Meine Anzeige am Freitag, dem 13.

Text

von  Annabell

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"Düsseldorfer Anzeiger", kostenlose KLEIINANZEIGEN:

WUNDERSCHÖNER Babykorb auf vier Holzrädern mit Rundverdeck und weißen Rüschen, passend für zwei Säuglinge,
an Selbstabbholer zu verschenken, 
Tel. 0211, .......................

GROSSE BOGENSCHWINGLEUCHTE mit weißem Schirm und schwerem Marmorfuß,
an Selbstabholer zu verschenken,
Tel. 0211 ..........................

KLEINES SPANISCHES SIDEBORD mit rustikalem Flair,  2 Schubladen und 2 Türen, Maße: L57, B39, H81,
an Selbstabholer zu verschenken.
Tel.: 0211...........................

FUNDGRUBE: Diverse Kleinteile aus dem Keller (für Bastler) sowie RADIO und COMPUTERARTIKEL,
an Selbstabholer zu verschenken
Tel.: 0211 ..............................

FREITAG der 13., frühmorgens 6 Uhr:
"Hallo, Sie haben gemacht Anzeigen für Flohmarkt. Ich kommen und holen alles sofort, ich bringe mit Lastwagen, wo Du wohnen?"
- Peng, aufgelegt -
7 Uhr:
"Ist Bogenleuchte noch da? Bitte reservieren."
- Peng, aufgelegt (wir waren noch im Nachthemd)
"Guten Morgen, kann ich die Teile besichtigen?
"Gern, aber erst ab 10 Uhr."
"Wo wohnen Sie? Ist das weit weg?"
"Rufen Sie um 11 Uhr nochmal an!"
(Mein Goldstück hatte dummerweise die Anschrift dem Ausländer mitgeteilt, hätte er besser nicht getan). Dann kamen etliche Anrufe,  und Kunden nahmen mit, was sie konnten. Auch die schöne Bogenleuchte.
"Es ist 11 Uhr, machen sofort Tür auf!"
"Unverschämtheit, was fällt Ihnen ein?"sagte ich. "Die Tür bleibt zu!"
"Du haben gesagt 11 Uhr. Ist jetzt 11 Uhr. Ich stehen vor Haus. Du alte Pottsau, du Scheißdeutsche, behalt Deinen Mist allein"
- Peng- aufgelegt -
Wir konnten alles verschenken und haben manchen Anruferrn Freude berreitet. Aber nie wieder Anzeigen schalten,
man denke nur an die Mahnungen von XY-ungelöst (sagte Schatzi mit erhobenem Zeigefinger zu mir).

Klingelbim: Der Interessent von vorhin war in der Leitung:
"Es ist 10 Uhr. Ich stehen mit Lastwagen vor Deiner Haustür. Machen sofort auf Du Scheißdeustche!"
Unverschämtheit. Mein Goldstück war Zeitung holen, und ich öffne nicht ohne ihn.
Eine nette junge Frau rief erneut an. "Ist die Bogenleuchte noch da und der spanische Schrank.?"
"Ja, kommen Sie schnell, sonst ist alles abgeholt".
Sie kam, war begeistert, baute die Bogenleuchte mit Lampe auseinander und nahm für ihren 9-jährigen Sohn das im Keller liegende Radio mit. Siei ist allein erziehende Mutter. Der kleine Bastler würde das schon wieder ingang kriegen.
Eine schwangere junge Mutter freute sich über den Babywagen. Sie hatte kein Geld für einen neuen und wurde von ihrem Freund sitzen gelassen - mit Zwillingen!
Erst eine schöne Tasse Kaffee beruhigte mich. Das also war Freitag, der Dreizehnte!
Seit über 30 Jahren führe ich ein EREIGNISBUCH, in welches diese wahre Begebenheit hineingehört.

Kommentare zu diesem Text

Sätzer (77)
(14.11.20)
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 AvaLiam (14.11.20)
Sozusagen schlug es Dreizehn. :D

Aber solche Begebenheiten sind mir auch vertraut.
Auch gestern - an deinem besagten Freitag.
Ich habe eine etwas im Auftrag verkauft und musste zum "Lager" laufen. Erklärte ich dem Ebayer, dass ich frühestens in 10 min da sein kann - 2 min später: "Eh, wo bleibst du=? Steh schon vor Tür. Wo muss ich klingeln?" Ich: "Ich hatte Ihnen geschrieben, dass ich frühestens in 10 min vor Ort sein kann., Ich bin gleich da." Ernte ich als Antwort: "Beeil dich. Ich bin schon da."

Was die eigentliche Kommunikation anbelangt, entschuldige ich ja viel Unwissenheit und Ungeübtheit der deutschen Sprache, schaue über vermeintliche Unfreundlichkeiten hinweg und bastle mir dann den Inhalt zurecht.
Aber hey - Überraschung.
Das war ein Deutscher.

Ich hoffe, die Freude, die du anderen machen konntest, überwiegt den negativen Einflüssen.

Und der nächste Freitag, der 13. wird ganz bestimmt dein Glückstag.

Liebe Grüße - Ava

 Annabell meinte dazu am 14.11.20:
Sätzer AvaLiam
Dankeschön für Eure *chen zu meinem Text. Heute am Samstag ging die Klingelei weitter. An ein Mittagsschläfchen war nicht zu denken.
Ein schönes WE mit viel Sonnenschein wünscht Euch
Annabell

 Annabell antwortete darauf am 14.11.20:
franky
dankeschön für Dein *chen.
LG Annabell

 Graeculus (14.11.20)
Interessierte Frage: Haben die wirklich "Scheißdeutsche" zu Dir gesagt?

(Bei der Schreibweise solltest Du Dich entscheiden: Scheißdeutsche - richtg, Scheissdeutsche - falsch.)

 Annabell schrieb daraufhin am 14.11.20:
danke, habe korrigiert.
LG Annabell

 Regina (14.11.20)
du hast die Realität beschrieben, nicht mehr nicht weniger. Kann überall erlebt werden. LG Gina

 Annabell äußerte darauf am 15.11.20:
Liebe Gina, Du sagst es. In dieser kurzen Zeith haben wir oft schmunzeln müssen, aber waren auch verärgert über die Beschimpfungen. Heute geht es betimmt weiter, denn die Ausländer sind sehr stark interessiert an Flohmarktartikeln, doch wegen Cororna findet ja nichts statt.
Einen schönen Sonntag wünscht Dir
Annabell
(vielen Dank für Dein *chen)

Antwort geändert am 15.11.2020 um 07:02 Uhr

 Annabell ergänzte dazu am 16.11.20:
Dieter_Rotmund

Hallo Dieter_Rotmund,
ich bin erstaunt und erfreut, daß Du mal nichts an meinen Texten zu "meckern" hast. Also bedanke ich mich "artig" bei Dir für Dein *chen.
Eine schöne Woche mit viel Sonnenschein wünscht Dir
Annabell

Antwort geändert am 16.11.2020 um 09:14 Uhr
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