Die faschistische Jesus-Partei

Satire

von  hehnerdreck

Nachdem Jesus Christus in einer unangekündigten Stippvisite unter anderem auch Deutschland besucht, alle Kranken geheilt und Kanonen in Blumen verwandelt hat, befürchten die etablierten Parteien in Deutschland, er könnte eine eigene Partei gründen. Aus Vorsicht und unter dem verbitterten, sich betrogen fühlenden Mienen der Rüstungsindustriellen sorgen diese Parteien dafür, dass der Sohn Gottes in den von ihnen kontrollierten Medien als Faschist und Rechtsradikaler diffamiert wird. Infolgedessen wagt es kaum noch ein Kranker, sich vom Messias berühren zu lassen, und bleibt lieber in seinem Leiden. Schließlich hat der Erlöser die Nase voll und kehrt zu seinem himmlischen Vater zurück.


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Kommentare zu diesem Text


 Regina (02.04.25, 06:39)
Da hat J. von Nazareth ja Glück gehabt, dass es damals um das Jahr 0 herum diese Form der Medien noch nicht gab.

 hehnerdreck meinte dazu am 02.04.25 um 11:34:
Und auch die Bevölkerung. Danke.

 Quoth (02.04.25, 11:46)
Ich lese lieber das Original: Dostojewskis "Großinquisitor" - das Du hier vereinfacht und Deinem ideologischen Raster angepasst hast.

 hehnerdreck antwortete darauf am 02.04.25 um 13:19:
Ja, das hat mich beim ersten Lesen ebenfalls tief beeindruckt. Dostojewski zeigt hier den Höhepunkt seiner Formulierungsgenialität. Sein Erstlingswerk „Arme Leute“ empfand ich zwar nicht als so kunstvoll und elaboriert, doch es berührte mich auf eine herzliche Weise und in einer mir vertrauteren Sprache. Dabei musste ich an Salinger denken, der das Schreiben in der Blüte seiner Ausdruckskraft aufgab, weil er unter anderem bei sich selbst einen Verlust an Empathie zu verspüren glaubte. Deine Empfehlung kommt überraschend und freut mich.

Antwort geändert am 02.04.2025 um 13:20 Uhr
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