Film & Fußball

Eine cineastische Mannschafts-Kolumne


Die Kolumne des Teams " Film & Fußball"

Donnerstag, 18. August 2016, 12:50
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Olympischer Fußball: Brauchen wir das?

von  Dieter_Rotmund


Brauchen wir das wirklich, Fußball als olympische Sportart?
Ja und Nein, finde ich.
Bei den Männern sind so eine Art U23-Teams am Start. Jedoch auch keine richtigen U23-Teams, denn eine geringe Zahl älterer Spieler ist zulässig. Also eine Art Talentruppe, aber dann doch irgendwie wieder nicht. Warum ist das so?
Der Grund liegt darin, dass diese unsere geliebten Fußballvereine von Augsburg bis Werder, von Königlich Barcelona bis Grashüpfer Zürich diese ihre Fußballer nicht für die Olympischen Spiele freistellen wollen und auch nicht freigestellt haben. Auf Deutsch gesagt: Die auf den olympischen Spielen zu erreichenden Ehren sind ihnen nichts wert. Oder nochmals anders gesagt: Die Fußballer sollen lieber in den nationalen ersten und zweiten Ligen spielen, und sei es nur gegen den Abstieg. "Olympia ist zu popelig für unsere teuern Kicker" könnte eine entsprechende Pressemitteilung lauten. Aber solche hochehrlichen Pressemitteilung gibt es natürlich nicht, dafür in den letzten Wochen die ewig bleiernen-langweiligen Kurztexte wie "Spieler X wechselt zu Mannschaft Y" und es wird schon wacker formuliert, als gehe es bei Kräuter Fürth gegen Fahrraddynamo Dresden um Leben oder Tod. Und es wird auch schon munter gespielt in Liga 1 und 2, noch während das olympische Turnier läuft.
Die Folge ist: Trainer Horst Hrubesch (Trainer Jogi Löw läßt sich zur Billigveranstaltung Olympia nicht herab) musste mit einer hastig zusammengewürfelten Mannschaft, ohne Trainingslager oder Testspiele, nach Rio fahren. Dem Team selbst ist nichts vorzuwerfen, sie versuchen das Beste daraus zu machen. Doch mal Hand auf Herz: Brauchen wir so eine C-Truppe? Ständig wird einem vorgehalten, Brasiliens Superstar Neymar mache auch mit, so schlecht könne das Turnier dann ja nicht sein. Doch das ist bloß ein Tropfen auf den heißen Stein. Tatsache ist: Der internationale Top-Fußball will Olympia nicht. Und dann wollen wir Zuschauer auch nicht, verständlicherweise. Ganz ähnlich übrigens bei den Golfern, bei denen viele Top-Spielern aus fadenscheinigen Gründen absagten. Dann eben nicht! Olympia braucht auch Golf nicht. Völlig anders übrigens der Frauenfußball: Dort ist nicht nur die deutsche Nationalmannschaft in Top-Besetzung aufgefahren, die Bundestrainerin Silvia Neid hat das Turnier außerdem zum ihrem Abschluss-Höhepunkt ihrer DFB-Karriere erklärt. Mehr Wertschätzung geht kaum. Also: Warum in Zukunft nicht ausschließlich Frauenfußball spielen lassen? Jahrzehnte lang waren die Frauen in vielen, um nicht zu sagen in allen Sportarten bei den Olympischen Speilen nicht startberechtigt. Da tut es auch mal ein Weile ohne die Herrschaften Herrenkicker ganz gut.

(P.S.: Hastig runtergeschriebene Kolumne, Hinweise auf Rechtschreibfehler werden dankend entgegen genommen und dann selbstverständlich auch korrigiert)

Kommentare zu diesem Teamkolumnenbeitrag


 Didi.Costaire (18.08.16)
Die "entpsrechende Pressemitteilung" enthält viele Pferdestärken, aber vielleicht kann Aufsteiger Dresden sich neu aufstellen und als Narbendynamo dem Trend entgegen wirken...
Im Prinzip braucht man das Herrenturnier bei Olympia wirklich nicht, wobei ich mir vorstellen kann, dass die errungenen Medaillen die Wertschätzung verändern. Ich kann mich daran erinnern, dass der DFB-Pokal einige Zeit als Loser-Wettbewerb wahrgenommen wurde. Damals standen auch Aachen, Essen und die Hertha-Amateure im Finale...
Für Horst Hrubesch freut mich der Erfolg der Olympia-Elf. Nach holprigen Anfängen als Trainer mit der Sebescen-Empfehlung für die A-Mannschaft und Paroli-Laufen mit Ribbeck hat er mit seiner authentischen Art 2009 die U21-Europameisterschaft geholt und zahlreiche heute sehr bedeutende deutsche Spieler aufgebaut. Möglicherweise gelingt jetzt Vergleichbares...

 keinB (18.08.16)
Kräuter Fürth? Das ist n Fußballverein, keine Konkurrenzfirma von Ricola, Mann. :D

 Dieter_Rotmund (18.08.16)
Danke für die Hinweise, aber manche hier getätigte Schreibweisen sind keine Schreibfehler. Ich berufe mich dabei auf meine künstlerische Freiheit und ich war dabei, genau so war’s, ich bin Voll-Legastheniker und will trotzdem keine Rechtschreibprüfung machen und überhaupt ist Orthografie ganz großer Faschismus.

 Dieter_Rotmund (18.08.16)
Danke auch Dir für den Hinweis auf die fehlerhafte Schreibweise ihres Namens, ist bereits korrigiert!

 keinB (18.08.16)
Du führst dich selbst ad absurdum?


Ich hatte die Tage schon mal die Vermutung, wieder in einem Paralleluniversum gelandet zu sein ...

 Dieter_Rotmund (18.08.16)
Um mich geht’s hier nicht!
Graeculus (69)
(18.08.16)
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