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Gedicht zum Thema Tod

von  DanceWith1Life

Heraus tritt fürstlich Blaukraut, griff zum Dosenbier, die fahle Wang war Schmuckbehang, der Klimpertrost, ein Geschenk des Pan, würfelte neue Muster ins Wortversteckt.
Hast du mein LI  gesehn, fragt räuspernd er, die angerauhten Hände schwer im Sack verrenkt, ein Popel filtert seine Nase, so dass er schluckt, und spunkt ins riesengrosse Taschentuch.
Herrje, mein Onkel Wilhelm, der uns zur Trauerfeier hingefahrn, des kriegsverletzten Opas, sein letztes auch nicht selbstgemachtes Bett, das liegt im Freien jetzt, dort, neben anderen Steinen, und ein paar frischen Hügeln.
Da saß ich nun mit meinen
ersten selbsterdachten Reimen
und sah den Tod
Und kein Hurra geschafft
nur ein Ende einer schmerzend Not
und keifende Verwandtschaft
die wild um sich schlug.
So ist der der Tod,
wollt ich mir sagen.
vermocht es aber nicht.
denn hier nun lebte ich
und der Gestorbene hat geschwiegen.

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Kommentare zu diesem Text


 FrankReich (01.05.19)
Ich habe manchmal doch eine recht lange Leitung, da ich mich in diesem Fall fragte, warum Dein Gedicht noch nicht kommentiert wurde.
Ja, ist denn der Tod immer noch ein derartiges Tabuthema, dass sich da niemand herantraut?
Vielleicht kommt es aber auch darauf an, wie der "Stoff" angegangen wird, und ich finde Deine Vorgehensweise tot(al) in Ordnung.
Hut ab!

Ciao, Ralf

 DanceWith1Life meinte dazu am 01.05.19:
thx, ich glauibe, mehr denn je, er würde die Oberflächlichkeit unserer Lebensweise zu sehr erschüttern.

 FrankReich antwortete darauf am 02.05.19:
Um meine rhetorische Frage etwas zu präzisieren: Mein Lieblingsgedicht zum Thema Oberflächlichkeit und Technik ist Günther Eichs Gedicht "Kleine Reparatur". Wahrscheinlich kennst Du es, falls nicht, sehr empfehlenswert.
Ebenfalls super von Durs Grünbein das Gedicht "Berlin" aus seinem Bändchen "Den teuren Toten". Falls Du letzteres nicht ausgoogeln kannst, und es Dich interessiert, schreibe ich es Dir, "postwendend".

Ciao, Ralf
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