Sie hasst die Fragen und erschießt die Antworten.

Innerer Monolog zum Thema Menschen

von  Remy

Sie sagte, ich würde sie ignorieren, sie sagte, ich gäbe ihr das Gefühl, nichts wert zu sein, dabei tue ich nichts bewusst, wandle durch den Alltag mit leerem Blick und einem Kopf voller Gedanken, die sich matsch im Irrgarten meines Stresshaushalts auf dem Boden davon schleifen. Ich habe ihr nichts getan, ich habe ihr rein gar nichts getan und sie stößt mir vor den Kopf und wie sie stößt! Respektlos ist das, einfach nur respektlos, ich habe mich bemüht, ich zu sein, es wird nicht akzeptiert, was heißt das, etwa dass man mich nicht akzeptieren könne?
Es nervt, es nervt, ungemein, Kindergarten, Kevin allein. Man muss sich verbiegen, um gemocht zu werden, aber wenn man sich verbiegt, sagen sie, man würde sich verstellen. Man kann es niemanden recht machen und besonders nicht ihr. Friede, Freude, Eierkuchen, das wäre ihr lieb. Umarmungen, lustig sein, albern sein, alles das Gleiche, das alles plus eine Prise mir gleich null. Das bin nicht ich, das ist nicht sie. Denn sie selbst ist doch gar nicht anders, aber es fällt immer leichter, anderen etwas vorzuwerfen, statt sich die Zeit zu nehmen, darüber zu reflektieren, ob man nicht ebenso einen Beitrag dazu geleistet hat. Immer sind es die anderen, immer die anderen, niemals man selbst. Scheiß auf alles, scheiß auf das, scheiß auf sie, es nervt. Ich kann nichts dafür, dass ich abschalte - so gut ich kann - um die richtigen Schalter in Zukunft zu drücken. Ich kann nichts dafür, nicht aktiv meinem Umfeld das zu geben, was sie brauchen, das bin nicht ich, sondern Aufmerksamkeit und Liebe. Das kann nur jemand empfinden, der sich wertlos fühlt. Sie erkennen nicht, dass sie einen Wert haben, natürlich auch für mich. Aber das verstehen sie nicht, das ist nicht arrogant, das ist schade. Solche dummen Aussagen kann man schlichtweg treffen, wenn man sich selbst zuwider ist. Und ich frage mich, warum sie sich selbst bestrafen. Nein, sicherlich bin ich kein Gewinn für ein Leben, aber sicherlich auch kein Verlust. Manche bewegt man, andere hält man still, das ist das Leben, das ist in Ordnung, obwohl Chaos doch so spannend erscheint. Man sucht nach Aufregung, nach Menschen, die innerliche Aufregungen verursachen, die einen positiv stimmen. Das meint das Gleiche, aber Menschen, die einen negativ beschäftigen, ohne dafür etwas zu tun, was können die dafür? Das Zwischenmenschliche, das auf dem Alltag beruhte, nicht auf dem Besonderen, nicht auf dem Magischen, das zu verurteilen, das ist doch völliger Irrsinn. Ich kann mich nur aufregen, es trifft bei mir auf Unverständnis. Es lässt sich keine Berechtigung ausmachen, um etwas zu verstehen, was nicht verstanden werden will und was die Denkenden und Handelnden selbst nicht verstehen. Sie agieren aus ihrer inneren Unruhe heraus und schaffen dabei nichts Neues, nur noch mehr von dem, was keiner braucht. Das wollen sie gar nicht, sie wählen die Worte, um einen Abschluss zu machen, aber diese Worte bewirken nur das Gegenteil.
Es geht weiter, immer weiter, der Gestank der Scheiße klebt sich fest in den Nasenscheidenwänden. Hihi, es kribbelt. Hehe, scheiße, es juckt. Die innere Ruhe finden, jeden Gedanken überdenken und überdenken, bis sich alles wiederholt und man weiß, es wird sich nichts ändern, was bedeutet, man hat seine endgültige Meinung gefunden Komma Punkt - Das wäre doch schön. Ich meine, wer Ruhe sucht, der findet und wer findet, der wird sich niemals direkt danach über etwas aufregen, was er nicht gefunden hat, sondern sich seiner Schätze erfreuen, egal ob die Truhe mit Gold oder Scheiße gefüllt ist. Es heißt Erfahrung, es ist etwas Kostbares, was man nicht verkaufen kann, was bei einem bleibt, egal wie sehr man seiner Vergangenheit untreu wird. Wir bleiben nicht. Natürlich habe ich Fehler, aber wenn ich als Mensch eine Straße entlang gehe und im Himmel nach Wolken in Formen von Herzen suche, dabei die winkende Gefährtin übersehe, dann heißt es nicht, dass man mich vor das Auto schubsen muss, um darauf aufmerksam zu machen. Man nimmt Verletzungen in Kauf. Zu was macht dich das? Ich weiß es nicht, ich weiß es nicht. Und auf ehrliches Entschuldigen so zu reagieren, wie sie es getan hat, wie du es getan hast, zu was für einen Menschen macht dich das?
Keine Sorge, ich kann es auch nicht beantworten, aber es sind auch nicht die Fragen, die mich eigentlich beschäftigen, denn jetzt geht es um alles, um mein Leben, um meine Zukunft, um mein Glück, um meinen Tod, meine Vergangenheit und mein Pech - und nicht um dich. Ich kämpfe bei jedem Atemzug, um weitere haben zu können. Ich will Sieger sein! Wer das nicht versteht, das nicht erkennt und das nicht versteht, obwohl es doch so menschlich ist, obwohl es in den tiefsten Schatten meiner Augenringe offensichtlich ist, der ist weder ..., noch ... So spielt auch das Innere des anderen keine Rolle, nur die Außenwirkung. Man hätte ja fragen können, warum man so ist, warum man so handelt, ob es dafür Beweggründe gibt oder ob man einfach ein Scheißmensch ist, eine Toilette, aber nein, es wird nichts getan, außer zu reiern! Man frisst weiterhin die selbst ausgedachte Scheiße, bis man fast kotzen muss, aber dann läuft man nicht zum Klo, sondern holt einen Briefumschlag aus der Schublade und übergibt sich dermaßen, dass es überschwappt. Dann wird der Brief mit dem Restspeichel verschlossen und dem Übeltäter auf die Fensterscheibe des Autos geklatscht - Guten Morgen, du Arschloch! Was für eine Schmach! Ich bin mit meinem Französisch am Ende, Latein habe ich nie gelernt. Auch dann hätte ich dich nicht verstanden. Ich bedauere, was ich gelesen habe, noch mehr, nicht verstanden zu werden, aber die Welt dreht sich eben nicht nur um eine Person, sondern um die eigene Achse. Egoisten blühen auf. Und auf dieser Welt leben viele Menschen, nicht nur eine. Das mag paradox klingen, aber eigentlich ist es simpel, so wie ich, wenn man mich nur fragt, aber das kommt ja nicht in Frage, weil urteilen doch so viel simpler ist, wie du.

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Nicht jeder Fehler ist ein Fehler, denn manch Fehler ist gewollt, weil fehlerfrei nicht alles fehlerfrei macht.

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