Die Patriarchin

Text zum Thema Freiheit/ Unfreiheit

von  Moppel


 

Ich möchte euch mein „Romänchen“ vorstellen, vom dem mein verstorbener Mann sich wünschte, dass ich es schrieb. Es entwickelte sich aus dem ursprünglichen Vorhaben, ein paar zusammenhängende Kurzgeschichten zu kreieren. Und schrieb sich dann wie von allein.

 

Vorwort

 

Dieses Büchlein erzählt von Fremdbestimmtsein und Freiheit, nach der wir uns alle sehnen.

Doch die Fremdbestimmung ist eine Patriarchin, oftmals eine subtile. Sie legt sich auf uns auf durch Prägung, Gesellschaft, Pflicht, aber auch durch Liebe. Nicht selten unbemerkt.

Dieses Büchlein will das Thema bewusst machen, pendelt zwischen dem schmalen Grat  legitimer persönlicher Selbstverwirklichung und dem egoistischen „Sich alle Freiheiten nehmen“. Was letztendlich zur Fremdbestimmung der anderen führt.

 

Die Geschichten entführen vornehmlich nach Australien, in das Land, das für viele den Inbegriff von Freiheit symbolisiert.  Und sie spielen in einer Welt, wo die anderen die Fehler machen. Der Leser kann sich also entspannt zurücklehnen. Oder etwa nicht?

 

Ich widme dieses „Romänchen“ meinem Mann Achim, der erst in der Lebensphase mit mir seine bis dahin belastende Fremdbestimmung durch die Prägung des Staates DDR, durch seine gewalttätigen Eltern und seine schwere Epilepsie ablegen konnte.

Es soll zum Nachdenken anregen und vielleicht mag es manchem Leser den Mut geben, seinen Lebensweg frei und selbstbestimmt zu gehen. Dies war der Wunsch meines Mannes, der das Ende des „Romänchens“ leider nicht mehr lesen konnte.

 

 

 

 



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Kommentare zu diesem Text


 Saira (01.03.26, 14:02)
Hallo Moppel,
 
dein Vorwort liest sich still und klar. Es führt ohne große Worte in ein Thema, das viele betrifft: das Spannungsfeld zwischen Fremdbestimmung und Freiheit.
 
Das Bild der „Patriarchin“ finde ich sehr eindrücklich. Du zeigst, wie unmerklich sich Prägungen, Erwartungen oder auch Liebe über ein Leben legen können.
Gleichzeitig stellst du die wichtige Frage nach der Grenze zwischen berechtigter Selbstverwirklichung und einem Freiheitsverständnis, das andere einengt. Diese Offenheit gefällt mir sehr.
 
Besonders berührt hat mich deine Widmung an deinen verstorbenen Mann Achim. Sie gibt dem Ganzen eine persönliche Tiefe und macht deutlich, dass dein Schreiben aus gelebter Erfahrung kommt.
 
Dein „Romänchen“ mag klein genannt sein, sein Anliegen ist es nicht.
 
LG
Saira
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