(Ablassen kann man immer noch)
Der Mensch von heute hat vergessen:
man muss arbeiten, um zu essen.
Worte wie Scholle, Pflug und Schweiß
verachtet er als letzten Scheiß.
Er sonnt sich nur im eignen Glanz.
Der Wert von einem Lämmerschwanz
ist im Vergleich zu ihm sehr hoch!
Ablassen kann man immer noch!
Der Mensch von heute hat vielleicht
im Leben gar noch nichts erreicht.
Sein’n Anteil an dem großen Kuchen,
den muss er mit der Lupe suchen.
Stellt er jedoch die Dinge dar,
erfährt man, wie es wirklich war.
Er ist der allergrößte, doch!
Ablassen kann man immer noch!
Der Mensch von heute sieht sich gern
als Mittelpunkt von diesem Stern.
Er prahlt, dass sich die Balken biegen.
Die Beine laufen ein vom Lügen.
Der Putz, der bröckelt von der Mauer.
Auf dich sieht er herab, du Bauer,
du blindes Huhn im dumpfen Loch.
Ablassen kann man immer noch!
Der Mensch von heute, überdreht,
haushoch über den Dingen steht.
Er haut erbärmlich auf die Plauze.
Das Größte an ihm ist die Schnauze.
Die reißt er auf und schimpft Tiraden:
das ist hier ein verdammter Laden,
der immer schon noch Trübsal roch!
Ablassen kann man immer noch!
Der Mensch von heute geht nicht mehr
in sich. Da ist eh alles leer.
Beim letzten großen Ausverkauf
gab er den Rest von Seele auf.
Was übrig blieb, ist nur noch platt.
Er glotzt nur, säuft und frisst sich satt.
Er ist sein eigener Moloch.
Ablassen kann man immer noch!