Egon Flaig: Weltgeschichte der Sklaverei

Revue zum Thema Schuld

von  Jack

Dieser Text ist Teil der Serie  Wer öfter liest, ist schneller tot

Die Weltgeschichte der Sklaverei darf sich nicht wiederholen! Besonders bei uns Europäern mit unserer Geschichte! Die patriotischen Afrikaner hatten damals im Kampf gegen die Islamiserung versagt. Die Folge war der Fang und Verkauf von insgesamt 17 Millionen Afrikanern vom 7. bis zum 19. Jahrhundert durch die islamische Welt. Die westliche Welt verkaufte "nur" 11 Millionen Sklaven vom 16. bis zum frühen 19. Jahrhundert, und sie versklavte sie nicht einmal selbst. Eine interessante Relativierung.

Selbstverständlich ist es keine Entschuldigung, dass die anderen noch schlimmer waren. Doch den Nahost-Autokraturen von heute tut keine Gedenkkultur not, sondern erst einmal Aufklärung und Demokratisierung. So ungeheuerlich ist es, so wenig unvorstellbar wird es wohl sein, dass manche, nennen wir sie nun Araber oder Beraber, sogar noch stolz auf dieses Kapitel ihrer Geschichte sind. Schamkultur halt. Und wir haben eine Schuldkultur eben.

Flaigs kurzer und bündiger Überblick über die Weltgeschichte der Sklaverei ist wennundaberlos lesenswert. Heute werden immer noch Menschen versklavt, ob auf den Baustellen in Katar oder in der Sex-Sklaverei: die Dunkelziffer von 600000 Sexsklaven allein in den USA ist horribel.


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Kommentare zu diesem Text


 Graeculus (02.04.25, 14:52)
Flaig vertritt eine sehr rigide - nach meiner Meinung zu rigide - Definition von Sklaverei: Er meint damit ausschließlich die rechtlich institutionalisierte Form; konsequenterweise behandelt er weder die auf den Baustellen von Qatar noch die moderne Sex-Sklaverei.

Aber enorm erhellend sind seine Aussagen über die Sklaverei in der islamischen Welt. Du gibst die Zahlen an. Hinzufügen kann man noch, was Du mit der fehlenden Aufklärung und Demokratisierung nur zart andeutest: daß es im Islam bis heute keinerlei rechtliche Distanzierung von der Institution Sklaverei gibt. Wie denn auch? Sie ist im Koran vorgesehen, in den Hadithen und selbstverständlich auch in der Scharia. In einer Fatwa wird sie als "Folge des Unglaubens" bezeichnet, d.h. Ungläubige dürfen versklavt werden. Beinahe bedauernd stellen islamische Theologen fest, sie sei "vorübergehend nicht praktizierbar".

Kommentar geändert am 02.04.2025 um 14:54 Uhr
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