Damokles talkt

Satire zum Thema Aktuelles

von  Moppel

Damokles talkt

 

Die letzten Tage vor der Katastrophe.  Was talkt man da politisch? Wir müssen reden. Nein, müssen wir nicht.

Die Gäste kennt kein Mensch, außer den lieben Opa Weil, der nun erklären soll, wieso seine Nieder-Sachsen anders wählen als die anderen Sachsen. Er müht sich redlich. Unterbrochen von einer Frau mit riesigen rosa Ohrringen, die mit ihrem Internet-Block anscheinend die letzte Bastion der Demokratie darstellt. Ihr Augenaufschlag erinnert an „Hier werden sie geholfen“.  Naja, werden sie ja auch…Ein gelangweilter CDU-Europa-Vertreter murrt sich was zusammen wie die Dogge, die man morgens um fünf zu einem Spaziergang im Regen überreden will. Und eine engagierte, völlig unbekannte Journalistin wagt zu sagen, dass man eine gewählte Partei nicht einfach ignorieren kann.. Weil das eben Demokratie sei.

Barbie rollt mit den Augen wie die dämliche Cornelia damals in der 8, die ihre Jungfräulichkeit als Erste verlor. Jedenfalls erzähle sie das andauernd.

So ist das Niveau heute. Kurz bevor das Damokles-Schwert fällt.

Schatten liegen auf den Gesichtern. Denn der Beleuchter von der  1 links außen ist vor Schreck umgefallen, als er gesehen hat, wie die Moderatorin in der Sommerpause gealtert ist.

Eine deutsch –amerikanische Irgendwas erklärt die Sache aus der Sicht der Welt. Denn Amerika IST die Welt. Viel interessanter wäre jedoch gewesen, zu hören, wie die Amis den Namen des Bundeslandes aussprechen, das da niemand kennt. Vielleicht Saxon Unhold? Ja, die Welt schaut dahin. Die ganze Welt. Die Franzosen: Sex ohn Halt. Die Italiener: Saxoni Meloni. Die Niederländer: De Ossis, Chott verdumme.

Auch der Nachfolgende, normalerweise spitzmündige Talkmoderator tut sich schwer, Neuigkeiten zu verbreiten, wo es keine gibt. Eine Thüringer Landrätin distanziert sich von der CDU. Wie wenn einem eine ungekochte Forelle aus der Hand rutscht. Ist doch Ihre Partei? Nein, ich bin nur in der Partei. Sie gehört mir nicht. Jaaaa, da stehen Menschen an der Klippe und schauen ins Auge des Sturms. Und reagieren seltsam.

Was nun lernen wir aber aus den letzten Polittalks vor der Katastrophe? Wir, die Bürger?

Dass die Herbst-Blätter unheilvoll an die Wände klopfen.

Dass Blau nicht immer Schlumpf-Eis sein muss.

Dass die Schatten ihre Schatten voraus werfen.

Und dass Satiriker nicht mehr viel zu lachen haben, denn Modern Talking spielt seit zwanzig Jahren und auch zukünftig immer dasselbe Trallala.



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Kommentare zu diesem Text


 Aber (04.09.26, 16:16)
Dieter Bohlen zum Kanzler machen, der macht aus Scheisse Gold.

 Schtzngrrrrm meinte dazu am 04.09.26 um 16:37:
DANN HÄTTEN WIR AUCH ÄUßERLICH EINEN DEUTSCHEN TRUMP. 
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