Die Überflussgesellschaft

Kurzprosa

von  uwesch

Der Frühling nötigt mich immer wieder, sich von einigen Dingen zu trennen, mich zu befreien von Gegenständen, die ich seit Jahren nie benutzt habe und im Keller ihr ruhiges, verstaubtes Dasein genießen. Da steht und liegt soviel herum, dass ein junger Mensch sich eine komplette Einrichtung zusammenklauben kann.

Ich werde beim nächsten Sperrguttermin das ganze Zeugs auf die Straße stellen und hoffen, dass jemand intakte Teile noch gebrauchen kann und sich aneignet.

Wir leben halt in einer Überflussgesellschaft. Einige Leute wühlen leider die entsorgten Haufen völlig durcheinander, sodass die Sperrgutabfuhr-Männer zu  Sammlern verstreuter Güter werden, die dann auf Deponien entsorgt oder verbrannt werden müssen. Da kann man bestaunen auf was für einem Wohlstandslevel wir leben.

Doch die Erde dreht sich unverdrossen weiter.



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Kommentare zu diesem Text


 Augustus (25.03.25, 12:32)
Manche hüten das Gerümpel aus Trennungsängsten, weil das Gerümpel emotional behaftet ist und aus Gründen einer Memorialkultur die Betroffenen nicht den Mut des Loslösen aufbringen können.

 uwesch meinte dazu am 25.03.25 um 15:05:
Da ist was dran. LG Uwe

 lugarex (25.03.25, 13:33)
Einamal habe ich überglücklich ein herrenloses Rennvelo bester Marke quasi gestohlen. Dann aus Angst habe ich es entsorgt und als es im Munde des Abfallfräsers etschwand haben wir - ein italienischer Arbeiter und ich - praktisch geweint und unisono geschimpft... :(

Kommentar geändert am 25.03.2025 um 13:34 Uhr

 uwesch antwortete darauf am 25.03.25 um 15:07:
Na so was aber auch    LG Uwe

 Moppel (25.03.25, 20:30)
Ich kann mich gut trennen von Dingen, aber die sind dann so abgewetzt, dass sie keiner mehr brauchen kann. LG von M.
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