Sie hegt und pflegt den Garten sehr.
An jedem Tag dreht sie die Runden,
sieht nach, was Strauch und Baum passiert
und hat sie'n Störenfried gefunden,
wird ohne Mitleid massakriert.
Ein Spaten, sagt sie, muss wohl her!
Weil sie damit den Maulwurf drischt,
der ihr den Rasen so entstellt.
Bisher hat sie ihn nicht erwischt,
er zog wohl fort ins nahe Feld.
Der Efeu streut ein Samenmeer,
das soll man bitte unterbinden.
Kein reifes Korn vom Distelstrauch
darf sich auf ihrem Rasen finden.
Die Brennnesseln? Die stören auch.
Der Baum des Nachbarn macht's ihr schwer.
Sie klagt, dass er das Dach beschatte
und schuld am Moos auf Schiefer sei.
So kam es bei der Schlussdebatte
ein letztes Mal zur Nörgelei.
Seitdem herrscht eisig-kaltes Schweigen.
Das „Unkraut“ aber tanzt im Reigen.