Man fragt sich, wie der Mann das macht, unverändert nach Jahrzehnten wie ein putziges Monchichi auszusehen. Aber genau deshalb setzt man Laschet ja jetzt in die Talkshows. Das ewig lächelnde, Merkel-freundliche Monchichi steht nun wie ein Fels hinter Merz. Aber Vorsicht. Meine Freundin hatte in den Siebzigern mal so einen Monchichi-Schlüsselanhänger. Das Ding baumelte mal nach rechts, mal nach links. Mehr aber nach links, denn auch früher kam der harsche Wind schon von Ost.
Derweil Merz sich in der Eifel bemüht, den Menschen zu versichern, dass er sehr sehr gerne mit gelöscht hätte, aber leider im Urlaub war. So starrt er voll des Mitleids auf verkohlte Bäume. So ist das eben, wenn man sich hinter der Brandmauer versteckt. Wer hinter etwas steht, der hat nicht selten das Nachsehen…
Ja, endlich sind sie alle wieder da. Auch Miosga. Jetzt hat das Sonntagsleben wieder einen Sinn.
Ein hübscher, junger Politwissenschaftler mit Knötchen im Hinterkopfhaar müht sich redlich, Monchichi über Demokratie zu belehren. Kommt aber nicht gut an. Denn schließlich haben Zeitungen online das Weidel-Sommerinterview schon kommentiert, bevor es überhaupt im TV zu sehen war. Auch cool.
Man störte sich am Begriff „Flachzange“, wie Weidel die Regierungspolitiker nannte. Nun - die Flachzange an sich ist ja nichts Schlechtes. Sie ist ein Werkzeug, das sich dazu eignet, „Festgehaltenes zu positionieren.“( sagt Wikipedia). Passt doch. Unsere Politik zwingt dem Bürger Koalitionen nach der Wahl auf, die der nicht gewählt hat. Positioniert quasi seine Wähler nach Belieben.
Der hübsche, junge Politikwissenschaftler findet das undemokratisch und mahnt, dass es auch undemokratisch sei, einer gewählten Partei Ausschuss-Posten und den Sitz als Bundestagspräsident zu verweigern. Ja, mein Lieber! Da wird Monchichi aber zum Grizzli. Seine süßen Äugelchen verengen sich zu Schlitzen und er schnarrt: Sie sind wohl AfD-nah?
Klar! Jeder, der so was kritisiert oder auch nur erwähnt, der ist AfD-nah. Und die AfD ist rechtsextrem, Also, in Teilen. Wahrscheinlich. Bestimmt ganz. Also, anzunehmen…
Die Brandmauer wird die CDU zerreißen, entgegnet der junge Mann lakonisch.
Jetzt ist Monchichi getriggert und ergeht sich in den üblichen Phrasen, die die Sommerpause anscheinend unbeschadet im Portugal-Urlaub überstanden haben. Und ich geh pinkeln.
Fakt ist jedoch, dass die Regierung nicht frei ist entscheidet, manches zurücknimmt, was sie verspricht und nun erst mal Ceuta-Flüchtlinge genommen hat, obwohl Merz das nicht wollte. Aber die EU hat es bestimmt. Weidel will aus Schengen austreten, so lange die Außengrenzen nicht adäquat geschützt sind. Hört sich vernünftig an.
Ist aber nicht vernünftig. Denn es kommt von der AfD. Und Monchichi würde lieber sterben als mit denen irgendwas, irgendwie…
Das alles werden wir in den nächsten vierzehn Tagen immer wieder vorgekäut kriegen, bis wir spucken. Die Monchichis werden mit Flachzangen werfen, trotzig wie kleine Kinder. Und dann kommen die Landtagswahlen. Und das große Schweigen…
Hendrik Wüst, der Galante, legt sich schon mal ein paar frische Unterhosen zurecht, um nach Berlin zu fahren. Merz bedankt sich für das Vertrauen und Merkel hat seit langem mal wieder einen Orgasmus.
So ist die Welt der Monchichis. Heil, heiler, am heilsten. Und der Bürger schweigt und bestellt sich einen Monchichi-Schlüsselanhänger in China.