Ohne Sonne

Expressionistisches Gedicht zum Thema Achtung/Missachtung

von  NachtGold

Meine Stimme schmeckt bitter und meine Haut ist rau
Ich sehe im Spiegel Tag für Tag eine andere Frau
Mein Herz schlägt stumpf auf sich selbst hinein
Mein Wohl ist immer mehr Schein als sein

Bewege meinen Körper jeden Tag raus
Aber meine Seele bleibt Zuhaus‘
Verkümmert ohne Sonne und Mond
Jeden Tag die Frage ob es sich vielleicht morgen lohnt

Ein Lächeln ist in meine Gesichtsmuskeln gemeißelt
Dein Schatten in alle meine Gedanken geweißelt
Die Geschwindigkeitsanzeige glüht in meinen Wangen
Meine Augen werden feucht denn ich will nicht mehr um mein geistiges Wohl bangen

Bewege meinen Körper jeden Tag raus
Aber meine Seele bleibt Zuhaus‘
Verkümmert ohne Sonne und Mond
Jeden Tag die Frage ob es sich morgen lohnt

Passieren Dinge um mir einen Weg zu zeigen oder um mich zu bremsen
Jede Berührung von anderen Menschen macht mich zu einer Fremden
Du begrüßt mich in jedem Traum
Und ich suche mir ein neues Gesicht in meinem unsichtbaren Ankleideraum

Bewege meinen Körper jeden Tag raus
Aber meine Seele bleibt Zuhaus‘
Verkümmert ohne Sonne und Mond
Jeden Tag die Frage ob es sich irgendwann lohnt

Meine Seele ist zerschmettert und ich wäre lieber wieder ein Kind
Die Fender verrostet und meine Zukunft ist unbestimmt
Der Regenduft von gestern Nacht liegt noch in meinem haar
Ich lege meine Maske ab und bete für ein besseres Jahr

Bewege meinen Körper jeden Tag raus
Doch meine Seele bleibt Zuhaus‘
Verkümmert ohne Sonne und Mond
Jeden Tag die Frage ob es sich für dich lohnt


Anmerkung von NachtGold:

Text ist von 2017

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