Wenn das Unkraut bockt

Alltagsgedicht

von  Janna

Sie hegt und pflegt den Garten sehr.

An jedem Tag dreht sie die Runden,

sieht nach, was Strauch und Baum passiert

und hat sie'n Störenfried gefunden,

wird ohne Mitleid massakriert.


Ein Spaten, sagt sie, muss wohl her!

Weil sie damit den Maulwurf drischt,

der ihr den Rasen so entstellt.

Bisher hat sie ihn nicht erwischt,

er zog wohl fort ins nahe Feld.


Der Efeu streut ein Samenmeer,

das soll man bitte unterbinden.

Kein reifes Korn vom Distelstrauch

darf sich auf ihrem Rasen finden.

Die Brennnesseln? Die stören auch.


Der Baum des Nachbarn macht's ihr schwer.

Sie klagt, dass er das Dach beschatte

und schuld am Moos auf Schiefer sei.

So kam es bei der Schlussdebatte

ein letztes Mal zur Nörgelei.


Seitdem herrscht eisig-kaltes Schweigen.

Das „Unkraut“ aber tanzt im Reigen.





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