Karls Theme

Songtext zum Thema Außenseiter

von  S4SCH4

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my mother never gave birth to me

I was always just in the making

my mother shares with me the space

that a father claims to be his place

 

when my cocoon drops down like a tear

from eyes which seem before they appear

and knowledge is perfored and drowned

then he shall appear as hells hound

 

kicking me from side to side

waiting, not arguing whilst his bite

without moving mouth and teeth and claw

is appearing meaninglesly undone and raw

 

my father never gave me the thirst

and made a weak eyed, beeing first

in line when he is about to crash the scene

in deserts i was walking in his fata morgana dream

 

and the devil shows himself with a face of trust

serving apples and walnuts in his gust

a shell to protect a flesh to be tough

but all you get is guilty and rough

 

and some drops of posion to cry your tears

and some perverted voices to sell out your fears

some strange and stranded sights to claim the globe

which is empty inside with an atmosphere of hope 



Anmerkung von S4SCH4:

Meine Mutter hat mich nie geboren
Ich war immer nur im Entstehen begriffen
Meine Mutter teilt mit mir den Raum
den ein Vater als seinen Platz beansprucht
 
Wenn mein Kokon wie eine Träne herabfällt
aus Augen, die zu sehen scheinen, bevor sie erscheinen
und Wissen durchlöchert und ertränkt wird
dann wird er erscheinen wie ein Höllenhund
 
und mich von einer Seite zur anderen treten
und warten, ohne zu streiten, während sein Biss
ohne Bewegung von Mund, Zähnen und Klauen
sinnlos und unvollendet erscheint, roh
 
Mein Vater hat mir nie den Durst gegeben
und mich zu einem Schwächling gemacht, der als Erster
in der Reihe steht, wenn er die Szene stürmen will
In Wüsten wanderte ich in seiner Fata Morgana
 
Der Teufel zeigt sich mit einem vertrauensvollen Gesicht
und serviert Äpfel und Walnüsse in seiner Gastfreundschaft
Eine Hülle, um zu schützen, eine Fassade, um stark zu sein
Aber alles, was man bekommt, ist Schuld und Härte
 
Und ein paar Tropfen Gift, um Tränen zu weinen
Und ein paar perverse Stimmen, um deine Ängste zu verkaufen
Ein paar seltsame und gestrandete Anblicke, um den Globus zu beanspruchen
Der innen leer ist, mit einer Sphäre der Hoffnung

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Kommentare zu diesem Text


 Saira (19.11.25, 13:40)
Wow, Sascha, dein Text trifft, auf eine ganz stille, tiefe, ziemlich klare Art. Ich möchte dir einfach sagen, was ich darin gesehen habe und warum ich ihn so stark finde. Du verwandelst dieses Außenseiterthema in Bilder, die gleichzeitig verletzlich, surreal und erstaunlich präzise sind.
Schon die ersten Zeilen erzeugen dieses Gefühl, irgendwie „falsch gestartet“ zu sein:
„my mother never gave birth to me / I was always just in the making“
Das wirkt, als würdest du ein Leben beschreiben, das gar nicht richtig zu sich kommen durfte. Ein Mensch, der nicht wirklich in der Welt gelandet ist, sondern im Zustand eines dauerhaften Un-Fertig-Seins hängenblieb. Das ist eine ungewöhnlich starke Art, Außenseitertum zu formulieren: nicht als Reaktion auf andere, sondern als Bruch im Ursprung.
Auch der Kokon, der „like a tear“ herunterfällt, hat mich echt berührt. Normalerweise steht das Bild für Hoffnung, für Verwandlung … bei dir wird es zum Absturz. Alles, was eigentlich Wachstum bedeuten soll, wirkt beschädigt, bevor es überhaupt eine Chance hat. Und dieses „perforated and drowned“ Wissen … das ist sprachlich wie inhaltlich heftig.
Der Vater in deinem Text - diese stille, zerstörerische Kraft - ist erschreckend gut getroffen. Besonders diese Zeilen über den „Biss“, der ohne Mund und Zähne geschieht. Das ist so ein starkes Bild für psychischen Druck, der nicht durch Taten, sondern allein durch Präsenz wirkt. Das las sich für mich sehr authentisch.
Die Wüste und die „fata morgana“ des Vaters führen das super weiter: Trugbilder, leere Versprechen, ein Halt, der nie wirklich da ist. Der Vater ist bei dir nicht nur Täter, sondern auch Phantom, etwas, das entzieht, noch bevor man greifen kann.
Und dann der Teufel mit dem „vertrauensvollen Gesicht“ … das fand ich richtig gut beobachtet. Manchmal kommt das Zerstörerische ja tatsächlich nicht als Angriff, sondern als freundliche Geste. Das hast du genau eingefangen.
Trotz all der Dunkelheit bleibt in deinen letzten Zeilen ein ganz feiner Rest Hoffnung zurück. Die Welt ist leer, ja, aber sie hat trotzdem „an atmosphere of hope“. Das ist kein aufgesetzter Trost, eher so ein zarter, hart erkämpfter Funken. Der wirkt lange nach.
Was ich besonders mag: Du schreibst roh, aber nicht brutal. Bildstark, aber nie bedeutungslos. Fragmentiert, aber nicht chaotisch. Man spürt, dass du die Metaphern benutzt, um ein inneres Erleben sichtbar zu machen, das mit normalen Worten kaum zu fassen wäre.
Für mich ist „Karl’s Theme“ ein tief emotionales Außenseiter-Porträt, eins, das nicht vorgibt, etwas zu sein, sondern tatsächlich aus Erfahrung spricht.
Wirklich klasse gemacht.
LG
Saira

 S4SCH4 meinte dazu am 21.11.25 um 09:04:
Hallo Saira,

Danke für dein Feedback zum Text. Tatsächlich beschäftige ich mich dieser Tage vermehrt mit dem Thema und denke dabei auch an eine nachfolgend längere Erzählung. Der vorliegende Text soll dabei ein wenig die Grundlage bilden und die Stimmung einfangen.

Es freut mich besonders, dass Du die Metaphorik würdigst und die Authentizität lobst. Ferner ist deine Deutung der Motive sehr inspirierend und erhellend.

Vielen Dank für deine Anteilnahme!

Beste Grüße
Sascha
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