Begegnung in der S6

Text zum Thema Annäherung

von  AchterZwerg


Wir saßen auf jenen Klappstühlen, die eigentlich Fahrgästen vorbehalten waren, die ein Fahrrad mitführen. Es mangelte uns jedoch an den passenden Alibi-Bikes.

Und das alles ohne Smartphones in den Händen zu halten, sondern lesend!

Gleich senkten sich unsere Blicke, als wir den Buchtitel der anderen zu erhaschen suchten. Man kann schließlich nie wissen! - Bei mir war es etwas Zähgängiges über den Symbolwert der Sprache, bei ihr „Die Welt als Wille und Vorstellung.“

Wir schauten deshalb dankbar auf, als sich uns eine junge Blondine näherte, die sogleich um einen kleinen Gefallen bat: Ihr habe nämlich eine Taube auf den Kopf gekackt (O-Ton) und nun wisse sie nicht, ob sie tatsächlich alle Exkremente entfernen konnte.

Zwecks Begutachtung hockte sie sich kurzerhand auf den S-Bahn-Boden, so dass ihre lange Mähne fast auf dem Boden schleifte.

Nix Schmuddliges zu sehen! Nur lichtsprühendes helles Haar, was wir ihr gern mitteilten.  - Ich konnte es mir allerdings nicht verkneifen, auf einen entscheidenden Nachteil dieses akribischen Wegwischens hinzuweisen: Was wäre, wenn der jungen Frau durch ihr voreiliges Handeln die Begegnung mit einem berühmtem, gut aussehendem Ornithologen entgangen wäre (Fachgebiet: Das Verhalten der Tauben in urbanen Wohngebieten)? Was, wenn er es dann selbst gewesen wäre, der die unverdauten Nahrungsreste des dreisten Vogels entnommen und unter sein Mikroskop gelegt hätte? Und dabei ein sanftes Streicheln nicht vermeiden konnte?


KONSTABLER WACHE. Wir schieden als Freundinnen für’s Leben!

 



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Kommentare zu diesem Text


 franky (16.10.26, 08:50)
Hi liebe Heidrun 

Habe Deinen Beitrag 
mit einem breiten Schmunzeln gelesen;-) 

Liebe Grüße von Franky

 Aron Manfeld meinte dazu am 16.10.26 um 09:30:
Gab es in den Sechzigern schon Smartphones?
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