An meine wenigen verbliebenen Bekannten

Ansprache zum Thema Ende

von  Citronella

Eigentlich hätte es mir doch immer alles völlig egal sein können. Was interessiert einen im Alter noch die Zukunft eines Landes, vor allem, wenn man keine Kinder hat? Die paar Restjahre werde ich doch wohl herumbringen, auch wenn sie längst nicht mehr das sein werden, was ich jahrzehntelang als selbstverständlich betrachtete. Aber da war meine Generation, kurz nach dem 2. Weltkrieg geboren, wohl einfach lange verwöhnt.


Ich habe versucht, meinen Unmut herauszuposaunen, habe versucht, Kritik an vielem zu äußern, was in diesem Land immer mehr schief lief, habe versucht, andere z. B. über Corona aufzuklären, habe auf Publikationen hingewiesen, die den Menschen die Augen öffnen könnten. Alles vergebens. Ich erreichte damit niemanden, sondern wurde sehr schnell als Schwurblerin, Querdenkerin und Klugscheißerin in die Ecke gestellt. Damit konnte ich zwar leben, denn ich wusste ja immer, dass meine Informationen aus sehr seriösen, nachvollziehbaren Quellen stammten. Aber wer ruft schon gerne ständig gegen eine Wand, die kein Echo hervorbringt?


Mittlerweile habe ich endgültig den Punkt erreicht, an dem ich mir sage: Mir ist es doch egal, wie es Euch, Euren Kindern und Enkeln in Zukunft gehen wird. Geht gemeinsam mit anderen Lemmingen über die Klippe oder endet in Armut in einem Überwachungsstaat, an dessen Entstehung ihr durch Euer Wegsehen und Euer Phlegma mitgewirkt habt. Ihr habt es so gewollt.


Bis dahin bin ich weg. Aber ich werde in dem Bewusstsein gehen, dass ich zumindest mein Bestes versucht habe.







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Kommentare zu diesem Text


 Moppel (28.12.25, 11:48)
ach Citro. Der Kämpfer kämpft doch nicht für Applaus, sondern aus innerer Haltung heraus. ;) Wer geht, der bedient nur die, die genau das wollen...
lG vpn >M.

 Citronella meinte dazu am 28.12.25 um 12:13:
Wer geht, der bedient nur die, die genau das wollen
Ich gehe mal davon aus, dass mir kein ewiges Leben beschieden sein wird ...    ;)

LG Citronella

Antwort geändert am 28.12.2025 um 12:13 Uhr

 LotharAtzert antwortete darauf am 29.12.25 um 10:29:
Ob ewiges Leben oder nicht: es gibt immer vieles zu lernen und mit dem neu Erlernten sieht die Welt schon wieder etwas anders aus. (vielleicht lernt man ja nicht nur für sich?)
Diese Erkenntnis ist aus Leiden erwachsen und nicht an üppig gedeckten Tafeln.

Alles Gute wünscht Dir
Lothar

 diestelzie (28.12.25, 14:21)
Alles getan zu haben um eine "gute Welt" zu hinterlassen ist ein schöner Gedanke. Damit möchte ich gern gehen, wenn es soweit ist. Mehr muss es nicht...

Liebe Grüße
Kerstin

 Citronella schrieb daraufhin am 28.12.25 um 17:09:
Ja, Kerstin, das ist ein schöner Gedanke. Aber in letzter Konsequenz selten erreichbar.  :unsure:

Liebe Grüße
Citronella

 Tula (28.12.25, 15:20)
Hallo Zitrone
Vielleicht kehrt ja als Ausgleich die Störchin zurück, die ich vor etwa zehn Jahren in den Foren kennenlernte. Damals schrieb sie unterhaltsame, heitere und geistreiche Reimgedichte, einschließlich technisch sauberer und witziger Limericks. Vielleicht ein Wunsch fürs nächste Jahr. Sie würde das Forum hier bereichern.

Anyway, Guten Rutsch
Tula

 Citronella äußerte darauf am 28.12.25 um 17:10:
Mal wieder ein netter, aber wie immer vergeblicher Versuch von dir, andere zu diskreditieren, beginnend mit einer lächerlichen Namensverhunzung. Dein Wunsch wird leider nicht erfüllt werden können.


Auch dir einen guten Rutsch – und rutsch bloß nicht aus im neuen Jahr!  :P

Citronella

 Tula ergänzte dazu am 28.12.25 um 17:22:
Dass du gleich wieder 'sauer' bist ... Für ideologische Grabenkrämpfe gibt es sicher andere Foren. Hier würde es reichen, wenn wir uns gegenseitig unterhalten. Mit guten Gedichten bzw. Texten. Kann ja auch mal politisch sein, aber täglich?
 
Mit offenen Augen 
Tula

 FRP meinte dazu am 29.12.25 um 11:23:

Ich erreichte damit niemanden, sondern wurde sehr schnell als Schwurblerin, Querdenkerin und Klugscheißerin in die Ecke gestellt. Damit konnte ich zwar leben, denn ich wusste ja immer, dass meine Informationen aus sehr seriösen, nachvollziehbaren Quellen stammten.

1. Zu Recht.
2. Ich lache später.

 Citronella meinte dazu am 29.12.25 um 15:40:
@ Tula:

Kann ja auch mal politisch sein, aber täglich?



Täglich politisch? Aber nicht doch, Tula! Das wird hier nur wenigen zugestanden, und auch nur, wenn es in die „richtige“ politische Richtung geht, z. B. mit Trump- oder Putin-Bashing wie hier: 

 https://keinverlag.de/500498.text

16 Hetzgedichte innerhalb von ca. 3 Wochen – da sollte man anschließend Anderen doch auch mal ihre eigene Meinung gönnen, oder?


Und was die "ideologischen Grabenkämpfe" anbelangt: Bist du nicht immer einer der Ersten, der die Schaufel herausholt und Anderen das Wasser abgraben möchte?

In diesem Sinne: Solange ich noch kann und darf, schreibe ich weiterhin, was mich bewegt.

Citronella




 Tula meinte dazu am 29.12.25 um 16:11:
Liebe Citronella
Natürlich darfst du schreiben, was du willst, solange es dir Spaß macht. D.h. auch wenn es dir keinen Spaß macht; schreib was du willst.
Allerdings führt das Vorhaben, ständig und stetig andere von was auch immer überzeugen zu wollen, zwangsläufig zu Frust und Verbitterung. So wie es aus deinem Text hervorzugehen scheint. Sicherlich ein typisches Problem unserer social network Kultur. Es soll eigentlich Spaß machen, aber es driftet schnell in eine Richtung, die mit kollektivem Miteinander und Freude daran nichts mehr zu tun hat und nicht wenige entnervt und schlaflos zurücklässt.
 
Und deshalb wollte ich dich in freundschaftlicher Erinnerung an andere Zeiten mehr oder weniger fragen: Lohnt sich das? Hm ..  Muss sicher jeder selbst für sich entscheiden. 

So wünsche ich dir fürs nächste Jahr, dass du Freude an was auch immer findest, wenn es auch andere erfreut, um so besser. Schreibend oder nicht schreibend, musst du wissen. Und wenn es auf ein "jetzt erst recht" hinausläuft, ok für mich, aber schade fürs Forum, welches meiner Meinung nach mit etwas weniger an politischer Missionarstätigkeit für alle Beteiligten unterhaltsamer wäre.

LG Tula

 Citronella meinte dazu am 29.12.25 um 18:29:
Wieder mal geschmeidig pariert, Tula, das muss man dir lassen. Nur nicht auf die Argumente des Anderen eingehen, sondern umgehend eine sanfte Dreivierteldrehung hinlegen. Gelernt ist eben gelernt!

Aber letztlich geht es hier ja gar nicht so sehr um das Schreiben bei kV, sondern, was mich viel trauriger macht, auch um viele Gespräche mit Verwandten und Bekannten (siehe Titel!). Selbst ein Todesfall und schwere Covid-Verläufe nach Impfungen haben sie nicht von ihrer Meinung abbringen können, dass sie alles richtig gemacht hatten. Dies nur als ein Beispiel dafür, dass alle Aufklärungsversuche vergebens waren.



 Tula meinte dazu am 29.12.25 um 18:56:
Ich wollte dir nur im Klartext schreiben, was ich dir davor eigentlich sagen wollte. Aber auch das ist typisch für Kommunikation in sozialen Netzwerken. Bei manchen ist es irgendwann egal, was man schreibt. Jedes Wort wird als persönlicher Angriff gewertet. Und man hüte sich vor Ironie, auch bei manchen, die sich in ihren politischen Manifesten für besonders witzig halten.

Ansonsten: Wenn ich hier auf jeden politischen Furz antworten würde, hätte ich eine neue Dauerbeschäftigung. Schon wegen Job und Familie unmöglich. Du kannst ja auch mal nachzählen, wie viele politisch motivierte Texte ich 2025 eingestellt habe (4 gehören zur Sommerbalade, welche du, aus welchen Gründen auch immer, als Hetze interpretierst). Dann vergleichen wir ...

Nein, machen wir nicht, aus den von mir genannten Gründen. Lass uns lieber Heiteres schreiben.

Tula

Antwort geändert am 29.12.2025 um 18:58 Uhr
WinterzeitFachkraft (66) meinte dazu am 29.12.25 um 19:03:
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WinterzeitFachkraft (66)
(29.12.25, 18:56)
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 Citronella meinte dazu am 29.12.25 um 19:30:
Wenn ich mitbekomme, wie jemand auf die Straßenbahnschienen läuft und die Bahn nicht kommen sieht, versuche ich ihn zu warnen, ohne zu wissen, ob er überhaupt auf mich hört.
WinterzeitFachkraft (66) meinte dazu am 29.12.25 um 23:36:
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