Spiegelwände

Gedicht zum Thema Abgrund

von  KriegerinDerTräume

Hörst du wie die Spiegelwände flüstern?


Mein Blick streift entlang nüchtern

Über die kalten Fliesen matt

Meine Hand liegt auf einem leeren Blatt

Aus dem die Worte fliehen

Und alte Wunden offen schrien


Der Schnitt ist offen, noch ganz frisch

Vom Blut befleckt liegt auf dem Tisch

Papierschnipsel mit krakeliger Schrift

Wo ein Gedanke den Schmerz übertrifft


Aus jeder Pore sickert lähmendes Gift

Das auf die blanke Haut trifft

Einst goss er mir heimlich reinen Wein

Und das Toxin darin verstärkte meinen Pain


Ein Maul mit scharfen spitzen Zähnen

In dem Getier erwacht ein altes Sehnen

Er beißt durchs Fleisch und lechzt nach mehr

Das Blut versiegt, ich fühl mich leer


Der Nachtigall spricht nimmer

Blasse Gestalten streifen durch das Zimmer

Was mir bleibt ist nur ein Schimmer

Was mich prägt ist nun für immer


Und immerwährend wird es schlimmer

Aus mir steigt ein Gewimmer

Das nun verhallt im leeren Raum

Ich wache auf. Das war ein Traum.




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