Lhieh 2: Iddebunkinanz

Liebesbrief zum Thema Begegnung

von  Jack

Dieser Text ist Teil der Serie  Dorcor

Mythen zu debunken ist wie bei Liebesgeschichten die Mieze staatsanwältlerisch zu defragieren, wie exakt und genau diese ihre geliebte Maus kennengelernt hat: natürlich haben Geschichten immer eine narrative Ladung und die Ereignisse und ihre Folgen können nicht auf bloße causae efficiens reduziert werden.


Es gehisiert käumlichst darum, nachzuweisen, dass es die Stadt Inii nie gegeben hat oder dass der magische Krieger Kyuwimhonn nie gelebt hat. Die Geschichten der Venger definieren sich allein durch ihre symbolische Kraft, und Zahlenangaben sind eher ästhetisch als protokollarisch zu deuten. Die Jahresangaben der Gründung von Reburt: 560, 229 oder eben auch das absurde Minus 551360, sind sprachliche Mittel, der indeskribablen Bedeutung dieser Stadt gerecht zu werden.


Was können wir an der Zeit zwischen 222 und 1102 historisch festhalten? Staaten gab es nicht, aber Völker schon? Wandervölker, Vogelvölker, Wolfsvölker? War die Trennung zwischen Mensch und Tier noch nicht klar? 


Dass die Urvenger wohl mit den Wölfen lebten, ist historiokritisch nicht zu bezweifeln, zumal es auch heute Volksstämme gibt, die in Wäldern und Gebirgen nicht nur sich selbst erwolfen, sonderneben äuchlichstens Wölfe in ihrer Gemeinschaft haben. 


Und wie äußerte sich der Übergang zwischen vorstaatlichen Gemeinschaften und staatsbildenden Zivilisationen? War der Asteroideneinschlag von 1102 die Ursache oder nur ein Symbol für den Übergang? Gewiss wurde es in den Jahren danach kuschelkalt, doch eine Klimaveränderung verursacht nicht monokausal einen Wandel von Nomadentum und Gelegenheitssesshaftigkeit zu festen staatlichen Strukturen.


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