Stielmus unter Fördertürmen

Experimenteller Text zum Thema Alltag

von  Tantum

Man sagt, das die Erinnerung an die Vergangenheit erst nach dem dritten Lebensjahr einsetzt. Das erste, an das ich mich in meinem Leben erinnern kann, ist ein Hummel-Stich. Sie hat mich genau in der Mitte des Daumens erwischt. Welche Hand es war kann ich allerdings nicht mehr sagen, hinterlässt ja keine Narben. Meine Mutter hat mir allerdings später gesagt, das ich da erst zwei war, weil es vor der Geburt meiner Schwester geschehen ist. Also ein traumatisches Erlebnis, dass sich tief eingeprägt hat.

Ich habe das Bild noch lebhaft vor Augen. Es war Sommer. Die rosa Plastik-Badewanne zum Planschen (so eine Art Wäschekorb) stand vor dem „Findling“. Mama, Papa, Opa und Oma saßen auf der Terrasse. Wahrscheinlich haben sie Stachelbeeren oder so „gepiddelt“. Links neben dem Findling befanden sich Grasnelken, die allerdings schon verblüht waren. Hinter dem Findling blühten Kokardenblumen in voller Pracht. Diese reichten mir etwa bis zur Brust. Wahrscheinlich gab es eine Menge Insekten die diese Blüten aufsuchten, aber die Hummeln hatten es mir besonders angetan.

Der schwarze, pelzige Körper mit den hübschen gelben und weißen Streifen. Ich musste sie einfach anfassen und streicheln.

Da hat sie mich gestochen, dieses unverständige Tier. Ich wollte sie doch nur streicheln und zeigen, dass ich sie mag.

Meine erste Lektion, was passieren kann, wenn man übergriffig wird.


Es ist dieser Garten, der meine Erinnerung an die früheste Kindheit geprägt hat.

Aus dem Wohnzimmer gelangte man auf die Terrasse. Die ersten Meter wurden durch den Balkon überdacht. Dort oben wohnten Oma und Opa. Man konnte also auch bei Regen draußen sitzen, was wir im Sommer oft getan haben. Es gab verschiedene Arten von Regen. Da war der feine Landregen, den man kaum sah oder der heftige Platzregen, der Blasen schlug wenn er aufprallte. Ich hab Regen stets gemocht. Es kam mir immer so vor, als halte die Welt einen Moment inne wenn es regnet. Ein kurzer Moment der Stille und Besinnlichkeit. Das herunterfallende Wasser und jeder für sich in seiner eigenen Gedankenwelt.

Links gab es eine verputzte Mauer, auf die man nicht drauf klettern durfte, da dahinter die Kellertreppe des Nachbarhauses war. Wenn man da runter fällt ist man tot.

Rechts war ein Beet mit einer Pergola. Am Rande wuchs Blaukissen und an der Pergola rankten herrlich duftende Rosen mit roten und rosa Blüten. Dahinter war unsere eigene Kellertreppe, wo man auch nicht hin durfte, da man sich dort „Aua machen“ konnte.

Nach vorne wurde die Terrasse begrenzt durch eine niedrige Natursteinmauer. Hinter dieser Mauer wuchs eine Konifere und versperrte (mir) den Blick auf den restlichen Garten, der sich mehr als 50 m in der Länge dahinter erstreckte. Alles gewaltig groß wie es mir damals erschien.

Rechts neben der Konifere und Mauer war der Plattenweg, der von Terrasse und Kellertreppe in den eigentlichen Garten führte, und diesen in zwei gleich große Flächen unterteilte. Rechts war der Garten von Oma und Opa, links der von uns. So richtig getrennt war das allerdings nicht. Der Garten diente insgesamt dem Obst- und Gemüseanbau für alle. Rechts und links dienten lediglich der Unterscheidung besonderer Vorlieben, sprich Zierpflanzen.

Omas Garten links war vor allem im vorderen Bereich ein wildes Sammelsurium von bunten Stauden und Kräutern. Hierzu gehörten auch die Kokardenblumen und Grasnelken. Es war ein Gewirr von herumschwirrenden Insekten und Düften. Viele Kräuter und Gewürze wuchsen hier, die nicht nur in der Küche Verwendung fanden, sondern auch in die vielen Konserven wanderten, die damals für den Winter produziert wurden. Dill für die eingelegten Gurken diene hier nur als Beispiel. Frisch verwendet wurden vor allem Schnittlauch und Petersilie. Letztere musste jedes Jahr an einem neuen Platz ausgesät werden, da sie sich selbst nicht verträgt, wie Oma sagte. Eine besondere Pflanze die mir in Erinnerung geblieben ist, war die Wolfsmilch. So nannte Oma sie. Die war giftig und gut gegen Wühlmäuse wie Oma sagte. Die Mäuse mögen ihren Geruch nicht erklärte sie mir. Komisch, die Pflanze hat überhaupt nicht gerochen, aber ich bin ja auch keine Wühlmaus. Später fand ich heraus, das es sich um die Kreuzblättrige Wolfsmilch handelte. Diese hier nicht heimische Pflanze bildet Samen aus, die von Mäusen als vermeintliche Nahrung gefressen werden, und diese dann auf Grund ihrer Giftigkeit rasch töten. Wo diese Pflanze hierzulande auftritt, gibt es nicht mehr lange Mäuse.

Opa hielt das für Platzverschwendung und wollte die Fläche lieber für Gemüse nutzen. Er hat jedes Jahr damit gedroht alles Umstechen (Umgraben) zu wollen. Getan hat er es nie. Es hätte etwas gefehlt, wenn er es nicht angedroht hätte.

Auf der linken, also unseren Seite, gab es im vorderen Bereich einen Fliederbaum. Davor war eine „Sternmoosfläche“ in der sich eine einzelne Zwiebelpflanze befand, eine Puschkinie. Wenn das Sternmoos blühte, war es übersät mit winzigen weißen Blüten. Auf diesem kühlen Polster habe ich oft gelegen und in den Himmel geschaut. Welche besondere Bedeutung der Flieder für meinen Vater hatte, habe ich erst sehr viel später erfahren. Die Puschkinie ist untrennbar mit meiner Oma verbunden, da niemand sonst den (korrekten) Namen dieser Pflanze kannte.

Unangefochtene Kapazität für Pflanzen war meine Oma. Von ihr habe ich all diese Namen. In einigen Fällen lag sie aber falsch. Das gerade beschriebene „Moos“ war kein Moos, sondern Selaginella, eine höhere Pflanze aus den subantarktischen Gebieten der Südhalbkugel, die dichte, moosähnliche Polster ausbildet. Die weiter oben beschriebenen Grasnelken, sind tatsächlich Pfingstnelken und mit den eigentlichen Grasnelken nicht wirklich verwandt. Die Konifere vor unserer Terrasse war ein alter, großer, aber niedriger, Tamarisken-Wacholder aus Ostasien. Der Fliederbaum war natürlich ein Fliederstrauch, der als „Hochstamm“ und damit baumähnlich ausgebildet war. Ich habe später herausgefunden, das es die gefüllt-vielblütige, stark duftende Sorte ‚Mme Lemoine‘ war.

Hinter dem Flieder befand sich auf unserer linken Seite ein Birnbaum, zwei große Pflaumenbäume, eine Ontario-Pflaume und ein Apfelbaum der Sorte Ontario. Leider habe ich meine Eltern nie gefragt welche Birnensorte das war, aber es war das beste was ich birnenmäßig je gegessen habe. Ich vermute das es sich um ‚Gellert‘s Butterbirne‘ gehandelt hat. Sicher ist das aber nicht, nur eine Vermutung. Die großen Pflaumenbäume waren Hauszwetschgen mit enormen Ertrag. Den ganzen Sommer gab es Pflaumenkuchen, Nudeln mit eingekochten Pflaumen (kalt wenn es heiß war). Im Winter eingelegte Pflaumen zu Vanillepudding und Pflaumenmus. Die Ontariopflaume schmeckte nicht besonders. Sie war groß, grün, süß aber ziemlich fade. Den Ontarioapfel gab es den ganzen Winter über. Der hielt sich im Keller auf Decken ausgebreitet nämlich bis März. Von Dezember bis Januar mochte ich den nicht, da er eine total harte Schale hat und ziemlich sauer schmeckt. Februar und März mochte ich ihn dann ganz gerne, weil es keine anderen Äpfel gab, wobei der dann im März schon ganz schrumpelig und deutlich süßer war. Kam mir zumindest so vor. Zwischen den Bäumen und im hinteren baumfreien Teil wurden Kartoffeln, Bohnen und allerlei Gemüse angebaut. Am Wegrand, also der Trennung der Gartenteile links und rechts wuchsen einige Beerensträucher. Stachelbeeren und Schwarze Johannisbeeren. Die Stachelbeeren wurden grün, also unreif, gepflückt und eingemacht. Im Winter schmeckten sie dann sehr gut auf Torte. Unreif essen durfte man sie auch nicht, da man davon Aua-Bauch kriegt. Ein Strauch aber blieb bis zur Reife stehen. Diese Stachelbeeren waren in vollreifem Zustand kräftig gelb, zuckersüß und saftig. Später habe ich erfahren, das es sich um die Sorte ‚Hönigs Früheste‘ handelte. Am Ende des Gartens am Zaun war eine Reihe von Roten Johannisbeeren. Diese waren auch ziemlich sauer und wurden zu Saft gepresst, aus dem dann Johannisbeergelee gekocht wurde. Dieser hellrote, durchsichtige Gelee war etwas säuerlich und wurde meist mit Quark auf dem Brot gegessen. Ein Teil des Saftes wurde allerdings mit den schwarzen Johannisbeeren vermengt und zu Marmelade verkocht. Schwarze Johannisbeeren ohne diesen Zusatz, ergeben eine nahezu schnittfeste leicht bittere Marmelade. Bei uns gab es damals alle drei Sorten in reichlicher Menge und sie hing mir später zum Hals heraus. Ich hatte ja keine Ahnung. Heute gibt es so etwas nur noch im Biomarkt zu horrenden Preisen. Schwarze Johannisbeeren können nicht maschinell geerntet werden.

Zu erwähnen ist auch noch die Saftpresse. Vor der hatte ich einen Heidenrespekt. Sie war so eine Art Fleischwolf. Oben gab man die Johannisbeeren ein. Dann drehte man an einer Kurbel und vorne lief der reine Saft heraus und hinten wurde eine gepresste Wurst aus Kernen Stielen und Haut ausgestoßen. Sah fast aus wie Vogelscheiße. Je nach Wetter wurde dieses Ding entweder am Terrassentisch befestigt, oder im Keller in der Waschküche. Meist war es Papa, der das Ding bediente. Er presste die Johannisbeeren mit seiner Hand tief in den Einfülltrichter und immer wenn ich dabei zusah, hatte ich Angst, das seine Finger mit zerquetscht werden. Vorne läuft das Blut raus und hinten Knochen und Haut ….

Der Gartenweg, der mit Platten und Steinen unterschiedlichster Art belegt war und eine Einfassung aus Kantensteinen ebenfalls abenteuerlicher Mischung hatte wurde übrigens „Die Fuhr“ genannt.

Auf der rechten Seite der Fuhr, also Omas und Opas Teil gab es im vorderen Teil einen Sauerkirschbaum, eine Schattenmorelle um genau zu sein, eine weitere Birne, die nicht so gut geschmeckt hat und nur zum Einmachen verwendet wurde (im Winter da hat sie aber geschmeckt, und wie, mit Zimt eingemacht!) und vier Apfelbäume. Die ersten beiden waren ziemlich lecker und wurden sofort verzehrt bzw. zu Apfelkuchen verarbeitet oder eingemacht. Leider habe ich nie gefragt was für Sorten das waren. Einer davon ähnelte ‚Cox Orange’, war aber doch etwas anders. Der andere war mehr mehlig wie ‚Boskop‘ aber total rot statt gelb-grün. Die beiden hinteren Apfelbäume waren die Sorte ‚Klarapfel‘ und wurden zu Apfelmus verarbeitet. Das Mus war absolut klasse. Roh konnte man die aber nicht so gut essen, die waren total sauer. Aus den Sauerkirschen wurde vor allem meine Lieblingsmarmelade kreiert. Roh waren die ziemlich sauer, aber als Marmelade war es kirschiger als jede Süßkirsche jemals seien konnte. Opa und Oma machten aus Sauerkirschen, Brombeeren und schwarzen Johannisbeeren auch Likör. Der Likör wurde dann bei Feierlichkeiten vor allem von den Frauen getrunken. Besonders beliebt war der Kirschlikör meiner Oma. Sie nahm Wodka statt Korn und würzte mit echter Vanille. Für uns war das aber kein Likör, sondern Kinderschnaps. Wann immer man eine Aua hatte und weinend zu Oma lief, gab es einen Fingerhut voll Kinderschnaps als Medizin. Hat immer gewirkt, soweit ich mich erinnere.

Dahinter folgte auch der offene Kartoffel- / Gemüseteil und am Ende am Zaun an einem Rankgerüst Brombeeren. Ich habe nie in Erfahrung gebracht, welche Sorte das war, aber die waren groß, zuckersüß, saftig und sehr stachelig. Auch daraus wurde Marmelade gemacht. Direkt an der Fuhr gab es noch einen Wermut. Eigentlich eine Staude, aber dieses Ding war uralt und hatte einen verholzten Stamm. Das Kraut hat so ziemlich den bittersten Geschmack den man sich vorstellen kann. Der stand da weil er gut für Beeren ist, sagte Oma. Des weiteren gab es dort noch drei Rhabarberstauden. Als Rhabarberkompott auf Reis mochte ich den sehr gerne. Als Nachtisch roh mit Zucker mochte ich den aber gar nicht. Viel zu sauer. Er wurde auch mit Erdbeeren zu Marmelade verkocht. Die war auch super lecker. Erdbeeren hatten wir zwar auch im Garten, aber nur zum Frischverzehr am Rand der Fuhr. Einmal im Jahr ging es zur Erdbeerzeit ins Münsterland zum Erdbeerpflücken. Es landete dann ein Zentner Erdbeeren oder so an der Kasse und nach dem Bezahlen im Auto, die zuvor verzehrten zwei Zentner wurden nicht bezahlt. Meine Pflückerträge waren immer dürftig, da ich immer alles sofort gegessen habe.

Auf beiden Seiten gab es natürlich einen Kompost. Dort landete alles was kompostierbar ist. Ein magischer Anziehungspunkt für Kinder wie mich. Was dort alles herum fleucht.

Ich mochte sie alle, die Tiere in unserem Garten. Damit meine ich weniger das „Großvieh“ welches sich dort regelmäßig einfand.

Das einzige Säugetier welches regelmäßig vorbei schaute war die Hauskatze. Diese wurde allerdings von den Erwachsenen konsequent vertrieben wenn sie auftauchte, da sie „nützliche“ Singvögel frisst.

Gelegentlich tauchte auch mal ein Igel auf. Diese stacheligen Gesellen bekamen dann eine Schale Milch hingestellt, da sie „nützlich“ waren. Die sicherste Methode diese Tiere umzubringen, wie ich heute weiß, da sie keine Kuhmilch vertragen und so eine Art allergischen Schock nach dem Genuss erleiden.

Ebenfalls vertrieben wurden aber auch „nicht nützliche“ Singvögel wie z. B. Amseln (die fressen Kirschen und Beeren) und Tauben (die fressen alles) sowie Spatzen (die fressen die Saat). Spatzen waren damals so zahlreich, dass sie sich zu Hunderten auf unserer Terrasse niederließen.

Elstern und Krähen waren dagegen recht beliebt (allerdings damals eher selten), weil sie Tauben, Amseln und Spatzen verjagen.

Ich erinnere mich noch gut, wenn meine Erwachsenen das laute, mit hochgereckten Armen begleitete „Tsch“, anwendeten, um Vögel und Katzen zu vertreiben.

„Nützliche Vögel“ wurden dagegen nach Kräften gefördert. Besonders Meisen. Nisthilfen gab es reichlich. In jedem Baum mindestens eine. Dazu natürlich die Winterfütterung auf der Terrasse und auf dem Balkon.

Dort konnte man dann gemütlich vom Wohnzimmer den Unterschied zwischen Gut und Böse deutlich sehen.

Gute Vögel sind natürlich bunt und prächtig, böse Vögel dagegen eher unscheinbar braun.

So tummelten sich die bunten Kohl-, Blau-, Tannen- und Schwanzmeisen an den für sie optimierten Futterstellen, während die unscheinbaren Spatzen und Amseln sich nur an dem laben konnten, was den Meisen herunterfiel. Waren gerade keine Meisen anwesend, wurden die anderen Vögel mit „Tsch“ vertrieben.

Da hat die Erziehung bei mir eindeutig versagt. Die vogelisken Vögel sind für mich ganz klar Amseln, die mag ich besonders. Den Gesang der Männchen verbinde ich mit meiner Kindheit in der Stadt. Es war allgegenwärtig. Das leise „tsts“ der bunten Meisen kam nie dagegen an.

Aber es ging mir ja nicht um die großen Tiere, die sich davonmachen können. Es geht ja um meine früheste Kindheit und damit um die Tiere, die sich meinem Zugriff nicht entziehen konnten.

Das häufigste Tier war sicherlich die Kellerassel. Die gab es ja sogar im Haus, im Keller wie der Name schon sagt. Dort wurden sie natürlich bekämpft, da sie schädlich waren. Das waren sie in der Tat, wenn ich heute bedenke, das dort unser gesamter Wintervorrat gelagert wurde. Nicht alles war in Gläsern und Dosen sicher verpackt. Äpfel lagen auf dem Boden. Zwiebeln hingen an der Decke, neben Schinken und Salami.Dazu die oft in Stoffbeuteln gelagerten Sämereien für das nächste Jahr.

Die Assel als solche ist als Krebstier ja eher ein Freund des feuchten, dunklen Miljöhs. Dort konnte ich sie sicher erbeuten. Unter Steinen und den Grasnelkenmatten habe ich sie stets gefunden. Dann kamen sie unter meine fürsorgliche Obhut. In Gläser gesperrt waren sie sicher vor jeder Nachstellung von Fressfeinden. Aber irgendwie wussten die das nicht so richtig zu schätzen. Ständig haben sie versucht auszubüchsen wenn sich die Gelegenheit ergab.


Fortsetzung folgt, falls erwünscht.




Anmerkung von Tantum:

Über Grammatik und Rechtschreibung wollen wir mal nicht reden, aber es würde mich interessieren, was erfahrene Autoren zum Thema und Stil sagen können. Würde irgendjemand so etwas lesen wollen?

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Kommentare zu diesem Text


 Rosa_rugosa (21.06.23, 10:13)
Hallo Tantum, ja, ich lese so etwas gern - vermutlich weil vieles von meiner eigenen Kindheit wachgerufen wird. Ich erinnere mich gut: Gärten waren Lebensmittelpunkte. Die Farben, die Düfte, das Ernten, der immer wieder wechselnde Anblick des Gartens, je nach Jahreszeit ...!
Gleichwohl würde ich an diesen Text nochmal 'rangehen. Stellenweise ist er mir zu "botanisch", zu genau sein wollend, etwas zu akribisch beschrieben und auch zu lang. Und sprachlich etwas unentschieden: Da sind umgangssprachliche Formulierungen drin ("Wenn man da runter fällt, ist man tot"), die mich überhaupt nicht stören, die aber vielleicht doch nicht einfach so "eingebettet" werden sollten, sondern evtl. deutlicher herausgestellt, beispielsweise wie ein Zitat.
Aber das sind Kleinigkeiten, die man alle schnell "auswetzen" kann!

Ich nehme an, Du schreibst über eine Kindheit im Ruhrgebiet? Die Fördertürme deuten darauf hin, das Stielmus als regionale (und fast vergessene) Delikatesse auch. Auch ich bin ein Ruhrgebietskind und habe lebhaft in Erinnerung, in welchem Gegensatz die wunderbaren Gärten mit Obst, Gemüse und Blumen zur schroffen und hermetischen Industriearchitektur standen. Das waren unterschiedliche Welten!
Und wie schade ist das Sterben der Nutzgärten! Plötzlich war der edle Rasen wichtig, Gemüseanbau "haben wir doch nicht mehr nötig" usw.

 Muckelchen (21.06.23, 10:23)
Würde irgendjemand so etwas lesen wollen?

Nein. Wenn schon im ersten Absatz mehrere Rechtschreib- und Kommafehler auftauchen, erlischt mein Interesse.
Warum betonst du, dass du über Rechtschreibung und Grammatik nicht reden möchtest? Meinst du nicht, dass das zum Schreiben dazugehört?
Agnete (66) meinte dazu am 21.06.23 um 10:41:
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 Dieter_Rotmund (21.06.23, 15:21)

...aber es würde mich interessieren, was erfahrene Autoren zum Thema und Stil sagen können. Würde irgendjemand so etwas lesen wollen?
Dazu ein klares Nein, weil du nur fortlaufend und fast ausschließlich Dinge beschreibst, diese Eintönigkeit wirkt zunehmend bleiern.

 Dieter_Rotmund antwortete darauf am 21.06.23 um 15:23:
Zudem stören die Rechtschreib- und Zeichensetzungsfehler den Lesefluß, das kann man nicht einfach abtun.

 Redux schrieb daraufhin am 21.06.23 um 16:57:
Eine absolut lesenswerte Geschichte, wunderbare Erinnerungen, die du beschreibst.
Schade ist es, dass diese langen Texte nicht die Anerkennung bekommen, die sie verdienen.
Klar, der Text sollte noch überarbeitet werden, was aber seinem lesenswerten Inhalt nicht schmälert.
Ich kann deiner Beschreibung keine Eintönigkeit bescheinigen, im Gegenteil, es sind sehr viele schöne Bilder, die auch mich an meine Kindheit erinnern.
Dazu ein klares Ja.

Und zu Dieter Rotmund ein klares Nein, insbesondere als Kommentator.

 Dieter_Rotmund äußerte darauf am 21.06.23 um 17:13:
Haben wir beide irgendein Problem miteinander, lieber Redux?

Tantum hat ausdrücklich um ein Feedback gebeten und das habe ich gegeben. 

Ich bin nicht deiner Meinung, was den Text betrifft, respektiere sie aber als gleichwertig.

 Muckelchen ergänzte dazu am 21.06.23 um 17:35:
@ Redux:

Jetzt wird also auch schon hier der Meinungskorridor enger. Sollten hier nicht auch andere Meinungen als deine toleriert werden?
Ich bin übrigens ausnahmsweise derselben Meinung wie Dieter.

 Redux meinte dazu am 21.06.23 um 17:58:
Hier sollten alle Meinungen toleriert werden.
Sofern der Eindruck enstanden sein sollte, dass ich sie nicht toleriere, korrigiere ich hier und jetzt.

Dieter, wir haben kein Problem miteinander.
Aber so wie andere andauernd lobhudeln, bewegst du dich ähnlich in die entgegengesetzte Richtung.
Und bei einem deratigen toomuch wittert man immer nach Absicht.
Sorry, ich wollte dir nicht zu nahe treten.

Antwort geändert am 21.06.2023 um 17:59 Uhr

Antwort geändert am 21.06.2023 um 17:59 Uhr

 Dieter_Rotmund meinte dazu am 21.06.23 um 18:05:
Gut, alles okay!

Ansonsten hast du einen falschen Eindruck, z.B. sind von mir gerade 26 (sic!) kV-Empfehlungen aktiv! Einfach meine Profilseite links unten gucken!

 Dieter_Rotmund meinte dazu am 02.08.23 um 23:57:
Was sagt Tantum eigentlich dazu?

P.S.:
 InsektenKOMMA die 
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