Verletzung des kategorischen Imperativs von der Gesellschaft bestritten, die durch ihre Neigung, totalitär zu werden, und Individuen soziozentrisch zu indoktrinieren, zum Konzentrationslager der Seelen wird. Folgende Lügen und Mainpulationstaktiken werden benutzt, um einen zum Freitod Entschlossenen weiter im KZ zu halten (um ihm vampiristisch das Blut auszusaugen, die Lebenskraft, bis diese vollständig erschöpft ist: nur dann ist es ihm erlaubt, "sich umzubringen", aber dann auch bitte so, dass es nach einem erbärmlichen "Selbstmord" eines Verzweifelten aussieht):

Angst vor dem Tod. Lass dir keine Angst vor dem Tod einreden: dein Gehirn ist bestens auf das Sterben vorbereitet. Dein Körper wird den Sterbeprozess als eine positive Erfahrung für dein Bewusstsein nicht bloß unterstützen, sondern dir Euphorie bescheren: wie auf einer guten bewusstseinserweiternden Droge. Nur ist es diesmal echt, und danach kommt kein Tief, sondern dieses Hoch ist das letzte, was du erleben wirst.

Schuldgefühle. Du bist keinem etwas schuldig, schon gar nicht der Gesellschaft oder der "Welt". Leben endet immer tödlich; weil es dein Leben ist, darfst du den Zeitpunkt des Todes frei bestimmen. Nur wenn du dich freiwillig aus Liebe entschieden hast, für bestimmte Menschen am Leben zu bleiben, bist du ihnen verpflichtet, aber auch das nur solange sie auf dich angewiesen sind. Gegenseitige Liebe setzt die Möglichkeit einvernehmlicher Trennung voraus. Liebst du einseitig, kannst du deine "Verpflichtung" jederzeit aufkündigen, und bist deinen Parasiten keine Rechenschaft schuldig.

Pathologisierung. Fast alle Menschen sind verlogen. Die "sozialen Medien" zeigen es so deutlich wie noch nie: jeder ist ein Jammerlappen, spielt aber der Öffentlichkeit ein glückliches und erfolgreiches Leben vor. In Wahrheit leiden alle, sie geben es nur nicht zu. Darum brauchen sie Menschen, die noch mehr leiden, um sich besser zu fühlen. Am Ende ist jeder unglücklich. Das KZ "Gesellschaft" funktioniert emotional nach Gesetzen der Hölle: mach einen anderen noch unglücklicher, und du wirst in deinem Elend ein bisschen glücklicher. Und sie pathologisieren den Wunsch, dieser Hölle zu entkommen, obwohl gerade die, die diesen Wunsch nicht haben, geisteskrank sind. Die "Gesellschaft" und die meisten Gemeinschaften sind sadistische Sekten, die das Leben, das ohnehin schwer genug ist, noch schwerer machen. Befreie deinen Geist von ihren "Werten", ihrer "Moral", ihren "Religionen" und sieh dein Leben, wie es wirklich ist. Lohnt es sich für dich nicht, weiterzuleben, bist du kein "Loser", sondern triffst mit dem Freitod eine rationale Entscheidung.

Falsche Selbsttranszendenz (Lebensaufgabe): Lebe nicht weiter, um "die Welt zu retten", wenn du in dieser "Welt" nicht als Selbstzweck vorkommst. Jedes Ziel, auch das moralisch beste, ist wertlos, wenn du dich, um es zu erreichen, zum bloßen Mittel degradierst. Dass ein guter Mensch Gutes tut solange er lebt, ist für diesen eine Selbstverständlichkeit. Doch wenn du lebst, um Gutes zu tun, und es dir selbst schlecht geht, dann bist du verlogen und erwartest eine Belohnung im "Jenseits". Doch in eine höhere Welt kommen nur Würdige. Reiche kommen dort nicht hin, auch wenn der Reichtum aus guten Taten besteht. Gute Taten sind nur spirituelle Übungen zur Selbstvervollkommnung. In Verbitterung Gutes zu tun, vergiftet deine Seele. Tu Gutes, wenn und weil du glücklich bist. Bist du unglücklich, tu dir selbst etwas Gutes: in fünf Minuten kann alles vorbei sein.

Dies ist nicht als Ermutigung zum Suizid gemeint, sondern als spirituelles Gegengift gegen das sadistische KZ "Gesellschaft", das von Vampiren, Dämonen, Narzissten und anderen Parasiten betrieben wird, um deine Seele zu quälen.


Die Wüste verlassen


Das KZ "Gesellschaft" wurde narrativ in der Wüste "Welt" errichtet: "die Welt" soll angeblich alles sein, was es gibt. Du hast dieses eine zufällige Leben, und dann ist Schluss. Also musst du dich unter allen Umständen an dieses Leben klammern, egal, wie schlecht es ist. Um dich von diesem Gefängnis für deinen Geist zu befreien, musst du begreifen, dass du in Wahrheit das Recht auf Suizid hast: nur dadurch erhält dein Recht auf Leben seine volle Bedeutung. Nur wer selbstbestimmt sterben kann, kann selbstbestimmt leben.

Aber da warten doch die zornigen monotheistischen Götter, die den Suizid als größte Sünde mit der Hölle bestrafen! Ja, das ist das soziozentrische religiöse Narrativ. Selbst das Jenseits wird von der Gesellschaft beansprucht, um auch die zu versklaven, die an ein Weiterleben der Seele nach dem Tod glauben. Doch in Wahrheit kommt die Seele, wenn sie nach dem Tod weiter existiert, nicht an einen anderen Teil dieser Welt, sondern in eine andere Welt.

Philosophisch wird die Welt als ein ganzes Uni- bzw. Multiversum definiert: unser Universum und alle Multiversen, falls es sie gibt, gehören alle zu derselben Welt. Und das Dogma, dass es nur diese eine Welt gibt, ob mit Nichts nach dem Tod oder mit einem soziozentrisch organisierten Jenseits, ist der Weltimmanentismus.

Das geschlossene Weltbild der autoritären Persönlichkeit ist immanentistisch. Erst wird das Weltbild geschlossen, dann verengt. Oft beinhaltet die Welt eines typischen Sozialfaschisten nicht einmal den ganzen Planeten Erde. "Hier ist die Rose, hier tanze", sagte auf die zynisch-faschistoide Art der große Immanenzphilosoph Hegel. Weltentechnisch ein Kleingeist. Wie viele Welten gibt es? Wir wissen es nicht. Die Reise der Seele zwischen den Welten findet nicht in Raum und Zeit statt. Andere Welten können kein Gegenstand empirischer Beobachtung sein. Und auch mystische Erfahrungen anderer Welten sind mit großer Skepsis zu sehen.

Aber was tun? Zunächst den Zaun des Gefängnisses "Gesellschaft" überspringen, überklettern, oder einfach durchs Ein- und Ausgangstor herausspazieren: es ist kafkaesk, doch da standen nie Wachen. Keiner kann dich daran hindern, deinen Geist zu befreien. Gehst du hinaus, siehst du die Wüste. Die Welt scheint eine Wüsteninsel zu sein, und das Lager hinter dem Zaun der einzige Platz, an dem du (über-)leben kannst. Doch wandere umher, erreiche erst einmal den Strand. Vielleicht gibt es Wälder auf der Insel. Vielleicht? Nein, mit Sicherheit! Nur keine Angst. Die Wüste hat Oasen: finde sie! Unmetaphorisch gesprochen: um Aussteiger zu sein, musst du nicht aus dem Leben aussteigen. Lebe abseits der Gesellschaft, es gibt genug Platz, und wenn gerade nicht, dann lebe mittendrin als Eremit: Ernst Jüngers Waldgänger.

Und die anderen Welten? Allein schon ihre Möglichkeit sollte die Platzangst in der Weltimmanenz besiegen. Freue dich auf sie nach deinem Tod, aber träume und intuiere sie schon in diesem Leben. Und du wirst begreifen: dein Bewusstsein ist größer als diese Welt, denn diese Welt kann nicht aus sich heraus, dein Bewusstsein kann aber diese Welt verlassen. Lass dir die vertikale Transzendenz offen (keine Pseudotranszendenz wie z. B. das Christentum) und lass dich nur dann (und zwar stets bewusst temporär, nicht für immer) auf horizontale Transzendenz (Selbsttranszendenz in der Welt) ein, wenn sie nicht räuberisch von dir erpresst wird, etwa durch Scham- und Schuldgefühle oder durch "Sachzwänge", sondern wenn sie mit gegenseitiger Liebe einhergeht: transzendiere dich innerweltlich nur, wenn du dabei auch Selbstzweck bleibst, und nicht zum bloßen Mittel degradiert wirst.



Anmerkung von Jack:

Anfang April 2024

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