Herrliche Weite
Tagebuch zum Thema Freundschaft
von Reliwette
Zur Erinnerung an Brigitte Lebaan
( eine Schilderung aus ihrem Leben)
Es war Samstag - in der Küche
Dunst umhüllt sie und auch Rauch
es beleidigten Gerüche
ihre Nase und den Bauch
Wenn die Sinne so benommen
zog sie`s abrupt vor die Tür
und sie dacht und fühlt verschwommen,
dass sie schnellstens fort muss hier
So ging`s ihr, sie zog von dannen
und zur Gruga stand ihr Sinn
und nach ein-zwei Autopannen
kam sie dann auch endlich hin
Und im Blumenhof hat festlich
man die Tafel eingedeckt
sie hielt an und setzt sich
bis der Kellner sie entdeckt
Der Verdruss kam schnell und bitter
in der Form wie man ihn kennt
mit Donner, Blitz und Ungewitter,
dass jeder um sein Leben rennt
Im Hause war es kühl und trocken,
leider übermäßig voll
durchässt die Kleidung und auch Socken
und dann kam was kommen soll:
Kellner, lassen sie mich wieder,
denn der Regen ist vorbei,
draußen an den Tisch dort wieder:
Hör, dass dies nicht möglich sei
Denn der Tisch sei voller Nässe
und das Tischtuch würde feucht
unabträglich für die Blässe
sei fürs selbe, wie er deucht
So, Herr Kellner, könnt doch selber
wischen, putzen das Gebänk,
ich an ihrer Stell, doch woll er
mir ein Tuch leihn-wenn er denkt
Doch er denkt nicht, sondern zaudert
und in mir staut sich die Wut
während man dermaßen plaudert
stieg in meinen Kopf das Blut
Fernweh zog mich zu den Gleisen
trieb mich die Intuition
kann man auch nicht selbst verreisen
reicht schon oft die Illusion
Und im Bahnhof fand ich Weite
stand ich nun auf Bahnsteig vier
ganz bewusst, so deucht mir heute
gerade jetzt fand ich sie hier!
Dann konnt`ich von hinnen wandern
ohne Ampeln und Verkehr
und von einem End zum andern
braucht´ich Stunden und noch mehr
Dann sah ich die Sonne sinken
sie im Westen untergehn
und zufrieden konnt`ich denken
auf dem Bahnhof ist es schön!