Ärgerlich

Parodie zum Thema Alltag

von  Macpal

Aus der Küche schaut die Mutter,
die so gerne Backen will.
Heißer wird die dicke Butter,
doch der Teig nicht gären will.

Wütend droht sie mit dem Schlefe,
denn der Mutter ist’s nicht gleich.
Hat man Teig, so fehlt’s an Hefe,
hat man Hefe, fehlt’s am Teig.
- - -

ORIGINAL: Ärgerlich

Aus der Mühle schaut der Müller,
Der so gerne mahlen will.
Stiller wird der Wind und stiller,
Und die Mühle stehet still.

So geht’s immer,  wie ich finde,
Rief der Müller voller Zorn.
Hat man Korn,  so fehlts am Winde,
Hat man Wind,  so fehlt das Korn.

Wilhelm Busch


Anmerkung von Macpal:

Dieses Gedicht schrieb ich 1966. Es ist eine Umdichtung des gleichnamigen Originals von Wilhelm Busch.

By the way: Ist die Veröffentlichung (an dieser Stelle) eines fremden Werkes überhaupt zulässig?! - nach über 70 Jahre: Ja.

Ich habe das Original von Herrn Busch nur zum besseren Vergleich beigefügt - natürlich ohne jeden kommerziellen Hintergrund.

Kommentare zu diesem Text


 Dieter_Rotmund (03.07.16)
Ich finde es gut, sich mit den Meistern zu messen, ihr Werk zu kennen und dieses zu studieren.
Es wird dich aber wohl kaum wundern, dass ich das Original weitaus besser finde...

 Macpal meinte dazu am 03.07.16:
Es hätte mich eher gewundert, wenn jemand MEINE Version besser gefunden hätte als die des großen Meisters (Busch)...!

Was mich mehr interessiert hätte, wäre die Beantwortung meiner Frage: Ist das Veröffentlichen fremder Texte zulässig? - Scheinbar ja.........

 Dieter_Rotmund antwortete darauf am 04.07.16:
Erstveröffentlichung länger als 70 Jahre her: Ja, kein Problem.
Zitieren auch kein Problem.

Im Grunde aber interessiert in den seriösen Verlagen niemanden, was wir hier treiben, ist einfach zu unwichtig.
Völlig überflüssiger Quatsch: Copyright-Angabe mit Fantasienamen.

 Macpal schrieb daraufhin am 04.07.16:
Verjährung nach 70 Jahren: DAS war es, was ich "hören" wollte (obgleich ich das schon vermutete). Danke!

Und das mit dem "Copyright": Habe ICH da etwa derart Unsinniges geschrieben? - Nicht dass ich wüsste...

 Dieter_Rotmund äußerte darauf am 04.07.16:
Nein, hast Du nicht! Man muss nicht alles, was hier irgendwie geschrieben steht, gleich auf sich beziehen...

 Misanthrop (06.01.22, 19:47)
Könnte mich mal bitte jemand aufklären, was ein "Schlefe" ist? Danke im Voraus.

 Macpal ergänzte dazu am 07.01.22 um 14:16:
Hallo Misanthrop, 

das Wort "Schlef" (oder auch "Schleef" oder "Schleif") stammt aus dem veralteten Platt der Norddeutschen (Ostfriesen etc.) und bedeutet Suppenkelle oder Schöpflöffel. 

Kannst Du auch in meinem Buch "Andante al dente" nachlesen.

 Misanthrop meinte dazu am 07.01.22 um 14:30:
Ah ja, danke für die Erläuterung.
Zur Zeit online:
keinVerlag.de auf Facebook keinVerlag.de auf Twitter keinVerlag.de auf Instagram