Zwischen meinem 5. und 10. Lebensjahr wurde ich regelmäßig nach Westerland auf Sylt zu meiner Tante Inge verschickt. Meistens in den Osterferien ging es über den Hindenburgdamm und einmal auch im August, als meine Oma gestorben war und meine Mutter sich um ihren Vater und ihre behinderte Schwester Betty kümmern musste. Ich führte dann jedesmal ein freies und unbeschwertes Inselleben auf der beliebten Nordseeinsel in der Deckerstraße. Einmal wurde ich fast überfahren, weil ich zum Einkaufen zu Harder geschickt wurde und ein anderes mal bekam ich Zementkrätze, weil ich verbotenerweise in der Zementkiste meines Onkels gespielt hatte. Meine beiden Ellenbögen waren knallrot entzündet und wurden mit Pflastern und Verbänden umwickelt. Zum Schluss wanderte die halbe Familie meiner Tante nach Kanada aus und dort wurde ich dann nicht mehr hingeschickt.
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