Vielleicht liegt es an den fünf sympathischen Oldies, sicher aber auch am beschaulichen Maine, das alles bietet, was sich ein älterer Mensch im Ruhestand wünschen kann: Beruhigende Landschaft und ein gemächliches Alltagsleben – sofern es in den Sommermonaten nicht von Touristen aus dem Dornröschenschlaf geweckt wird. Auf jeden Fall steigt der Leser sofort mit Begeisterung in die geschilderte Szenerie ein.
Maggie Bird und ihre vier Freunde haben sich nach einem abenteuerlichen Leben in dieses Idyll zurückgezogen. Sie leben unauffällig und kommen regelmäßig in einem Buchclub zusammen, den sie den "Martini-Club" nennen, denn Martinis und bei besonderen Anlässen auch mal ein guter, sehr alter Whiskey gehören bei ihren Zusammenkünften stets dazu. Doch die harmlos erscheinenden Grauhaarigen, alle zwischen 60 und 70, haben es faustdick hinter den Ohren: Sie kennen sich seit Jahrzehnten aus ihrer gemeinsamen Tätigkeit bei der CIA. Weltweit haben sie spioniert, recherchiert und aufgedeckt – und können es auch im Rentenalter nicht lassen.
Im ersten Band ("Spy Coast", deutsch "Die Spionin") wird Maggie auf grausame Weise von ihrer Vergangenheit eingeholt, als man ihr eine tote Frau vors Haus legt – eine Warnung, dass ihr jemand verdammt nah auf den Fersen ist. Umgehend begibt sich Maggie noch einmal auf eine rasante und gefährliche Reise um die ganze Welt, die einmal ihre Bühne war. Am Ende hat sie – auch mit Hilfe ihrer Freunde – eines der letzten Rätsel ihres (Berufs-)Lebens gelöst. Sie kann sich wieder dem ruhigen Leben auf ihrer kleinen Hühnerfarm, den Freunden und den Martinis widmen.
Im zweiten Band ("Summer Guests" - deutsch "Die Sommergäste") muss niemand reisen. Das Verbrechen kommt in ihre betuliche Kleinstadt Purity. Ein Mädchen aus einer reichen Bostoner Familie verschwindet während der Sommerferien, und sofort wittert der Martini-Club ein neues Betätigungsfeld. Die Recherche-Möglichkeiten, die man jahrzehntelang perfektioniert hat, tragen dazu bei, dass die Freunde zusammen mit der noch etwas unsicheren jungen Kleinstadtpolizistin den Fall lösen können. Dabei kommt eine schier unglaubliche Geschichte über frühere Verbrechen der reichen Familie ans Licht, und selbst Maggie und ihre Freunde staunen am Ende, was bei der CIA früher noch alles ausgeheckt wurde.
Der amerikanischen Autorin Tess Gerritsen, seit Jahren mit spannenden Krimis in den Bestsellerlisten, gelingt es mit dieser neuen Serie, die Leser sofort in den Bann zu ziehen. Mit einer sehr bildhaften und humorvollen Sprache zeichnet sie Landschaften und Charaktere so trefflich, dass man sich sofort mittendrin fühlt im Geschehen.
Ein dritter Band soll in diesem Sommer herauskommen. Ich bin mit Sicherheit wieder dabei in Maine, wenn Maggie und der Martini-Club einen neuen Fall lösen.