deus ludens

Text

von  Juli


der spielende Gott


wo begegnete mir dieses Motiv?



Bibel

die Hiobsgeschichte

Gott und der Teufel wetten um Hiobs unerschütterliche Treue


Faust

Gott und der Teufel wetten um Fausts unerschütterlichen Welthunger


Einstein

"Gott würfelt nicht"


die wilden Götter

Ask und Embla die ersten Menschen werden von den Göttern aus Treibholz als Spielzeuge erschaffen



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Kommentare zu diesem Text


 EkkehartMittelberg (29.08.26, 17:49)
Hallo Juli,
hast du eine Variante, die hier fast jedem bekannt ist, bewusst weggelassen?

 Juli meinte dazu am 29.08.26 um 18:33:
Nein, habe ich nicht.

Der Text zählt meine subjektiven Assoziation zu einem Phraseologismus auf. 

"fast jedem", das suggeriert so etwas wie eine Gruppe mit überwältigender Mehrheit. So eine Gruppe könnte es geben, das wäre für meinen Text dennoch nicht bindend. 

Antwort geändert am 30.08.2026 um 08:57 Uhr

 AlmÖhi (30.08.26, 15:34)
Harold Bloom arbeitet in seinem "Book of J" einige kindliche Züge Jahwes heraus. Z.B. erschafft er den Menschen nicht - wie einige Götter vor ihm -  an einer Töpferscheibe, sondern formt ihn einfach nur aus Lehm. Was Bloom nicht erwähnt: Jahrhundertelang war Jahwe im Pantheon der Levante in einer kindlichen Position: Er war ein Sohn von El und Aschera.

 Juli antwortete darauf am 30.08.26 um 15:51:
formt ihn einfach nur aus Lehm. 
... logisch, die Töpferscheibe wurde anschließend von Menschen erfunden. 


Sehr interessant, El und Ashera haben die selben Initialen wie Ask und Embla.

 AlmÖhi schrieb daraufhin am 30.08.26 um 17:16:
Jedenfalls scheinen die Israeliten in ihrer Zeit eigener Staatlichkeit überwiegend Aschera verehrt zu haben. Sollten auch bei den Göttern Tyrannen das Produkt von zuviel Mütterlichkeit sein?

 Juli äußerte darauf am 30.08.26 um 19:33:
... kann ich nicht beantworten

 AlmÖhi ergänzte dazu am 30.08.26 um 20:07:
Schade. Wenn ja, ist vielleicht alles, was es braucht, nur mal wieder den Hosenboden voll für den verzogenen Gott.

 Juli meinte dazu am 31.08.26 um 05:57:
Schlagende Väter, strenge Erziehung durften sie allesamt genießen: 
Nero, Hitler, Stalin, Mao, Putin, Erdogan.

 AlmÖhi meinte dazu am 31.08.26 um 18:01:
So erzählen es Klischée und Propaganda. Und wenn sie nicht gestorben sind, können wir sie vielleicht doch noch damit besänftigen, ihnen stets ihren bockigen Willen zu geben.

Antwort geändert am 31.08.2026 um 18:01 Uhr

Antwort geändert am 31.08.2026 um 18:04 Uhr

 Juli meinte dazu am 31.08.26 um 22:12:
Hast du andere nachprüfbare Berichte über die Kindheit der genannten?

 AlmÖhi meinte dazu am 01.09.26 um 05:53:
Es gibt immer Alternativen zu Klischée und Propaganda. Bei in sich widersprüchlichen Stellungnahmen (die Liste der Namen ist heterogen, Mißbrauch/Vernachlässigung - das eigentliche Thema - und strenge Erziehung sind grundsätzlich Gegensätze) erübrigen sich Nachprüfungen, um ihre Inkorrektheit nachzuweisen.

 Juli meinte dazu am 01.09.26 um 06:00:
Die o.g. Diktatoren/Tyrannen hatten schlagende Väter. Das ist historisch und aktuell belegt.

Dass du dies als "Klischee und Propaganda" bezeichnest, offenbart wenig Interesse deinerseits an einem Thema, das du selber eingebracht hast.



"- das eigentliche Thema -"
ist mein Text mit dem Motiv des spielenden Gottes und wo man es finden kann.

Antwort geändert am 01.09.2026 um 12:15 Uhr

 AlmÖhi meinte dazu am 01.09.26 um 17:54:
Das Thema "schlagende Väter" hast du selbstverständlich, wenn auch offenbar unbewußt, eingebracht. Denn warum sollte der unartige kleine Gott nicht von seiner Mutter, oder noch jemand anderem, gezüchtigt werden? Das scheint ein Thema bei dir zu sein. Du hast mich ja mal wegen des Wortes "Papi" geblockt.

 Juli meinte dazu am 01.09.26 um 18:15:
Quatsch. Du hast hier von "zuviel Müttelichkeit" und "Hosenboden voll" rumfantasiert. Eltern sind hier dein Thema gewesen. Ich war mal zu gutmütig darauf zu antworten.

Du wirst von mir geblockt, wenn du nervst, egal bei welchem Wort. 



Antwort geändert am 01.09.2026 um 18:20 Uhr

 harzgebirgler (11.09.26, 10:19)
Ein berühmter Ausspruch von Heraklit lautet (Fragment 52): „Die Zeit ist ein Knabenspiel, ein Brettspiel; eines Knaben ist das Regnum.“ (oft frei übersetzt als: „Die Zeit ist ein würfelndes Kind“ oder „Die Ewigkeit ist ein spielendes Kind, das die Brettsteine setzt“).
Das altgriechische Wort für „Zeit“ ist dabei *Aion*, was sowohl Lebenszeit, Weltzeit als auch Ewigkeit bedeuten kann.
Kernbedeutung des Zitats
  • Zufall und Notwendigkeit: Das Kind würfelt oder setzt Steine nach den Regeln eines Spiels. Für den äußeren Beobachter (den Menschen) wirken die Schicksalsschläge und der Lauf der Welt oft willkürlich und zufällig wie ein Würfelwurf.
  • Unschuld und Absichtslosigkeit: Ein Kind spielt ohne böse Absicht oder moralischen Hintergedanken. Die Weltzeit zerstört und erschafft Dinge nicht aus Bosheit, sondern folgt einer inneren Dynamik, die frei von menschlichen Moralvorstellungen ist.
  • Das kosmische Gesetz (Logos): Obwohl das Kind „spielt“, folgt das Spiel festen Regeln. Für Heraklit ist die Welt kein Chaos, sondern wird vom Logos (einer Weltvernunft) gesteuert, auch wenn die Wechselhaftigkeit des Lebens für uns wie ein unberechenbares Spiel erscheint.

 Juli meinte dazu am 13.09.26 um 07:15:
Danke dir für diese schöne Facette. Die Zeit selbst als Spiel.
Wobei der Zufall in Form des Würfels erst in der Übersetzung auftaucht. Brettspiele ohne Würfel (Dame, Mühle, Schach... ) beziehen ihren Reiz aus den Aktionen des Mitspielers. Wer könnte das bei Heraklit sein?






Das antike Brettspiel Petteia

Platon nutzte das Spiel als Sinnbild für taktisches Geschick und strategisches Planen.

Das bedeutet, wenn es ein Kind (Knabe) spielt, fehlt der strategische Weitblick. So ergeht es den in ihrer  Lebenszeit (aios) agierenden Menschen. 

Dein Zitat führt mich zu Platon, wie er Sokrates den göttlichen Ursprung des Spiels berichten lässt. 

Bin begeistert! 

Der göttliche Ursprung des Spiels
In diesem berühmten Spätwerk erzählt Sokrates den Mythos vom ägyptischen Gott Theuth. Dieser Gott gilt bei Platon als der Ur-Erfinder vieler Kulturtechniken: 

„Ich hörte also, bei Naukratis in Ägypten sei einer der dortigen alten Götter gewesen, dem auch der Vogel geheiligt war, den sie Ibis nennen; der Gott selbst aber habe Theuth geheißen. Dieser habe zuerst Zahl und Rechnung erfunden, ferner Geometrie und Astronomie, und dazu das Brettspiel (petteia) und das Würfelspiel, und so auch die Buchstaben.
    Phaidros (274c–274d) 


    Antwort geändert am 13.09.2026 um 07:43 Uhr
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